/31198-0001.djvu

			L' '1' 
"I
 V 


· :: 

fj
 .f9 
to1p
tG 
( 

 1J
mQtblQtt 


FOR OIE HEIMATVERTRIEBENEN AUS OER STADT 
UND DEM LANDKREISE STOLP IN POMMERN 


ftftftel1n immer - 5tillfttl1n nimmtr! 


Jahrgang X Nr. 2 


Lübeck. Februar 1957 


R 
5 


.:"j., 

 :
 


'\ 


,
 


lr. 


'. .
. 


i' 
i 


- 
- 


../:;"' 


'" 
... 
.' 


"
 


;"';' 1 ":f
' 
f J ' ',I 


',",,:;":
 (polnische Aufnahme) 


Die neue Schmiedebrücke 
mit Wilhelmstraße (Aleja 3. Maja - Allee des 3. Mai)
		

/31198-0002.djvu

			Heimatpolitisches 
Keine Grenze von Dauer 
Stimmung der Vorläufigkeit 
(BGA) Besprecbungen zwischen der Regierungsdelegation der So- 
wjetzonen-Republik und der Sowjetregierung wurden mit einem Vertrag 
über die Stationierung der Sowjettruppen in Mitteldeutschland, der 
Dbergabe der Luft- und Visahoheit, einem neuen Handelsvertrag und 
einem Kreditvertrag be endet. In der Moskauer Abschlußerklärung heißt 
es zur Frage der Wiedervereinigung, die "Bedrohung des Friedens durch 
den deutschen Militarismus und die Einbeziehung der Bundesrepublik 
in den aggressiven Atlantikpakt" behinderten die Wiedervereinigung. 
Wenn es den "patriotischen und sozialistischen Kräften in Westdeutsch- 
land" gelinge, diese Hindernisse zu beseitigen, eröffnen sich "neue Wege . 
zur Wiedervereinigung auf demokratischer Grundlage". 
(hvp) Nach volkspolnischen Diplomatenberichten soll im UN-Haupt- 
quartier zum Ausdruck gebracht worden sein, daß die Oder-Neiße-Linie . 
keine "Grenze von Dauer" sein könne, vielmehr bilde sie nach der Wie- 
dervereinigung einen "Gefahrenherd". Es sei eine Wandlung in der 
Haltung der asiatisch-afrikanischen Staatengruppen zur Oder-Neiße- 
Frage eingetreten, die für Polen negativ sei. 
(hvp) Die Aufrechterhaltung der Spaltung Deutschlands fügt den so- 
wjetischen Interessen schwersten Schaden zu. Es wäre angebracht, wenn 
sich die polnische Offentlichkeit einmal die Frage vorlegen würde, was 
geschehen wäre, wenn die 20 Milliarden aus dem Lastenausgleich Polen 
zu Reparationszwecken zur Verfügung gestellt worden wären. Vielleicht 
kann die Vorstellung, welche Möglichkeiten War schau verpaßt hat, 
heute noch dazu beitragen, daß sich in der polnischen Offentlichkeit die 
politische und wirtschaftliche Vernunft Bahn bricht und man endlich zu 
der Erkenntnis kommt, daß das sture Festhalten an dieser "Grenze" den 
Interessen Polens diametral zuwiderläuft. (Dr. Jennicke) 
(hvp) Das Zentralorgan der KP Polens, die "Trybuna Ludu", berichtet 
über eine "Stimmung der Vorläufigkeit" , die zum Verfall Breslaus bei- . 
getragen habe. Besonders schädlich habe sich auch das "mangelnde Be- 
wußtsein des Eigentums" ausgewirkt, das wiederum durch den "Zustand 
der Vorläufigkeit, der durch die gespannte internationale Situation ver- . 
stärkt wurde", ausgelöst worden sei. 
Auf Bundesebene ist Einverständnis darüber erzielt worden, daß die 
deutschen Ostgebiete unter fremder Verwaltung im amtlichen Sprach- 
gebrauch die Bezeichnung "Deutsche Reichsgebiete in den Grenzen vom 
31. Dezember 1937 unter vorläufiger polnischer bzw. sowjetischer Ver- 
waltung" führen sollen. Als Kurzform soll die Bezeichnung "Ostgebiete 
des Deutschen Reiches (Stand 31. 12. 1937), zur Zeit unter fremder Ver- 
waltung" gelten. 
(hvp) Auf einer Diskussionsversammlung der Deutschen in Danzig 
'bemerkte ein polnischer Teilnehmer, daß sich die "autochthone Bevölke- 
rung" immer mehr zum Deutschtum bekenne.- 
In der" Arbeiterstimme" empfahl deren Chefredakteur, J. Bartosz, die 
Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Polen und der Bundes- 
republik; er schrieb: "Nicht nur aus ideologischen oder sonstigen Grün- 
34 


- 


den, sondern aus objektiven Tatsachen ergab sich seinerzeit die geo- 
graphische, politische und wirtschaftliche Spaltung Deutschlands. ., Es 
gibt zwei deutsche Staaten... Das Bestehen der 
DR u
d der Bundes- 
republik ist vollendete objektive Tatsache... Es 1st Zelt, 
m zu .
on- 
kreten einleitenden Gesprächen überzugehen. Es stehen keme UI
uber- 
windlichen Schwierigkeiten im Wege. Die Gespräche zwischen polmsch.en 
und westdeutschen Verhandlungspartnern können nur ohne Vorbedm- 
gungen, d. h. auf Grund gegenseitiger Achtung,. de
 Vertrauens un
 der 
Verständigung, auf Grund der Anerkennung objektIver vollendeter Tat- 
sachen geführt werden." 
Der rotchinesische Ministerpräsident, Tschou En Lai, erklärte an- 
läßlich seines Besuches in Polen in einer Rede in Breslau: "Das chinesi- 
sche Volk ist der Ansicht, daß die bestehende Westgrenze Polens eine 
Grenze des Friedens und der Freundschaft ist." In der gemeinsamen Er- 
klärung der polnischen und chinesischen Regierungsdelegationen hei
t 
es wörtlich: "Die Regierung der Volksrepublik China stellt fest, daß dIe 
bestehende Westgrenze der Volksrepublik Polen an der Oder und L
u- 
sitzer Neiße die Friedensgrenze zwischen Polen und Deutschland 1st, 
die den Interessen der europäischen Sicherheit entspricht." 
(Aus PressenaChriChten im Monat Januar) 


e 


Das Schi	
			

/31198-0003.djvu

			Dominikanerkirche (Schloßkirche) : 1951 wurde die östliche Giebel- 
wand, die durch Entfernung der Trümmer des Nachbarhauses gelitten 
hatte, untermauert; die Strebepfeiler sind repariert. Das Grabmal der 
Herzogin Anna (um 1660) ist erhalten, das Grabmal von Ernst Bogislaw 
Croy (um 1684) ist ebenfalls erhalten und wurde 1949 von kriegsbeding- 
ter Einmauerung befreit. Der Hochaltar von 1602 ist erhalten. 
Norbertanerinnenkirche (Kloster): erhalten. 
Schloß: anscheinend erhalten. Das vierte Stockwerk (19. Jh.) wurde 
1951 abgetragen. Wiederherstellungsarbeiten im Innern. Das Schloß soll 
später ein Museum beherbergen. 
Stadtbefestigung : teilweise erhalten. 
Neues Tor: erhalten, für Museumszwecke verändert. 
Rathaus: unbeschädigt. 
Wohnhaus Blücher: vernichtet. 
Mühlentor: durch Brand beschädigt; beide Giebel herabgestürzt; 1951 
provisorische Wiederherstellung. 
Schloßmühle: Giebel (15. Jh.) 1951 wiederhergestellt, das Gebäude ist 
teilweise mit Ziegeln eingedacht. 
Museum: befindet sich im Neuen Tor, etwa ein Viertel der Samm- 
lungen ist verloren. Einige Gemälde, u. a. Passion (01 auf Holz), Vesper- 
bild (Holz) und Bildnis Montanus, wurden 1951 der Konservierungs- 
anstalt in Danzig übergeben. 
Sc h mol s in: Kirche (1632) erhalten. 
Grad der Zer s t ö run gen der S t ä d t e: Bütow 60 %, Stadt- 
zentrum in Trümmern, Schloß erhalten. - Kolberg 80 %. - Köslin 40 %, 
Stadtzentrum zerstört, Markt unaufgeräumtes Ruinenviertel. - Krangen: 
Schloß erhalten, Sitz polnischer Forstverwaltung. - Lauenburg: 45 %, 
alter Stadtkern eingeebnet, Markt stark zerstört. - Neustettin: 35 %. - 
Polzin: nicht zerstört. - Rügenwalde: kaum zerstört. - Rummelsburg: 
45 %, Stadtzentrum in Trümmern. - Schlawe: etwa 50 %, Markt stark 
zerstört, Tore erhalten, Marienkirche ausgebrannt. - Stettin: 50 %. - 
Varzin: Schloß erhalten, zur Zeit Forstschule. 


Vor 150 Jahren: 


Erinnerung an 1807 
Am Mittwoch, dem 18. Februar 1807, drang ein polnisches Frei-Corps 
unter General Sukulicky, über tausend Mann stark, in Stolp ein, nach- 
dem es mehrere Tage durch die Tapferkeit eines Detachements von 
Krockow'scher Jäger, etwa 80 Mann stark, unter Kommando des Haupt- 
manns von Gutzmerow, muthig unterstützt von den Bürgern der Stadt, 
aufgehalten worden war. Mehrere Stürme, welche der Feind, aufgeregt 
durch Branntwein, unternahm, wurden kräftig zurückgeschlagen und 
selbst noch in den Straßen der Stadt ward hart gekämpft, da die 
wackeren Jäger durchaus nicht weichen wollten und mit ihren gezogenen 
Büchsen keinen Schuß umsonst fortgaben. Doch die Ubermacht - man 
behauptete Verrath - siegte endlich. Die Stadt wurde hart mitgenommen 
und mußte, um einer allgemeinen Plünderung zu entgehen, an Geld, 
Armatur, Waffen und Pferden sehr schwer kontributieren. 
(Aus dem "Stolper Wochenblatt - Zeitung für Hinterpommern" 
vom 23. Februar 1857.) 
36 


e 
e 


e 
- 


- 


Dr. RudolfBonin: Geschichte der Stadt Stolp 
Die älteste Geschichte des Landes Stolp 
bis zu seiner Vereinigung mit Westpommern 1316 
(Auszug aus "Geschichte der Stadt Stolp" von Dr. Rudolf Bonin, 
Verlag von Heinrich Langenhagen, Stolp i. Porn., 1910.) 
Kurz vor dem Ende des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung 
wird Pommern, das "Land am Meer" zwischen Oder und Weichsel zum 
Schauplatz geschichtlich überlieferter Ereignisse. Die das ganze 11. 'Jahr- 
hundert hindurch währenden Angriffe der schon zu Christen gewordenen 
Polen scheinen die Wirkung gehabt zu haben, daß die Pommern die ersten 
staatlichen Gebilde in der denkbar einfachsten Form schufen. So ent- 
stand zwischen Oder und Persante unter den Fürsten des Greifen- 
geschlechtes ein westpommersches Herzogtum,und etwa 50 Jahre später 
begründete ein gleichfalls einheimisches Fürstenhaus zwischen Weichsel 
und Leba ein ostpommersches oder po m m e r e 11 i s c h e s Her zog - 
turn. 
Frühestens für das Jahr 1200 darf die endgültige Unterwerfung der 
armseligen und spärlich verteilten Bevölkerung unter das Christentum 
angenommen werden. 
Wahrscheinlich um das Jahr 1200 erstreckte das westpommersche Teil- 
fürstentum der Ratiboriden, einer Seitenlinie des G r e i f e n hau ses, 
sich schon über die Stolpe hinaus bis an die Grenze des pommerellischen 
Teilfürstentums von Belgaro a. d. Leba und mußte somit das S t 0 I per 
La n d nach dem Aussterben dieses Geschlechtes (1226) an Herzog Bar- 
nim I. von Westpommern fallen, der als der erste nachweisbare Landes- 
herr in einer Urkunde vom 12. Oktober 1227 das Dorf Neztic (Nesekow) 
in "parvo Ztolp" an das von seiner Mutter gegründete Praemonstraten- 
ser-Nonnenkloster zu Treptow a. d. Rega schenken konnte. 
Schon in den nächsten Jahren war Herzog Snantopolk von Pommerellen 
(1220-1266) Herr des ganzen Gebietes bis westlich zum Gollen geworden, 
und mit seiner Herrschaft beginnt die urkundlich gesicherte Geschichte 
des Stolper Landes. Er hat diese seine Neuerwerbung mit starker Hand 
verteidigt. Sein Sohn und Erbe, :Mestwin 11. (1266-1294), konnte nur 
mühsam den drohenden Zusammenbruch seines Staates bis zu seinem 
Tode hinhalten. Hart bedrängt von seinem Bruder Wartislaw von Danzig 
(t 1271) und seinen beiden durch ihr Bündnis mit dem Deutschen Orden 
höchst gefährlichen Oheimen Sambor und Ratibor, glaubte er für seine 
spät geborenen Söhne am besten dadurch sorgen zu können, daß er im 
Widerspruch zu einem früheren Testament zugunsten Barnims I. von 
Westpommern (20. September 1264) am 1. April 1269 alle seine Länder 
und Besitzungen am 3. September 1273, im besonderen die Lande und 
Schlösser von Stolp und Schlawe, von den b r a n den bur gis c h e n 
M a r k g ra f e n für sich und seine Söhne als Lehen entgegennahm. Als 
dann aber in den folgenden Jahren seine leiblichen Erben und auch die 
feindlichen Oheime starben, brach Mestwin die Beziehungen zu den 
deutschen Markgrafen ab und setzte ohne Rücksicht auf seine schon 
völlig deutsch gewordenen Verwandten, die Herzöge von Westpommern 
und die Für!?ten von Rügen, um so mehr aber im Einverständnis mit dem 
einheimischen Adel, in Herzog Przemislaus von G roß - Pol e n dem 
37
		

/31198-0004.djvu

			Land einen Erben ein. Dieser trat nach Mestwins Tode (Ende 1294) die 
Erbschaft an, fiel aber schon im Februar 1296 durch Mörderhand. Sein 
Nachfolger wurde für wenige Jahre Herzog Wladislaus Lokietek von 
Cujawien und Sieradz; aus seinem Stammlande vertrieben, mußte er auch 
die Herrschaft in Pommern an die beiden B öhm e n k ö n i g e aus Otto- 
cars Geschlecht, an Wenzel II. (1300-1305) und WenzellII. (1305-1306) 
übergehen sehen. 
Diese Böhmenkönige haben das "Land am Meer" nie gesehen, son- 
dern sich damit begnügt, es durch ihre Statthalter, den alten Suenza und 
seine nächsten Verwandten, verwalten zu lassen, Suenza, vermutlich 
einer altheimischen, reich begüterten Familie entstammend, schon in den 
letzten Jahren Mestwins ein bevorzugter Vertrauensmann seines Herrn, 
hatte unter dessen Nachfolgern eine Stellung gewonnen, die es ihm ge- 
stattete, sich in einer Urkunde vom 12. September 1297 "Palatin von 
Danzig und Stolp, beiden Bezirken aus eigener Machtvollkommenheit 
vorgesetzt" zu nennen. Sein Sohn Peter von Neuenburg aber hatte die 
Besitzungen der Familie bis an die Weichsel ausgedehnt, und sein Bruder 
Laurentius verwaltete seit 1288 das wichtige Amt eines Kastellans von 
Stolp. Selbstverständlich mußte die Stellungnahme eines solchen 
Magnatengeschlechtes von höchster Bedeutung für die Geschicke des 
Landes werden, als 1306 mit dem Tode Wenzels III. die pomerellische 
Erbfolge in ein neues Stadium trat. Wohl kehrte nun Wladislaus Lokietek 
nach Polen und für kurze Zeit auch nach Pommern zurück, war aber hier 
unvorsichtig genug, die Suenzonen den Unmut über die den Böhmen 
geleisteten Dienste derart fühlen zu lassen, daß diese die M a r k - 
g r a f e n von B r a n den bur g ins Land riefen. Schon Ende 1306 
hatten diese, wie es scheint, den westlichsten Teil von Pomerellen be- 
setzt und konnten am 17. Juli 1307 Peter von Neuenburg, seinen Vater 
und sonstige Verwandte in allen ihren Ämtern und Besitzungen be- 
stätigen. Insbesondere sollte ihnen das "hus to Stolp" verbleiben und 
von den Markgrafen nur für eine jährlich zu zahlende Summe von 
300 Mark Pfennigen zurückzuerwerben sein. Im folgenden Jahre brachten 
die Markgrafen ganz Pommerellen mit der schon durchaus deutschen Stadt 
Danzig in ihre Gewalt und belagerten eine polnische Besatzung in der 
dortigen Burg. 
Da trat eine entscheidende Wendung der Dinge dadurch ein, daß die 
Polen den D e u t s c h e n 0 r den zu Hilfe riefen und eine kleine Streit- 
macht desselben in die Burg aufnahmen. Dieser gelang es, die Branden- 
burger aus Stadt und Land zu verdrängen, gleichzeitig aber auch den 
Polen die Weichselburgen Danzig, Dirschau und Schwetz zu entreißen 
und sich zu den Herren des ganzen östlichen Pommerellen zu machen. 
Markgraf Waldemar, damals schon als Vormund seines Neffen Johann 
alleiniger Regent in Brandenburg, erkannte, daß er diesem neuen Gegner 
nicht gewachsen sei und trat daher im Vertrag zu Sold in am 13. Sep- 
tember 1309 ganz Pommerellen bis westwärts an die Leba für 10000 Mark 
Silber an den Orden ab. Nachdem Fürst Wizlaw von Rügen und an Stelle 
des gänzlich beiseite geschobenen Wladislaus Lokietek die Herzöge von 
Schlesien-Glogau als Vertreter des Pi ast e n hau ses auf ihre An- 
sprüche ver z ich t e t hatten, wurde der Kauf bei einer persönlichen 
Zusammenkunft des Hochmeisters Siegfried von Feuchtwangen und des 
38 


- 


- 


- 


e 


e 


Markgrafen Waldemar zu Stolp am 12. Juni 1310 zum Abschluß gebracht. 
Der Orden zahlte sofort 5000 Mark, über den Rest stellte Waldemar wie- 
derum in Stolp, am 26. Juni 1311 eine Quittung aus. Die Länder 'Stolp 
und Schlawe aber waren von dem Kaufvertrage ausgeschlossen und blie- 
ben noch für wenige Jahre brandenburgischi auch für sie wäre diese 
k
rze Herrschaft der Askanier spurlos dahingegangen, wenn ihr nicht 
die Markgrafen allein durch die Begründung der d e u t s c h e n 
R e c h t s s t a d t S t 0 I P Dauer verliehen hätten. 
Im Jahre 1316 oder spätestens 1317 fiel auch das Land zwischen dem 
Gollen und der Leba an Herzog IV. von Pommern-Wolgast. Seitdem ist 
das Stolper Land, allerdings noch lange Zeit vom Orden schwer bedroht, 
ununterbrochen ein B e s t a n d t eil des Her zog turn s P 0 m m ern 
g
blieben: Fast gleichzeitig mit dieser politischen Entscheidung fiel die 
Losung emer eng damit verbundenen Streitfrage, die seit langem zwi- 
schen dem Gnesener Erzbistum und dem Camminer Bistum über die Zu- 
gehörigkeit des Stolper Landes herrschte. Die päpstliche Bulle von 1140 
hatte einst die Leba als Ostgrenze des pommerschen Bistums bestimmt. 
Bei Mestwin zeigte sich das Bestreben, dem Gnesener Kirchenfürsten die 
Herrschaft im Stolper Lande zu sichern. Nicht allein, daß er ihm 1288 das 
?orf 
nd 
ie St.-Stanislaus-Kirche in Garde gegen ein Bistum in Cujavien 
uberheß, Ihm 1294 das Dorf Dübsow schenkte und ihn in der nächsten 
Umgebung von Stolp mit Tafelgütern, darunter Seddin und Veddin, aus- 
stattete, ganz offensichtlich behandelte er ihn als geistlichen Oberherren 
des Landes, indem er z. B. am 29. Juni 1284 eine Verzichtleistung des 
Garder Pfarrers zugunsten des Stolper Nonnenklosters ihm zur Kenntnis- 
nahme unterbreitete und ebenso alle die reichen Schenkungen an das- 
selbe Kloster am 3. Mai 1294 bestätigen ließ. Nach einem Schreiben des 
Papstes Johann XXII. vom 1. November 1319 hatte der Erzbischof 
Jacob II. von Gnesen (i' 1313) das Archidiakonat und die geistliche Juris- 
diktion über die Stolper Kastellanei zuerst einem aus Uesküb in Maze- 
donien vertriebenen Bischof Paulus, sodann einem gleichfalls aus seiner 
H
imat vertri.ebenen Bischof Dominicus von Mytilene übertragen, und 
belde .
atten Jahrelang ungestQrt die kirchliche Verwaltung des Landes 
a
sgeubt. Dann aber gelang es wohl dem Camminer Bischof Heinrich, 
die brandenburgischen Landesherren für die alten Rechte seiner Kirche 
zu interessieren, und Bischof Dominicus nebst seinen Gefährten wurden 
mit Schimpf und Schande aus dem Lande getrieben. Mit welchen Mitteln 
d
mals von 
eiten der Gnesener Kirche dabei gearbeitet wurde, zeigt die 
Falschung emer schon vom Jahre 1180 datierten Urkunde mit der man 
die politische und kirchliche Zugehörigkeit des Stolper La
des zu Polen 
beweisen wollte. 
D
.ese fast gleichzeitige Entscheidung zugunsten der westpommerschen 
Herzoge und der Camminer Bischöfe hatte für das Stolper Land eine Be- 
deutung, die bis auf den heutigen Tag nachwirkt. Es wurde dadurch aus 
der. übrigen pommerellischen Erbmasse herausgehoben, die nach einem 
erbitterten, 150 Jahre hindurch währenden Kampfe doch wieder an Polen 
zurückfiel; es konnte unter dem Regiment des Greifengeschlechts lang- 
sam, aber stetig zu einem deutschen Lande werden und in der Reforma- 
tionszeit geschlossen mit dem übrigen Pommern die neue Lehre an- 
nehmen. Wenn daher der Stolper Kreis im Gegensatz zu den beiden be- 
39 


'I 
,
		

/31198-0005.djvu

			I 
I 
I, 


nt1.chbarten im Osten und Süden in religiöser Beziehung eine voll- 
kommene, in nationaler eine nur durch einen kleinen Rest von Slawen 
clurchbrochene Einheit aufwies, so liegen die letzten Gründe dafür um 
über 600 Jahre zurück. 
Die Burg, das Nonnenkloster und die Anfänge der deutschen Stadt Stolp 
Dort, wo der Stolpefluß sich für eine kurze Strecke in drei Arme ver- 
zweigte, mag man in alten Zeiten einen einfachen, aber geräumigen Burg- 
wall aufgeführt haben, dessen Schutz vor allem die umfließenden Ge- 
wässer und längst verschwundenen Sümpfe übernahmen. Jahrhunderte 
hindurch nur in Kriegszeiten als Zufluchtsort von den umwohnenden 
Fischern und Jägern benutzt, mußte sich dieser Wall doch allmählich zu 
einem dauernd bewohnten und immer durch Menschenkunst befestigten 
Platze auswachsen, so daß er zur Zeit einer ersten staatlichen Ordnung 
schon der gegebene Mittelpunkt der umliegenden Landschaft geworden 
war. Hier versammelte der Stammesfürst seine Kriegsleute, aber hier 
hielt er auch seine Gerichtstage ab und nahm die aus den Produkten des 
Landes, Fischen, Wild, Pelzwerk, Honig u. a. m., bestehenden Abgaben 
entgegen. Dann eröffnete unter dem Schutz der nun schon burgartigen 
Anlage der deutsche Kaufmann seine Taberne, seinen I\ramladen, und in 
der Nähe baute der Mönch seine Klause und der Priester die erste kleine 
K.apelle. Handwerker aus deutschen Landen stellten sich ein und ge- 
wöhnten die armseligen Eingeborenen an die einfachsten Bedürfnisse 
eines menschenwürdigen Daseins. 
Die Lage dieses alten Bur g wall s und des daraus entstandenen 
ältesten Stolper Schlosses ist sicherlich auf dem Hügel zu suchen, auf dem 
sich die katholische Kirche erhebt. Ein dritter Flußarm, der heutigen 
Quebbenstraße folgend und die alten Schmiedewiesen durchziehend, um- 
faßte die niedrige Anhöhe auch im Osten. Der Name der Hundestraße 
auf der Altstadt erinnert noch an den Hundezwinger der ehemaligen 
Schloßherren. Als ständiger Wohnsitz wird die Burg nachweisbar durch 
eine von dort datierte Urkunde Snantopolks vom 27. März 1240, in der 
das Dorf R i t z 0 w für zwei Pferde an seinen Kastellan Hermann ver- 
kauft wurde. Unter seinem Sohn Mestwin war Stolp schon neben Danzig 
und Schwetz die bevorzugte Residenz des Landesfürsten. Auch seine bei- 
den Nachfolger, Przemislaus und Wladislaus Lokietek, haben die Stolper 
Burg noch vorübergehend als Residenz benutzt. 
Mestwin 11. hat sich als ein freigebiger Wohltäter von Kir c he n 
und K lös t ern bewiesen. Schon seine Stolper Stiftungen zeugen da- 
von. Die zuerst 1276 erwähnte Nicolaikirche sowie die 1281 genannte 
Petrikirche und eine Marienkapelle in der Burg selbst waren sicherlich 
älteren Ursprungs, und die Gründung eines Dominikanerklosters, zu dem 
er 1278 dem Danziger Prior und seinem Konvente einen Platz, zwischen 
Burg und Stadt gelegen, überließ, scheint erst viel später zur Ausführung 
gekommen zu sein. Desto bedeutsamer aber für die kirchlichen Verhält- 
nisse des ganzen Stolper Landes wurde das von ihm gegründete Prae- 
monstratenser-Nonnenkloster. Zu seiner Ausstattung schenkte er 1281 
dem Abt und den Klosterbrüdern zu Belbuk bei Treptow an der Rega die 
beiden ebengenannten Kirchen und die Schloßkapelle mit dem zur Petri- 
kirche gehörigen Dorfe Karzin und den Zehnten von Labuhn, Stantin, 
40 


-, 


-)" 


_.1, 


- 


- 
- 


. 


Wendisch-Buckow, Selesen, Flinkow und Strellin sowie mit den bishe
i- 
gen Besitzungen der Nicolaikirche, die noch um die Dörfer .Beckel,. Ve
dm, 
Schorin und Schmolsin vermehrt wurden. Dazu kamen FIschereIgeI echt- 
same im Gardeschen, im Lebasee und im Salzmeere, eine Fis

wehr im 
Stolpefluß und verschiedene Hebungen aus dem Besitz.e de
 
ursten. Zu 
seinem Standort aber wurde ihm ein Platz an der Nlcolalklrche ange- 
wiesen die somit zur Klosterkirche wurde. (Wahrscheinlich lag das 
Kloste; auf dem Zegenhagen, in der Nähe der späteren Alslebe
sche
 
Lohmühle.) 1284 war das Kloster fertig und mit Nonnen besetzt. E.m Pn- 
vileg der brandenburgischen Markgrafen vom 2. Oktober 1311 slche.rte 
dem Abt von Belbuk und dem Stolper Nonnenkloster bis zur ReformatIOn 
die geistliche Herrschaft im Stolper Gebiete. 
Geht man den ältesten Spuren der inzwischen am linken Flußufer 
gegenüber der Burg entstandenen, von deutschen Ansiedler
 begründe- 
ten stadtartigen Gemeinde nach und sieht ab von den bel
en S
?lper 
Stadtgeistlichen des gleichen Namens Rudolf, die als Zeugen m gefalsc
- 
ten Urkunden von 1180 bis 1243 auftreten, so liefert den ersten NachweIs 
ihres Bestehens der am 3. Mai 1269 erwähnte Kapellan Hermann, "in der 
Stadt, vor der Burg gelegen". 1276 erscheint der Schultheiß Heinrich v.on 
Werveberg und 1298 ein Bürger Constantin als die ältesten name
tllch 
aufgeführten Bürger der kleinen deutschen Gemeinde. Daß aber dIeses 
von nun an abwechselnd oppidum und civitas genannte Stolp schon da- 
m
ls ein ansehnlicher Ort war und eine größere Zukunft versprach, er- 
gibt sich aus der Stelle in Mestwins Urkunde von 1281, an der er bei Ver- 
leihung der Mühlen an das Belbuker Kloster mit der Möglichkeit rech- 
nete, daß im Stolper Gebiet eine Stadt mit deutschem Recht aufgetan 
werden könnte. 
Dazu ist es bei seinen Lebzeiten nicht gekommen. Erst mit der be- 
ginnenden Auflösung des pomerellischen S!aates und d.er He.rrsc
aft 
der brandenburgischen Markgrafen sahen dIe Stolper eme vIelleIcht 
schon lange gehegte Hoffnung erfüllt. Markgraf Waldem
r war es, d
r 
zugleich für seinen unmündigen Vetter Johann dem oppldum Stolp dIe 
R e c h tee i n erd e u t s c h e n S t a d t verlieh. 
Die hierüber ausgestellte, aus Krempzow bei Pyritz vom 9. September 
1310 datierte Urkunde erfuhr schon am 2. Februar 1313 zu Spandau eine 
erste Bestätigung und Erweiterung. Beide Privilegien gehören aufs engste 
zueinander, weisen sie doch sogar zum Teil die gleiche Zeugenreihe auf, 
aus der besonders Graf Burchard von Lindow, der Herr der Grafschaft 
Ruppin, zwei Herren von Wedel und Peter von Neuenburg genannt sein 
mögen. Die erste, die eigentliche Stiftungsurkunde, ist im Original nic
t 
mehr vorhanden, findet sich aber in einem Transsumpt Herzog Casl- 
mirs V. vom 23. Juni 1374, die andere dagegen liegt im Original als da
 
zweitälteste Stück des städtischen Archivs vor. 
Damit der bisherige offene Flecken wachse und ein
 Stadt werde", 
so heißt es In der Urkunde von 1310, verliehen ihm die Markgrafen 200 
Hufen Landes, von denen 100 als Ackerland, 50 als sogenanntes Worde- 
land, d. h. als verschlossene und geschützte HofsteIlen, und der Rest zu 
Weiden, Wiesen und Waldungen benutzt werden sollten. Sobald der Ort 
mit einer hölzernen Umwehrung befestigt sein würde, sollten die Bürger 
für zehn Jahre Abgapefreiheit genießen, darm aber wieder zu ihren bis- 
41 


.
		

/31198-0006.djvu

			\ 


herigen Verpflichtungen gehalten sein. Ihnen sollte ferner die freie, durch 
Anlage von irgendwelchen Wehren ungehinderte Schiffahrt auf dem Fluß 
von der Stadt abwärts bis zum Meere und auf dem Meere der Herings- 
fang zum eigenen Bedarf mit sechs Bördingen zustehen. Vor allem aber 
sollten sie künftighin I ü bis c h e s R e c h t und lübisches Maß benutzen 
dürfen, d. h. nach eigenen Gesetzen Gericht und alle sonstigen städti- 
schen Angelegenheiten verwalten lassen. Als die ersten Inhaber des 
städtischen Richteramtes wurden die ehrenwerten Männer Detberll von 
Surechow (Zirchow?), sein Sohn Johannes und Johannes von DarsQw 
samt ihren Erben bestimmt. 
In der Urkunde von 1313 wurden diese Bestimmungen dahin ergänzt, 
daß der Stadt noch 60 Hufen am StolpefIuß im Walde Lysnisze (LoHz) zu- 
gelegt, der Ankauf von weiteren 40 Hufen gestattet, das Eigentumsrecht 
am ganzen Stolpefluß oberhalb und unterhalb und dazu an beiden Ufern 
(!in Treidelgang von je 5 Ruten Breite zug.esprochen wurde. 'i 


* 


, 


Faßt man den Inlialt dieser beiden Urkunden zusammen, so ergibt sich 
einmal übereinstimmend mit der Uberlieferung aus den einleitenden 
Worten der ersten, daß sie nicht die Gründung einer neuen Stadt. sondern 
vielmehr die endgültige rechtliche Anerkennung einer schon längst be- 
stehenden Stadtgemeinde bezeichnen. Dementsprechend sind auch di
 ge- 
nannten Vertrauensmänner der Markgrafen, die beiden Zurkow und Jo- 
hannes Darsow, nicht etwa Lokatoren, d. h. Unternehmer, die erst die An- 
siedler an Ort und Stelle zu rufen und unter sie Bauplätze und Grund- 
eigentum zu verteilen hätten, sondern sie sind die sogenannten advocati 
minores, die einerseits den Bürgern gegenüber Vertreter der Staats- 
gewalt sind, andererseits der Bürgerschaft selbst angehören und deren 
Interessen beim Landesfürsten wahrzunehmen haben. Ihre Stellung 
kennzeichnete scharf die Zeit des Ubergangs; die genannten Vögte hatten 
keine Nachfolger mehr, und in den nächsten Jahren traten an ihre Stelle 
. die consules, die späteren Bürgermeister und Ratmannen. 
Der Name des Johannes Darsow läßt deutlich den Weg erkennen, auf. t\\ 
dem das lübische Recht nach Stolp gekommen ist. Die Darsows gehören 
nämlich zu den ältesten Patriziergeschlechtern von Colberg, das seiner- &11 
seits dasselbe Stadtrecht über Greifswald erhalten hatte, so daß sich ein .. 
vollständiger Stammbaum für die Herkunft des Stolper Stadtrechtes fest- 
stellen läßt, der seine Bestätigung in den Zeiten der H ans e findet, wo 
S t 0 I P nicht allein politisch in Colberg seinen Vorort, sondern auch die 
erste Instanz für Appellationen in Gerichtssachen hatte, wie beide dann 
weiter in Greifswald und Lübeck. 
Der reiche Grundbesitz, mit dem Stolp ausgestattet war, sowie das Pri- 
vileg des He;ingfangs erinnern daran, daß Stolp wie alle Städte des 
Binnenlandes ursprünglich in erster Linie auf die Erträge des Ackerbaus, 
der Viehzucht und des Fischfangs angewiesen war, bis unter dem Schutze 
städtischer Freiheit Handwerk und Handel sich so entwickelten, daß diese 
ländlichen Erwerbszweige zwar zurücktreten, aber doch niemals ganz ver- 
schwinden konnten. Auch in den folgenden Jahrhunderten ist Stolp vor- 
wiegend Ackerstadt geblieben. 


42 


e 


Die in den Urkunden besonders betonte uneingeschränkte Berechti- 
gung zur Schiffahrt auf dem Stolpefluß zeigte, daß man den hohen Wert 
dieser Wasserstraße nicht verkannte. (Noch im 17. Jahrhundert berichtet 
ein Chronist, daß der schiffbare Fluß viele schwere Lasten zur Stadt und 
zum Meere trage und somit einen unmittelbaren Anschluß an den Handel 
der Ostseeländer ermögliche.) 
So trat die neue Stadt Stolp im Jahre 1316 in den Verband des west- 
pommerschen Herzogtums als eine zwar kleine, aber doch ansehnliche 
Gemeinde. 
Die Stadt Stolp unter Herzog Wartislaw IV. und seinen Söhnen 
bis 1372 
In einem Vertrage vom Jahre 1295 war das westpommersche Herzog- 
tum in zwei Teile zerfallen, die nach den Hauptorten Stettin und Wolgast 
bepannt wurden. Ihre Grenze' bildete eine west-östliche Linie, die, in 
Vornommern dem Lauf der Peene folgend, das Haff durchschnitt und sich 
im Osten ziemlich geradlinig bis an die Grenzen von Pomerellel1 und 
Polen hinzog. Nördlich von ihr lag das H
rzogtum Pommern-Wolgast 
lang hingestreckt am Meere, seit der Erwerbung der Lande Schlawe und 
Stolp das ganze Küstengebiet von Mecklenburg bis zur Leba umfassend. 
Während das Stettiner Herzogtum und der vorpommersche Anteil von 
Wolgast vor allem die langwierigen Kämpfe mit den brandenburgischen 
Markgrafen und immer neue Streitigkeiten mit Dänemark, Mecklenburg 
und den Hansestädten auszufechten hatten, war das hinterpommersche 
Land, zumal der äußerste Osten, in erster Linie an den Kämpfen zwischen 
dem Orden und den Polen beteiligt, die beide nur zu geneigt waren, das 
pommerellische Erbe in seinem ganzen Umfange bis westlich zum Gollen 
zu beanspruchen.' (In der Urkundensprache der älteren Zeit haftet der 
Name Pomerania an dem äußersten Osten von Hinterpommern, und dem 
entspricht die schon frühzeitig auftretende Bezeichnung der Stadt als 
"Stolp Pomeraniae oder in Pomerania". Herzöge von Pommern heißen 
ursprünglich nur die pommerellischen Fürst
, erst seit dem Erwerb des 
Stolper Landes, 1316, nennen sich Wartislaw IV. und seine Nachfolger 
auch Herzöge von Pommern.) 
Wartislaw IV. (1309-1326), der als neuer Landesherr d
r Stadt Stolp 
am 18. Dezember 1317 alle ihr von den Markgrafen verliehenen Privi- 
legien bestätigte, hatte es klug verstanden, seinem Lande sowohl mit 
dem Orden als mit Polen den Frieden zu erhalten, und dadurch vor allem 
der neuen Stadt die Möglichkeit geboten, ungestört ihren inneren Ausbau 
zu vollenden. Zunächst galt es, die Stadt äußerlich aus ihrer Umgebung 
herauszuheben. Gegenüber der Burg am jenseitigen Ufer 'und .der zu 
einer Dorfgemeinde herabsinkenden Alt s t a d t schloß sich die Stadt 
des deutschen Rechts auf der linken Seite der Stolpe auf das schärfste ab, 
indem sie sich mit einer Mauer umgab. Wann die ursprünglich hölzerne 
Umwehrung durch eine steinerne Mauer ersetzt worden ist, wissen wir 
nicht; aber von den vier Toren (an der Stolpe entlang das Mühlen-, 
Schmiede- und Holstentor, im Westen das Neue Tor) zeigen das Mühlen- 
tor und auch das abgebrochene Holstentor Bauformen, die ihre Entstehung 
in sehr früher Zeit wahrscheinlich machen, so daß man um so mehr von 
den S t a d t mau ern, deren Reste noch erhalten sind, annehmen kö. nn , 
daß sie schon im Laufe des 14. Jahrhunderts entstanden sind. 
43 


. 


e 


.,
		

/31198-0007.djvu

			Der S t r a ß e n p I a n innerhalb der Mauern hat sicherlich trotz 
der vielen Feuersbrünste, die Stolp in der Folge zu überstehen hatte, dem 
heutigen ziemlich entsprochen; er zeigt jene planmäßige Anlage, die den 
meisten Städten des deutschen Ostens eigen ist, in der Mitte den Markt 
mit dem Rathause, dicht daneben die Hauptkirche mit dem sie umgeben- 
den Kirchhof, dann die vom Markt nach allen Richtungen ausgehenden 
geradlinigen Hauptstraßen mit einer großen Zahl kleiner Neben- und 
Quergassen. So war sie einst von den ersten deutschen Ansiedlern ein- 
gerichtet worden, und so mußte sie im wesentlichen bleiben, solange die 
Mauern jeder Ausdehnung feste Schranken setzten. 
Mochte das Bild der Stadt ursprünglich kahl und gleichförmig er- 
schienen sein, so mußte es sich beleben, sobald mit dem Rathause zu- 
gleich Klöster und Kirchen die Reihen der übrigen Häuser überragten. 
Das Nonnenkloster wurde in den Schutz der Stadtmauern gezogen und 
fand seine Stelle in der Nähe des Holstentors; am entgegengesetzten 
Ende der Stadt, nahe dem Mühlentor, war 1325 das schon von Mestwin 
fundierte Dominikanerkloster fertig geworden. Außerhalb der Stadt lag 
nur das Hospital zum Heiligen Geist vor dem Neuen Tor, und wohl erst 
später gesellte sich zu ihm das St. Georgs-Hospital für die Siechen der 
Stadt. 
Wie lange und unter welchen Umständen an der Hauptkirche von 
S 1. M a r i engebaut wurde, darüber verlautet keine Kunde; nur aus 
den verhältnismä.ßig reinen Formen der Gotik, die der mächtige Back- 
steinbau zeigt, und aus dem Vergleich mit den ihr sehr ähnlichen Marien- 
kirchen der Nachbarstädte Köslin, Schlawe und Rügenwalde kann mit 
einiger Sicherheit geschlossen werden, daß sie etwa 1350 entstanden sein 
mag. Sie hat all die Katastrophen, die in der Folge übet die Stadt herein- 
brachen, insbesondere den großen Brand von 1477, ohne Schaden zu neh- 
men, überstanden und, abgesehen von einigen unwesentiichen Verände- 
rungen, getreu die kraftvollen Züge der Zeit bewahrt, in der sie von 
einem frommen und selbstbewußten Geschlechte geschaffen wurde. 
Uber diesen Aufgaben, die der Sicherung und dem Schmucke der Stadt 
selbst galten, versäumte man nicht, die materiellen Grundlagen der 
städtischen Kraft durch Erweiterung ihres Grundbesitzes nach Möglich- 
keit zu vergrößern. Von den Erwerbungen an Grund und Boden aus 
dieser Zeit mußte von besonderer Bedeutung der Ankauf des Hains 
(indago) Ar n.s hag e n und des Hafens von S t 0 I pm ü n d ewerden, 
welche die Stadt am 2. Februar 1337 von dem Ritter Jesko von Rügen- 
walde, dem Nachfahren des alten Suenza, gegen eine jährliche Rekog- 
nitionsgebühr von einem Paar Schuhe oder deren Wert im Betrage von 
8 polnischen Schillingen bar erwarb. Der eigentliche Kaufpreis war ver- 
mutlich schon vorher ausgezahlt worden. Die über den Kauf ausgestellte 
Urkunde führt nicht allein all die Zugehörigkeiten, Nutzungen und Rechte 
auf, die mit Grund und Boden an die Stadt übergingen, sondern gibt auch 
eine ausführliche Grenzbestimmung, die die Größe des Gebiets ziemlich 
genau erkennen läßt. Danach reichte das neuerworbene Gebiet im Sü- 
den bis an die Samlower Mühle, die zur Hälfte schon der Stadt gehörte, 
im Westen bis an die Grenze von Brüskow und Dünnow und den Buko- 
witzbach, der sich, vermutlich aus dem Muddelsee kommend, ins Meer 
ergoß, im Osten dagegen bis an den Freichowbach und die Grenzen von 
44 


I 
J.. 


e' 


e 


I' 


I 


- 


Machmin. Am 9. Dezember 1366 verkaufte Heinrich Puttkamer zu Strellin 
die Mühle von Alt - S t r e 11 i n mit allen Gerechtsamen und Zubehör 
und sechs. Morgen Landes an der Stolper Grenze dem Bürger Herder 
Trammer m Stolp und einem Johannes Darsow aus Starkow für 120 Mark 
Kaufgeld und eine jährliche Pacht von 6 Mark. Die bei den Käufer waren 
vermutlich nur Mandatare der Stadt, die die Mühle erwarb und sie spä- 
ter, am 17. November 1437, an das Heilige-Geist-Hospital weiter- 
veräußerte. 
Am 19. November 1370 verkaufte Claus Tessitze und sein Sohn den 
erbare
 wisen Luden, "de
 ratmannen der stat Stolp und der menheyt 
(Gememde) dersulven sem Gut Pretutze (?), innerhalb der Loitz ge- 
legen, wiederum unter genauer Angabe der Grenzen, aus der sich aber 
nur entnehmen läßt, daß das Gebiet im südwestlichen Teile der Loitz in 
dem Winkel zwischen Darsekow oder Darsow, wie es im Original heißt, 
Zuckers und Mellin gelegen war. 
Inzwischen hatten die Stadt und das ganze Land Stolp eine ihnen 
drohende Gefahr aus ei
enster Kraft glÜcklich überstanden. Am 1. August 
1326 wa
 Herz
g Warbslaw IV. in der Blüte der Jahre gestorben und 
h
tte seme WItwe Elisabeth mit zwei Söhnen, Bogislav V. und Bar- 
n
m IV., hinterlassen, zu denen' als Nachgeborener noch Wartislaw V. 
hmzukam. .Die Vormundschaft fiel an den greisen Herzog OUo von Pom- 
mern-Stettm und seinen tatkräftigen Sohn Barnim 111., die am 25. Sep- 
tember 1327 den Untertanen ihrer Mündel, Rittern und Städten ihre Pri- 
vilegien bestätigten und ihnen sogar einen wesentlichen Ant
il an der 
Landesregierung einräumten. 
Beide Herzöge aber waren durch den Kampf mit Kaiser Ludwig dem 
Bayern, der seinen Sohn, den Markgrafen von Brandenburg, auch in 
Pommern als L
hns?errn anerkannt sehen wollte, derart in Anspruch ge- 
nommen,. daß SIe SIch um das Erbe ihrer Neffen wenig kümmern konn- 
ten.. und m der Not sogar Teile desselben veräußern mußten. So ver- 
p fan d e t e 
 sie am 27. Februar 1329 zu Marienburg Land, Schloß und 
Stadt Stolp fur 6000 Mark Preußisch auf 12 Jahre (von Ostern 1329 bis 
1341) an den Hofmeister Werner von arsein und den deutschen Orden. 
Sofort bezog der Komtur Ulrich von Haugwitz mit einem kleinen Ritter- 
konvent d
s Stolper Schloß. Noch in demselben Jahre kaufte der Orden 
am 16. Juh das Land Bütow von der Familie Behr, am 23. Juli erwarb 
durch einen ähnlichen P

ndvertrag von den Suenzonen J esko v:
 
Schlawe und Jesko von Rugenwalde die Güter Crampe und Labuhn und 
am 6. Dezember kaufte er wiederum von einem Behr das D orf C ' 
D tl ' h k ussow. 
..e
 IC er onnte der Orden gar nicht seine Absicht kundtun, das Land 
fur Immer zu behalten. - 
Di
 im 
fandv

trage vorgesehene Frist von 12 Jahren verstrich, ohne 
d
 sIch dIe ,?edrangte Lage der Herzöge gebessert hätte; nur war in- 
zWIs
en Boglslaw V. mündig geworden. Es gelang ihm, 3334 Mark auf- 
zubrmge
 und dem Orden ab
uzahlen, über die am 9. Mai 1341 quittiert 
wurde. F
r .den Rest mußten die Herzogin Elisabeth und ihre Söhne schon 
am 1. Mal emen ne,:en wucherischen Pfandvertrag eingehen. Diese brutale 
Ausnutzung der wIrtschaftlichen Uberlegenheit mag dann wohl im Stol- 
per 

n
e den Anstoß dazu gegeben haben, daß Adel und Stadt sich zu 
tatkraftiger Selbsthilfe zusammenfanden. Der Ritter und der Bürger gab, 
45 


e 
-
		

/31198-0008.djvu

			soviel ihm die eigene Armut gestattete, Frauen und Mädchen opferten, 
wie es heißt, hochherzig ihre Schmucksachen, und schon am 26. Juni 1341 
konnten die jungen W olgaster Herren in die gelöste, ihnen wieder- 
gewonnene Stadt einziehen. Aus diesem Ruhmesjahre sind die Namen 
der beiden Bürgermeister Jakobus Syppelow und J ohannes Hashart 
sowie des Ratmannes Lüdecke Greifenberg bekannt. 
Der Dank der jungen Fürsten blieb nicht aus; noch an demselben 
26. Juni 1341 gelobten sie unter ausdrücklichem Hinweis auf die soeben 
geleisteten Dienste den "getreuen Mannen im Lande und den lieben Bür- 
gern der Stadt", daß sie stets bei ihren wohlerworbenen Rechten und 
Privilegien verbleiben und niemals wieder dem Orden verpfändet wer- 
den sollten. In Erwiderung dessen huldigte eine große Zahl von Stolper 
Edelleuten am 14. August den Landesherren. 
Da die unmündigen Herzöge Barnim und Wartislaw 1341 ihr Siegel 
noch nicht neben dasjenige ihres Bruders Bogislaw hatten hängen 
können, so erneuerten und erweiterten die drei Brüder den Freibrief an 
die Stolper Stände am 24. Juli 1348 dahin, daß, falls einer von ihnen 
selbst oder einer ihrer Nachkommen jemals die wohlerworbenen Rechte 
des Landes oder der Stadt antasten würde, ihnen das Recht zustehen 
sollte, sich durch eine Einigung dagegen zu wehren und, falls auch das 
nicht genüge, sich sogar einen andern Herrn zu wählen, bis ihnen ihr 
Recht zurückgegeben sei. In einer späteren Urkunde vom 27. Mai 1372 
nahmen sie die gleiche Bestimmung für ihre gesamten Untertanen auf, 
aber mit der Einschränkung, daß in einem solchen Konflikte den Herren 
der Stettiner Linie das Schiedsgerichtsamt zufallen sollte. 
Die Erinnerung an die mit vereinten Kräften glücklich abgewandte 
Gefahr war für Fürsten, Adel und Stadt eine heilsame Lehre, auch ferner- 
hin einträchtig zusammenzuhalten. Von den drei Brüdern hat Wartislaw 
wohl überhaupt nicht an der Regierung teilgehabt, und Barnim IV. 
scheint sich trotz der nominell gemeinsamen Herrschaft auf das vor- 
pommers ehe Gebiet zurückgezogen zu haben, so daß auch schon vor den 
Teilungen von 1368 und 1372 Bogislaw als der alleinige Herr des ost- 
pommersehen Herzogtums angesehen wurde. Von ihm allein ist dann 
auch am 13. Juli 1368 zu Rügenwalde die Urkunde ausgestellt, in welcher 
der Stadt Stolp wiederum in Anbetracht ihrer treuen Dienste das Recht 
verliehen wurde, die sogenannten Finkenaugen-Pfennige und andere im 
pommersehen Lande gebräuchliche Münze zu schlagen. Es ist möglich, 
daß die nur in einem Transsumpt der Herzöge Georg und Barnim vom 
9. Januar 1524 erhaltene Urkunde eine Fälschung des Martin Mickeldey, 
der 1428 entlarvt und verurteilt wurde, oder des von ihm verdächtigten 
Dominikanerpriors Michael ist. Sicher ist aber, daß Stolp das Münzrecht 
besessen und davon allerdings wohl nur einen bescheidenen Gebrauch 
gemacht hat. Wenigstens sind aus der Stolper Münze nur die winzig- 
kleinen Finkenauqen, und auch diese in sehr geringer Zahl, erhalten. - 
Uberblickt man aber alles das, was die junge Stadt seit dem Tage 
ihrer rechtlichen Anerkennung für sich selbst im Innern und nach außen 
hin und weiter für Fürstenhaus und Staat geleistet und erworben hatte, 
so stellt sich gerade diese Zeit als die Epoche eines bemerkenswerten 
Aufschwunges dar, die für die Zukunft vielleicht noch mehr versprach, 
als sie gehalten hat. 


46 


t. 
t l 


'Ili)' 


'I. 


So wird es sein 
Wenn jetzt daheim der tiefe Schnee wird liegen, 
dann neigen sich die Äste weiß und schwer. 
Die Krippe in dem Futterhaus bleibt leer 
das hungrig meine Vögel wohl umfliegen: 


t) 
tJ 


D,: kl.eine Meise mit dem schwarzen Käppchen, 
mIt emer Federwarze an dem rechten Ohr 
singst fremden Menschen heute deine Lieder vor 
stiehlst von der Hand nicht mehr die Körnerhäpp
hen. 

un werdet ihr ins leere Häuschen springen, 
Ihr kleinen Sänger, wenn ihr lebt noch heut'. 
Zwölf. Jahre sind doch eine lange Zeit, 
und vIele von euch werden nicht mehr singen. 
Ria Boneß 


I) 
e) 


LUDOW 


phot.: U. Stolze 


Zur Geschichte der Kirche zu Lupow 
Fast stets hängt die Geschichte eines Dorfes in den früheren Jahr- 
hund
rt
n mit der seiner Kirche zusammen. Oft genug war der Pastor 

er e
nzIge C
ronist seines Dorfes und Kirchspiels. Beinahe ebenso oft 

Iel dIe Chromk aber auch herumschweifenden Haufen der Kriegsvölker 
I
 17. und 18. Jahrhundert zum Opfer. So ist es wohl auch mit der Chro- 
mk von Lupow geschehen. Nur aus mündlichen Uberlieferungen und hier 
und ..dor
 verstreuten schriftlichen Angaben konnte eine einigermaßen 
ausfuhrhche Geschichte von Lupow entstehen. 
.. Ei
 Werk des pommersehen Pastors Ernst Müller sowie einige andere 
Uberheferungen haben es möglich gemacht, die Reihenfolge der 
Lu po wer Pas tor e n zu einem Teil festzustellen. 
47
		

/31198-0009.djvu

			" 


Die Kirche zu Lupow wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 
13. Jahrhunderts in ihrer ersten Gestalt erbaut und gehört neben der 
Kirche zu Stolp und der in Garde zu den drei ältesten Kirchen Ost- 
pommerns. Noch vor 1535 wurde Ort und Kirche evangelisch. 
Als erster Pastor der evangelischen Gemeinde zu Lupow wird 
Matthias d e Co r 0 na genannt, der bis 1587 wirkte. Sein Nachfolger 
war Thomas Hol s te n i u saus Stolp, auf welchen 1634 Jakob 
Sc h war t z, der Sohn des Pastors Jolua Schwartz aus Groß-Jannewitz, 
folgte. Einem damals in Gelehrtenkreisen leider üblichen Brauch zufolge 
nannte er sich Nigrinus. Er starb 1690. Zu seiner Zeit erlebte Lupow die 
Schrecken des 30jährigen Krieges und damit durch Plünderung von Dorf 
und Kirche wahrscheinlich auch den Verlust der Chronik. Der nächste 
in der Reihe der Lupower Pastoren ist nicht bekannt. 
1715 wurde der bisherige Pastor von Freist, Andreas Ger n er, 
und nach ihm (unbekannt seit wann) Martin Gab r i e I Pastor der Lu- 
power Kirche. Die Tochter Gabriels, Katharina, verheiratete sich 1732 mit 
dem 1731 als Pastor nach Lupow gekommenen Johann Ludwig Ku m - 
me r. Zu seiner Zeit erhielt die Lupower Kirche im wesentlichen ihre 
heutige Gestalt. Nach seinem Tode 1786 war sein Enkel Georg Peter Lud- 
wig K u m m er, Sohn des Pastors S. Andr. Kummer aus Großgarde, 
Pastor in Lupow. Er starb aber bereits nach einem Jahre und hatte zum 
Nachfolger Johann Georg M a t t n er, der zu Frankfurt a. O. Theologie 
studierte und vor seiner Berufung nach Lupow u. a. sechs Jahre bei dem 
Königlichen Kadettenkorps in Stolp seine Tätigkeit ausgeübt hatte. 
Pastor Mattner erlebte die Franposenzeit in Lupow und konnte 1813 die 
zu den Fahnen ziehenden Männer seines Kirchspiels einsegnen, unter 
diesen seinen Sohn, der im Freiheitskampfe fiel. Pastor Mattner wirkte 
bis 1816 in Lupow. 
Auf ihn folgten als Seelsorger im Kirchspiel von 1817 bis 1837 Hein- 
rich Friedrich K u m m e, Sohn des Pastors Kumme aus Großdübsow, 
von 1837 bis 1839 Eduard See fis eh, von 1840 bis 1870 Friedrich Karl 
A pi t z, von 1872 bis 1899 Ernst Heinrich Ni t sc h k e. Bemerkenswert 
ist, daß in der Zeit des Krieges 1870/71 die Lupower Pfarre verwaist war. 
Es hat dies seinen Grund darin, daß auch der Nachwuchs der akademi- 
schen Berufe sich dem großen Kampf für Deutschlands Einigung zur Ver- 
fügung stellte und dadurch die Besetzung manchen Amtes erst nach dem 
Kriege erfolgen konnte. 
Der nächste Pastor war Johannes Gotthilf C arm e s in, 1891 bis 1896, 
sein Nachfolger von 1897 bis 1930 Karl Ernst Hof f m a nn,ein treuer Seel- 
sorger seiner Gemeinde gerade in der schweren Kriegszeit, in welcher 
er die bittere aber notwendige Ablieferung der drei größten von den vor- 
handenen vier bronzenen Kirchenglock.en erlebte. 
Nachdem Pastor Ha r der dann für einige Zeit in Lupow wirkte, be- 
treute seit 1934 (bis zur Vertreibung) Pastor Dr. Geh I hof f die Ge- 
meinde des Kirchspiels Lupow. H. J. Jach 
(Aus der "Zeitung für Ostpommern") 
(v gl. St. Hbl. 1954, S. 209) 
Rad i 0 Warschau setzt seine Sendungen (freitags 18.00 und 23.45 Uhr) "Grüße an 
Verwandte und Bekannte in beiden Teilen Deutschlands" fort und bringt täglich auf Kurz- 
welle sieben Sendungen in deutscher Sprache. 


, 


\ 


\ 


, li) 


48 


I' 


,J 



) 


-) 


.) 


Anschriftenliste A 256 - Stülp-Land 


Adlig Kublitz: Maede, Rudolf, Schreiner 
Alt-Damerow: Schultz, Kurt 
AIt-Gutzmerow: Hildebrandt, Willi 
Alt-Jugelow: Glumm, Ewald, Tischler 
Marzke, Dietrich, Maurer 
Benzin: Jeske, Gerda, Hausgehilfin 
Bt:wersdorf: Dehn, Karl 
Birkow: Ehlert, Elly 
Budow: Burbott, Ulrich 
Freitag, Helga, Zugschaffnerin 
Damerkow: Vanselow, Minna 
Dargeröse: Glaubke, Werner 
Dalsin: Krause, Karl, Kaufmann 
Kutschke, Heinrich 
Freist: Wiedenhöft, Bruno 
Gaffert: Guhl, Siegfried 
v. Schmude, Günter 
Gallensow: Hermann, Gerhard, Fleischer 
Gambin: Hasse, Wilhelm, Wusseken 
Giesebitz: Janneek, Margot 
Glowitz: Dehne, Bruno, Fußbodenleger 
Kliek, Emmy, Hausgehilfin 
Marten, Adolf, Schmied 
Gohren: Boek-Greunke, Kurt, Angest. 
Brandenburg, Franz, Grünhagen 
Klank, Erhard, Bergmann 
Nitschke, Martin 
Großendorf: Desens, Ernst 
Hetzke, Hilde, vh. Raddatz 
Gr.-Gansen: Jaffke, Fritz 
Gr.-Garde: Griechen, Hildegard, Hausgeh. 
Noffke, Walter 
Gr.-Nossin: Kernuth, Brunhilde 
Schirdewahn, Käte, geb. Nitschke 
Gr.-Podel: Freitag, Irene 
Taube, Gertrud, vh. Hesse 
Gr.-Rakitt: Klewer, Horst, Maurer 
Saß, Gerti, vh. Salk 
Gr.-Runow: Brunke, Ursula 
Eilrich, Erna 
G.-umbkow: Sameil, Margarethe 
Gumbin: Arndt, Irmgard, geb. Klix 
Keller, Elisabeth, geb. Kleist 
Holzkathen: Elvers, Elisabeth, geb. Müller 
Müller, Helga 
Jerskewitz: Wendt, Elisabeth, Zeromin 
Jeseritz: Hildebrandt, Kurt 
Karstnitz: Sturm, Erika, Försterei 
KI.-Podel: Papke, Elisabeth, geb. Granzow 
Kl.-Silkow: Kaufmunn, Eva-Maria, Nilherin 
Kl.-Strellin: Papcnfuß. Helmut 
Klucken: Pollex, Anna 
Krien: Wenzlaff, Fritz, Eisenbahner 
Kublitz: Albrecht, Ernst 
Bunz, Arno 
Radtke, Hans, Bergmann 
Stross, Herbert, Verlagsleiter 
LiJbehn: Soch, Marga, Schwester 
Soch, Paul, Fr. Marta, Eva u. Helga 
Labuhn: Glienke, Heinz, Bundesbeamter 


Munnheim, Max-Josef-Str. 19 
Dorsten .JI, Kr. Recklinghausen, Drosse1weg 13 
Kl.-Gleidingen, Kr. Braunschweig 
Dortmund-Eving, Hänselweg 30 
Dortmund-Eving, Hänselweg 30 
Haltern, Kr. Recklingh., Sythen-HauschÜlmen 
Duisburg, Pappelstr. 16 
Brackwede, Kr. Bielefeld, Holtestr. 32 
Hersbruck, Amberger Str. 37 
Hurth-Fischenich, Gennertstr. 46 
Neustadt/Schwarzwald, Schottenbühlstr. 22 
Elatzheim, Kr. Bengheim, Bergstr. 4 
Bad Oeynhausen, Wilhelmstr. 45 
Doerpe 1, Kr. Hameln-Pyrmont, bei Bloedorn 
Porz-Urbach bei Köln, Tamborkreuz 1 
Erle bei Gelsenkirchen, W ohnh. Hermannstr. 
Erle bei Gelsenkirchen, Wohnh. IIermannstr. 
JÖssen, Kr. Minden, Nr. 63 
Lcmgo, Paulinenstr. 9 
Dortmund-Huckarde, Erpinghof 91 
Düsseldorf-Eller, Enbucher Weg 12 
Mannheim-Käfertal, Columbusslr. 83 F 
Kirchende, Kr. Herdecke, Westender Weg 18 
Waldshut, Daltorstr. 13 
Bcrlin-Staaken, Spandauer Str. 6 
Dbach-Polenberg, Bez. Aachen, Carlstr. 6 
Unna, Panzerkaserne 
Stolberg, Binsfeldhammer 11 
Westerkappeln, Kr. Tecklenburg 
Köln, Hohenzollernbrücke, Wohnbarad<:e 
Ecchum, Brückstr. 56 
Cörzig, Kr. Köthen/Anhalt 
Düsseldorf, Stephanienstr. 31 
Hannover, Stammestr. 58, Ir. 
Lengsdorf, Kr. Bonn, KreuzbergsIr. 21 
Castrop-Rauxel, Eicklohstr. 17 
Krefeld, Hinrichstr. 60 
Essen-Uberruhr, Hülscherfeld 16 
Dortmund-Lütgendortm., Westennanllslr. 48 
Duisburg, Prinz-Albrecht-Str. 10 
Erkenschwick, Marktstr. 18 
Hannover, Seelhorststr. 12 
Schwabstedt, Kr. Husum 
Bielefeld, Backhausstr. 126 
Ringenberg 78, Kr. Rees 
Sluttg.-Weilimdorf-Giebel, Hartwiesestr. 14 
Jezierzyce pow. Slupsk, woj. Koszalin 
Zerbst/Anhalt, Biaserstr. 19 
Ennigloh-BÜnde/W., Mühlenstr. 9 
Rüsselheim/M., August-Bebel-Str. 59 
Dorsten, Kr. Recklinghausen, Lippetalstr. 11 
DillenburgjDillkreis, Hauptstr. 3G 
Plön, Lütjenburger Str. 43 
Essen, Elisenstr. 64, Jugendaufnahmeheim 
HorstjHolst., Steinborn 
Eerghamm, Kr. Unna, Landwehr 93 
Hilden'Rhld., Richrather Str. 6 
Bremen, Osterholzer Landstr. 51, Nervenklin:k 
Bremen-Kattenesch, Soester Str. 19 
J-Iallgelar, l\r. Siegkr('is
		

/31198-0010.djvu

			II! 


Langeböse: Granz, Christel \Vattenscheid, Ruhrstr. 202 
Loitz: Quandt, Ottü Büchum, Grüttenstr. 16 
l.ossin: Buchenem, Waltraut Berlin-Wannsee, Kreiskrankenhaus Heckesbürn 
Lupow: Gehlhüff, Hans-Gerhard Düsseldürf-Gerresheim, Schöllerstr. 2 
Lietz, Minna Oberhülzklau bei Siegen/W., bei Gasth. Nöll 
Mellin: Baldt, Hans Hermülheim, Luxemburger Str. 130, Köln-Land 
Mickrow: Rückwardt, Helmut Liesbürn, Süderlage 204 
Mühlental: Biastüch, Dieter, Schmied Minden/W., Mitteldamm 60 
Kluck, Bertha Minden/W., Königsberger Str. 13 
Mützenow: Jeske, Eduard, Landwirt Osterburg/Altmark, Jüdenstr. 12 
Neitzkow: Naske, Ida Berlin-Steglitz, Schildhürnstr. 76 a 
PobIotz: Wandersee, Ernst Eisbergen, Kr. Minden, Nr. 24 
Wandersee, Hermann und Auguste Klitzschena bei Bitterfeld/Sachsen 
Ramnitz: Tepper, EIsa Futin, Albert-Hahlstedt-Str. 10 
Rathsdamnitz: Bastubbe, Willi, Heizer Dürtmund, Alfanstr. 62 
Künschak, Maria, Schmiedestr. 1 Wurzen/Sachsen, Markt 2 
Meier, Alfred Rheydt, Bünnenbrüicher Str. 128 
Meier, Karl Nemt bei Wurzen/Sachsen 
Reich, Ottü s Bielefeld, Hühes Feld 24 
Steingräber. Gerda Itzehüe, Krühnstr. 15 
Reitz: Baumgart, Ernst, Brennermeister Büttrüp, Am Kruppwald 69 
Rexin: Prehn, Marie-Elisab., geb. Wüstenberg Hameln/Weser, Im Kreuzfeld 34 . 
Ritzow: Hauptfleisch, Kurt-Helmut Eisenach, Henkelgasse 4 
SaIeske: Böttcher, Olga, vh. Wühlgemuth Güterslüh/Westf., Im Dauenkamp 46 
Schmaatz: Hupp, Jüachim Tensfeld, Kr. Segeberg 
Irmisch, Ilse O£tersheim, Wannheimer Str. 134 
SchmoIsin: Kusserüw, Ruth, vh. Mursch Berlin-Lichtenrade, Straße 408, Nr. 15 
SchwoIow: Schulz, Paul, Melker Jeinsen, Kr. Springe, Dürfstr. 5 
Stantin: Mede, Charlütte, vh. Rathke Berlin-Heiligensee, Bekassinenweg 28 
Stresow: Hüge, Günter Sandhüfen, Bussardstr. 26 
Strickershagen: Scheil, Elfriede, geb. Pfaff Lübeck, Lüneburgstr. 2 a 
Vieschen: Kerbs, Walter Bürnhöved, Kr. Segeberg, Marktstr. 
Weitenhagen: Wenzlaff, Helene, geb. Brunke Wes seIn, Kr. Nürderdithmarschen 
Wittstodc Linse, Lieselütte Ludwigsburg, Gutenbergstr. 6 
Zedlin: Röske, Anna, geb. Kurrasch Leipzig W 31, Engertstr. 23 
Zietzen: Marschke, Emmi, vh. Güering vVentürf A W, Bez. Hamburg, Blück Ida, Z. 91a 
Zitzewitz: v. Zitzewitz, Christian, Stud. Stuttgart-N., Friedhüfstr. 33 
StoIpmünde: 
Baase, Magdalene, Bismarckstr. 5 Bremerhaven-G., Bismarckstr. 40 
Hüffmeister, Ottü, Herb.-Schumacher-Str. 40 BNlin-Lichtenrade, Hanüwsteig 6 
Peters, Marie, Hausgehilfin Bad Bramstedt, Hamburger Str. 53 , ), 
Tempelhüf, Klaus, Pülizeibeamter Eaaren, Kr. Aachen, Hauptstr. 129 
Zühlsdürf, Bernhard, Rügenwalder Ch. 1 b Duisburg-Meiderich, Paul-Bäumer-Str. 55 
Anschriftenliste A 257 - Stülp-Stadt 
Badtke, Karl-Heinz, Maler Sülingen-Auf der Höhe, Mutterh. Bethanien 
Bartz, Gerhard, Schmiedetürmauerstr. 1/8 Warendürf/Westf., Kalvarienberg 63 
Bartz, Kurt, Gr. Gartenstr. 20 Neumünster/Hülst., Max-Richter-Str. 20 
Belüw, Edith, geb. Wittsebeck Hüchberg, Kr. Ludwigsb., Lerchenrainstr. 19 
Bentzien, Hulda Blumenthai, Kr. Schleiden, Hauptstr. 
Bethmann, Hans, Bauingenieur, Güldstr. 12 Pier, Kr. Düren, Grüner Weg 11 
Bieck, Herbert, Stellmacher Glashütte, Kr. Stürm., Tangstedter Landstr. 23 
Blankenburg, Ursula, vh. Grünberg M.-Gladbach, Am Neuen Wasserturm 1 
BIenn, Rudülf, Sandberg 4 Glinde, Kr. Stürmarn, Wiesenfeld-Ellerhülz 8 
Blückus, Klara Bielefeld, Hühes Feld 20 
Bluhm, Frieda, Weidenstr. 11 Viersen, Rübendstr. 113 
Büese, Frieda, Bahnhüfstr. 25 Zinna bei Türgau/Elbe .. 
Böttcher, Dietrich, Schreiner Ratingen bei Düsseldürf, Philippstr. 19 
Braatz, Gertr., geb. Ellermeyer, Hindenb.-Str. Braunschweig Süd, Siedlerweg 18 
Breuer, Friedrich, Bütüwer Str. 10 Düsseldürf-Heerdt, Heerdter Landstr. 228 
Brüützen, Lütte, vh. Nathan, Kl. Auckerstr. 24 32. Hachüresh Street, Kfar Schmarjahn, Isr. 
Burney, Günther Sende Nr. 255, Kr. Wiedenbrück 


11 


. 


. 


. 


. 


StoIper KirchenblaU: Kirchliche Nachrichten 


Si. Petri 
G e s tür ben: 4. 2. Witwe Wilhe,lmine Woita, g'eb. AdJam, 77 Jahre, Bildhauer 
Künrad Wöhler, 76 Jahre, Erna Albrecht, Tüchter des Arbeit!ers Frall'z Albrecht aus 
Jeseritz, 8 Münate; 7. 2. Ewald Neubüser, Sühn des verstürbenen Maurers Gustav Neu- 
bi:ser aus Ritzüw, 26 Jahre; 8. 2. Süzialrentn:erin Witwe Pauline Dürdel, geb. Dümke, 
69 Jahre; 10. 2. Ehefrau Emma Fröhlich, geb. Witt, aus GranziTh, 53 Jahre; 11. 2. Renten- 
empfänger Johann Rützer, 79 Jahre; 9. 2. Hanna Lewin, Tüchter des Ma'schinenschloss-ers 
Lewin 1 Jahr; 12. 2. Waltraud Bülduan, Tücht'er der Frau Else Bülduan, 3 Münate; 14. 2. 
Süzila,l
entIl'erin Auguste Adam, geb. Wissing'er, 88 Jahre; 15.2. Arbeiter Ernst Radke, 49 
Jahre, Süzialrentner Lud'wig Lübeck, 79 Jahre; 8. 2. Brilgittie Pirzig, TüchlteT des Versor- 
gungs-anwärters Kurt Pirzig, 2 Tage; 19. 2. Ehefrau Marie Neuwerth, g
b. 
ayS'er, 78 
Jahre, Rentenempfänger August Marx aus Schma'atz, 79 Jahre; 21. 2. Fnednch Haelke, 
Sühn de's Eigentümers' Carl Haelke aus Krampe, 20 Tage, Li-e'sa Ba'st'übbi, Tüchter des 
Arbeiters Erich Bastübbi aus Ritzüw, 1 Jahr. 


NI'. 6 - Juni 1929 
SI.. Marien 
Ge tau f t: 28. 4. Hans-Jüachim Klüpp, Hürst Frühnert, Margüt Mähde, luge 
Gleunke, Ilse Gümüll, Dagmar Aberlej 5. 5. Elfriede Neitzke, Christa Peiske; 11. 5. Ilse 
Vvühlfarth; 12. 5. Ruth Riehn, Erich Bülduan, Günter Derdan; 18. 5. luge Trend	
			

/31198-0011.djvu

			G e t rau t: 3. 5. Handlungsgehilfe Heinridl Redner und Fr!. Hildegard PodlerL 
10 5. Klempnergeselle Paul Bunz und Fr!. Hedwig Woita; 20. 5. Müller Willi Lindstaedt 
und Fr!. Gertrud Rahn (Ritzow); 21. 5. Lehrer Alfred Jeziorowski und Fr!. Marie Kulinna 
(Dt.-Buc'kow). Maurer Werner Albrecht und Fr!. Herta Lawrenz. 
G e s tor ben: 2. 5. Ehefrau Helene Döring, geb. Witt (Weitenhagen). 35 J.; 7. 5. 
verw. Rentnerin Johanna Senger, geb. Grunst, 77 J.; 5. 5. Ehefrau Berta Lemm, 
geb. Schulz (Dt.-Buckow), 65 J.; 16. 5. verw. Kleinrentnerin Albertine Perlick, geb. Fran- 
kenstein, 77 J.; 21. 5. Max Halfpap, 28 J.; 22.5. Witwe Emilie Witt, geb. Höftmann, 64 J.; 
Renten
mpfänger Carl Voll (Jeseritz). 37 J.; verw. Färbereibesitzerin Sophie Röbbel, 
gEb. Strohmeyer, 79 J.; 23'. 5. Ehefrau Hanna Steinke, geb. Wendt (Ritzow). 68 J.; 29. 5. 
verw. SChmiedemeister Johanna Braun, geb. Scharfenort, 64 J. 
SL Marien Nr. 7/8 - Juli/August 1929 
G eta u f t: 30. 5. Günter Vanselow, Siegfried Klitschke, Gerda Gatz; 2. 6. Ursula 
JUDghans, Gisela Lemke, Waldemar Krüger, Christel Blum, Karl Groth, Werner Albrecht, 
Vv
altraud Parpat, Helga Heimke; 9. 6. Hardy Höppner, HeiDz Seils, Gerhard Berg, Char- 
lotte Krause; 14. 6. Edith Rennhack; 16. 6. Waltraud Radde, Ingeborg Radde, Walter 
Dargatz, Riidiger MaChann, Horst Garbe, Inge Lossin, Hans-Georg Kautz, Ilse Schulz; 
11. 6. Günter Roeske; 23. 6. Hans-Jürgen Schultz, Jürgen v. Woyski, Meta Scheil, Anne- 
marie Gerhardt, Karl-Heinz Klick, Edith Freudenthai, Anneliese Pagel, Horst Schröder, 
\Verner Fuchs, Kurt Mätzig; 22. 6. 'Dora Hillenberg, Rudolf Hillenberg; 28. 6. Günther 
Hinz; 30. 6. Hanna Schröder, Giselher Schröder, Christel Draheim, Joachim Jeschke, 
Lieselotte Lawrenz, Kurt Klabunde; 3. 7. Horst Albrecht; 4. 7. Ilse Kannapinn; 7. 7. 
Klaus Groth, Horst Hoffmeister, Margot Raschke, Waltraud Zimmermann, Brunhilde Sill; 
14. 7. Anita Wegner, Horst Glende, Horst Dobberstein, Herbert Horn, Harald Wummel, 
Karl Eichholz, Helene Roggatz, Dorothea Nowack. 
Ge t rau t: 21. 5. Brennereiverwalter Max Schmoldt und Fr!. Erika Liesbeth Trep- 
tow; 31. 5. Tischler Arno Riemann und Fr!. Luise Löschmann, Lagerist Hermann Kramp 
und Fr!. Marta Burandt, Arbeiter Max Selke und Fr!. Maria Maihack, Monteur Paul 
Lehmann und Fr!. Helene Pessen; 7. 6. Staatsangestellter Waldemar Zuhl und Fr!. Else 
Heidlke; 14. 6. Arbeiter Max Hennig und Fr!. Gertrud Raßmann, Schmiedegeselle Her.. 
mann Plath und Fr!. Anna Peske; 21. 6. Arbeiter Franz Cios und Fr!. Minna Borchmann, 
Hausdiener Hermann Rohde und Fr!. Frieda Damaske; 25. 6. Tapezier Walter Lemke 
und Fr!. Frieda Albrecht; 5. 7. Versorgungsanwärter Wilhelm Gehrke und Fr!. Anna 
Gliffe; 23. 7. Oberinspektor Friedridl Koch und Fr!. Gertraud Siede. 
G es tor ben: 25. 4. Stenotypistin Margarete Wendt, 26 J.; 26. 5. Witwe Rudol- 
phine Marczinski, geb. Bin, 82 J.; 27. 5. Gärtnerlehrling Günter Langenscheidt, 17 J.; 
30. 5. Hegemeister 1. R. Olto Sielaff, 81 J.; 2. 6. Rentnerin Ida Stolpmann, geb. Keller, 
70 J.; Kaufmann Wilhelm Bohse, 63 J.; 4. 6. Schlosser Otto Bonnke, 24 J.; 5. 6. Witwe 
Karoline Schmidt, geb. Winkler, 84 J.; 6. 6. Ehefrau Olga SdlIock, geb Reichert, 44 J.; 
8. 6. Ehefrau Johannna Denzer, geb. Zaddach, 72 J.; 9. 6. Witwe Auguste Czeczock, geb. 
Krätzer, 81 J.; 10. 6. Ehefrau Anna Podlesch, geb. Jencio, 55 J.; Zugführer a. D. Karl 
Lettow, 64 J.; 20. 6. Arbeiter August Kopittke, 69 J.; 22. 6. Witwe Alwine SchwiChten- 
berg, geb. Gurgel, 54 J.; Rentenempfängerin Karoline Daske, geb. Boldt, 78 J.; 25. 6. 
Gertrud Saenger, 1 Tag; 24. 6. Ruhegehaltsempfänger Gustav Graf, 72 J.; 26. 6. Ehefrau 
Therese Lemmke, geb. Albrecht, 65 J.j 27. 6. Witwe Mathilde Weitzig, geb. Blank, 88 J.j 
Arbeiter Wilhelm Gohr, 57 J.j 28. 6. Helene Jahn, 15 J.j Kaufmann Otto Bernhardt, 42J.; 
3. 7. Frau Bertha Heiber, geb. Dennewitz, 77 J.; 4. 7. Sozialrentnerin Henriette Kant 
77 J.; 7. 7. Tischler Gustav Grimnitz, 68 J.; 8. 7. Oberweichensteller 1. R. Friedrich 
Uckert, 72 J.; Sozialrentner Adolf Zinke, 83 J.; 9. 7. Stickerin Hedwig Groth, 20 J.; 
Witwe Hulda Vietzke, geb. Ziemann, 78 J.; 11. 7. verw. Goldschmiedemeister Elisabeth 
Buhrandt, geb. Witt, 66 J.; Ursula Wick, 1 Tag; 12. 7. Witwe Berta Verse, geb. Zupke, 
59 J.; 13. 7. Arbeiter Richard Stumm, 53 J.; 14.7. Ehefrau Albertine Lietz, geb. Garz, 70 J. 
Si. Petri 
G eta u f t : 2. 6. EIfriede Musch (Gumbin); 9. 6. Charlotte Ob lude. Anneliese Melzer 
Rudi Lemm (St. Georg), Günter Kösterke (Granzin), Gertrud Zielke (Krampe); 16. 6. Güd
 
P
m
lun, Rms Wedel (Gumbin); 23.6. Christa Manske (Gumbiner Chaussee), Gisela 
I:IppItz; 26.6. Johannes Bruhnke; 30.6. Edith Frantzius (Schmaatz), Ilse Albredlt (Jese- 
rHz), Helene Senger (St. Georg), Karl-Heinz Jadltmann, Ottomar Dzionsky; 7.7. Gertrude 
GreuDke, Gertraud Klix (Krampe); 14.7. Horst Krüger, Dietrich Kusmel (Kussow); 21. 7. 
Hannelore Vorbau, Erich TomciD (Granzin). 
Ge t rau t : 7.6. Arbeiter Gustav Wegner und Fr!. Else Mahn (Krampe); 2.6. Krels- 


, )I 


, 


, 


, 


\:prslcherunqs-Oberinsnektor Bmno Krüger und Fr!. Käthe Bögel; 14.6. Einsetzer Paul Guio- 
toski und Fr!. Frieda Reddemann (Dt.-Plassow); 21. 6. Maler Walter Geffe und Fr!. Käthe 
A
brecht; Klempner Karl Flick und Fr!. Martha Stanitzki; 25.6. Schuhmachermeister 
Walter Bartke und Fr!. Hildegard Kühl; 5.7. Lehrer Albert Schmidt und Fr!. Emma 
Pahnke (Gumbin) j Arbeiter Karl Falkenthai und Fr!. Adeline Albrecht; 9.7. Arbeiter 
Hermann Horn und Fr!. Klara Brunke (Dresow); 19.7. Arbeiter Ernst AlbreCht und Fr!. 
Frieda Pechmann (Gumbin) j 22.7. Fleischer Olto Kamin und Fr!. Frieda Schoffelke (Ritzow). 
Ge s tor ben: 1. 6. Arbeiter Franz Schulz (K!.-GlusChen), 58 J.; 2.6. Hotelbesitzer 
IIugo Belk, 60 J.; 8.6. Ehefrau Marie Damaschke, geb Butterbrot, 52 J.; 11. 6. Witwe 
ErTlestine Birkenhagen, geb. Musen, 83 J.; Oberinspektor Emil Bastke (Jeseritz), 53 .J.: 

T. 6. Rentenempfänger Friedrich Kopenhagen (Dt.-Buckow), 83 J., 18. 6. Siegfried Adler, 
10 Mon.; 20.6. Martha Zühlke (Nipnow), 3 Mon.; 21. 6. Witwe Johanna Prange, geb. Ebel, 
9:1 J.; 22.6. Töpfermeister Joh. August Schmidt, 73 J.; 30.6. Veteran und Rentenempfän- 
ger Franz Neß (Dt.-Buckow), 83 J.; 1. 7. Heinz Siewert (Dt.-Plassow), 5 Mon.; 3.7. Ren- 
tenempfänger Karl Henning, 73 J.; Rentenempfänger Hermann Thiede, 71 J.; Witwe Emmu 
Schulz, geb. Baermann, 83 J.j 4.7. Helmut Schmidt (Altgutzmerow), 4 Mon.; 8.7. Amts- 
diener Albert Damaschke (Krampe), 93 J.; Fr!. Helene Badtke, 18 J. 


- 


SI. Marien September 1929 Nr. 9 
Ge tau f t: 11. 7. Ursula Wick; 21.1 Helga Schiller, Herbert Jeske, Heinz Lemke, 
Günter Nitz; 28.1. Kurt Dobernowsky, Inge Gast, Dora Pioch, Wera Böttcher, Manfred Van- 
deck, Gerhard Lübke, Frieda Kramer, Erika Kubitz, Irmgard Pionke, Karl-Heinz Ruhnow. 
Helga von Witzleben, Wolfgang Stumpf; 30.7. Willi Piom; 4.8. Winfried Schmitt, Irmganl 
Ruhnke, Marlin Steingräber, Eleonore Barz, Inge Stiewe, Charlotte Wetzei, Fritz Kubitz, 
Helga Wodtke, Lieselotte Ewald, Ingetraut Lenz, Inge Jäger, Christa Steingräber; 11. 8. 
Gisela Witt, Siegfried Haase, Ilse Schrock, Gerhard Becker, Gerhard Rahn, Rita Gast, 
Ingeborg Drusch, Alfred Krueger, Gerhard Reetz; 18. 8. Heinz Schottke, Ingrid Papen- 
hroock, Frieda Pribull, Ilse Zielke, Bruno Frobel, Günter Scheil; 25.8. Waltraud Sitter, 
Hermann Grunewald, Gertrud Schmidt, Annelore Steinhorst. 
Ge t rau t : 26. 7. Arbeiter Karl Grunst und Fr!. Frieda Villmannj 27.7. Lehrer Erwin 
Weidemann und Fr!. Katharina Scheunemann; 29.7. Friseurgehilfe Karl Mutz und Fr!. 
Frieda Hering; Rechtsanwalt Dr. Günther Garbe und Fr!. Johanna Denzer; 2.8. Schlosser 
GeIhard BulIerjahn und Fr!. Charlotte Villwock; 4.8. Redakteur Dr. phi!. Johann Haar 
und Fr!. Sophie Bublitz; Kaufmann Karl Bastian und Fr!. Christel Hark; 9.8. Buchhalter 
atto Buntebart und Fr!. Emma Benziger; Maurer Friedrim Stritzel und Fr!. Elisabeth 
Dörtmann; Monteur Hermann Freund und Fr!. Helene Last; 12.8. Versorgungsanwärter 
Pranz Lockenvitz und FI!. Herta Desens; 16.8. Elektriker Karl Burzlaff und Fr!. Frieda 
Zielkej Elektriker Willy Lüllwitz und Fr!. Anna Bonke; Maurer Max Zander und Fr!. 
Emilie. Deparade; 20.8. Reichsbankpraktikant Siegfried Radke und Fr!. Charlotte Jaeger; 
HausdIener Paul Gresens und Fr!. Frieda Reichmann; 21. 8. Friedrich Perlebach und Fr!. 
Käthe Kolterjahn; 23.8. Artur Parcham und Fr!. Magdalene Pigors; Landwirt Paul Gran- 
zow und Frau Martha Segebarth, geb. Hawer; Bauingenieur Johannes Voß und Fr!. 
Margarete Neuß; 27.8. Laborant Karl Girnth und Fr!. Elisabeth Weith; Schmied Ferdi- 
nand Gertak und Fr!. Berta Weber. 
'
 Ge s.t 0 r ben: 21. 7. Rentenempfängerin Franziska Nemitz, geb. Sonnemann, 78 J.; 

 7. WItwe Berta Durdei, geb. Senkel, 58 J., Witwe Alwine Steffenhagen, geb. Hartwig, 
h J.; 24.1. KutsCher Heinrich Schmidt, 63 J.; 29.1. Georg Karkowsky, 2 Tage; 26.1. 
Haustochter Gerda Scheel, 15 J.; 28.7. Ingenieur Johann Müller, 65 J., Fr!. Karoline 
Albrecht, 68 J.; 30. 7. Willi Pioch, 5 Tage; 31. 7. Ehefrau Emma Warning, geb. Holtfoth, 
6:. J.; 1. 8. Witwe Elisabeth Reichelt, geb. Kruppe, 83 J.; 2.8. Frau Luise Kruse, geb. 
Pnske, 31. J.; Arbeiter Paul Sänger, 30 J.; Frau Anna Schröder, geb. Thurow, 30 J.; 4. S. 
Witwe Therese Wentzke, geb. Krause, 68 J., Lohnfahrer Rudolf Framke, 33 J. j 6. 8. verw. 
Le
:
.r .Adel.heid Neupe, geb. Krebs, 82 J.; Ehefrau Berta Frost, geb. Lehmann, 50 J.; 
M]htannvahd
 Karl Meier, 51 J.; 1.8. Erich Domke, 13 J.; 6.8. Gerda Höppner, 6 J., 
1
. 8.. VorarbeIter Paul Berg, 51 J.; 13.8. Leo Vorbau, 3 Tage; Witwe Berta Scheel, g
b. 
DIE'tnch. 93 J.; 14.8. Ehefrau Alwine Wockenfuß, geb. Lenz, 61 J.; 15.8. Elisabeth Rahn 
9 J.; Kaufmann Wilhelm Repp, 32 J; 17.8. Frieda Gätzschmann, 5 Mon.; 18. 8. Ehefra
 
Emma S.chlawin, geb. Rudolph, 61 J.; 17.8. Witwe Anna Sielaff, geb. Schulz, 12 J.; 19.8. 
Karl.-HeI
.z Ruhnow, 2 Mon.; 20.8. Haushälterin Emmy Wendt, 47 J.; Bildhauerlehrling 
Erwm Muller, 18 J.; Ehefrau Berta Kühn, geb. Timmreck, 52 J. 
Sl. Petri 
Ge tau f t: 14.7. Ilse Ruff; 23.7. Lene Kusm (Dt.-Plassow); 28.1. Günter Schilling, 


- 


" 


-
		

/31198-0012.djvu

			JO	
			

/31198-0013.djvu

			Schwonke, Karl, Schlosser 
Schwuchow, Ida, Strelliner Weg 2 
Taube, Lina, Poetensteig 19 
\Venzlaff, Margarete, Sophienstr. 38 
\Volfschlag, Franz, Bahnhofstr. 25 
v. Woyski, Wolfgang, Pastor 
Zicmann, Gerda, wd.vh. Rempe, Grüner 
Weg 118 


Detlingen-Teck, Bissinger Str. 17 
I:.atingen, Auf der Aue 32 
Cossebdude b. Dresden, Käthe-Kollwitz-Str. 1 
Stendal, Lüderitzer Str. 30 
Heilbronn a. N., Ludwig-Pfau-Str. 16 
Mülheim-Selbeck, Fliednerstr. 2, Diak.-Anst. 
Düsseldorf, Schwerinstr. 17 


Suchliste S 150 - Gesucht werden aus Stülp-Stadt 
Albrecht, Walter, Gärtner, Steinstr. 50 Kiems, Hermann, Horst-Wessel-StI. 21 
Bauschke, Erich, Grüner Weg 115 a Koch, Otto, WollmarktstI. 23 
Berndt, Emil und Familie, Karlstr. 3 Knuth, Gertraudenstr. 6 
Berndt, Fritz, HindenburgstI. 11 Lambrecht, Hildegard, Danzigerstr. 10 
Eletschneider, WasserstI. 7 Loth, Erna, Reisende, Amtsstr. 24 
Bruhnke, Gärtner, WasserstI. 7 Loth, DUo, Reisender, AmtsstI. 24 
Budras, Birkower Weg 63 Marschke, Grüner Weg 115 a 
Bülow, Elfriede, Dietrich-Eckart-Str. 24 Massow, Erna, Wwe., Friedrichstr. 26 
Dähn, Ernst, Haselweg 12 Meyer, Dora, Kontoristin, Laufgasse 
Daske, Küsterstr. 3 Mischke, Albertine, Wwe., AmtsstI. 24 
Drews, Wasserstr. 1 Ney, Radeberg 5 
Durdei, Ursula, Kontoristin, Geersstr. 
oack, Egon, Stiftstr. 13 
Duske, Berta, Wwe., Amtsstr. 24 Rach, Hermann, AmtsstI. 24 
Duske, Heinz, Maler, Amtsstr. 24 Radtke, Franz, Rentner, Amtsstr. 24 
Eick, Amtsstr. 24 Rahn, Gerda (Frl.) 
E\'erling, Heinz, Birkower Weg 63 Rudloff, Küsterstr. 3 
Flick, Marta, Blumenstr. 12 Sass, Radeberg 5 
Fröse, Frau, Danzigerstr. 10 Spattke, Wasserstr. 7 
Gehrke, Wasserstr. 7 Scheil, Karl, Am Kälberborn 7 
Glende, Inngard, Mittelstr. 22 Schütz, Frau, Wollmarktstr. 23 
Glende, Wilhelm, Maurer, Amtsstr. 24 Schultz, Gertraudenstr. 6 
Glitfe, M., Wwe., DanzigerstI. 10 Schumann, Wasserstr. 7 
Groß, Amanda u. So. Harald, Wollweberstr. 46 Schwuchow, Radeberg 5 
GJUnert, Gertraudenstr. 6 Stemmler, Johanna, Grüner Weg 115 
Guse, Minna, vh. ?, GI. Gartenstr. ? Stiewe, Radeberg 5 
Bardt, Werner, Friedrichstr. 16 Stiewe, Willy, Maurer, Amtsstr. 24 
Heid, Friedrich, Danziger Str. 10 Tausendfreund, Hermann, KüsterstI. 3 
Höftmann, Wasserstr. 1 Tetzlaff, Erwin, Friedrichstr. 38 
Hoffmann, Albert, Rentner, Amtsstr. 24 Vandersee, Ellen, Töpferstadt 28 
Hofmeister, Wasserstr. 1 Villbrandt, Karl, Schneider, Friedr.-Str. 20 
Horn, Waltraud, Immelmannstr. 28 Witt, Karl, Maurer, Amtsstr. 24 
Kanz, Walter, Bahnhofstr. 43 Zilske, Paul, Eisenbahner, WeidenstI. 1 
Klein, Hildegard, Wwe., Infanteriestr. 


Suchliste S 151 
Albrecht, Gustav, Vilgelow 
Berndt, Richard u. Farn., Warbelow 
Birr, Neuflinkow 
Bochut, Neuflinkow 
Burbott, Wilhelm, Budow 
Domke, Paul, Ritzow 
Frenz, Georg, Ritzow 
Gliewe, Georg, Ritzow 
Beyer, Karl, Schurow 
Hildebrandt, Artur, Jeseritz 
Hupp, Max, Flinkow 
Keller, Jakob, Gumbin 
Kirk, Neuflinkow 
Koglin, Willy u. Frieda, Lüllemin 
Kusch, Siegfried u. Werner, Rathsdamnitz 
Kusch, Walter, Karzin 
Manzke, Ernst, Ritzow 
Mekhert, Alfred, GI.-Silkow 


Gesucht werden aus Stolp-Land 
Naske, Eduard, Neitzkow 
Nitschke, Karl, Gr.-Nossin 
Notzke, Georg, Stolpmünde 
Papke, Karl, Vilgelow 
Salomon, Otto u. Fr. Hedwig, Friedrichstal 
Sill, Neuflinkow 
Sill, Farn. (Otto, Lydia, Grete), Gumbin 
Scheil, Paul, Strickershagen 
Schmidt, Leo, Neuflinkow 
Schmidt, Otto, Rathsdamnitz 
Schröder, Artur, Gr.-Rakitt 
Tuschy, Paul, Kottow 
Vanselow, Franz, Damerkow 
Wenzlaff, Fritz, Ritzow 
Wenzlaff, Otto, Weitenhagen 
Wolter, Robert, Neuflinkow 
Zander, Paul, Schwuchow, Gern. Schmaatz 
Zemke, Charlotte, Gohren 


, 


, 


, 


t 


Der Kantor von Lupow 
Freund-nachbarliche Erinnerungen 
von P a u I S c h a r n 0 f s k e 
Als unser Stammhalter 1915 in Malzkow das Licht der Welt erblickt 
hatte und wir in größte Schwierigkeiten um die Namengebung geraten 
waren, als auch unser Vater auf unsere Bitte um Hilfeleistung geant- 
wortet hatte: "Nennt ihn, wie ihr wollt, nur nicht Theodor!1I - da gab 
uns der gute Lupower Kantor, der zugleich Standesbeamter war, den 
ausschlaggebenden Rat: "Laßt den Jungen doch Ernst heißen! Seht mich 
an! Bin ich nicht ein ordentlicher Kerl1 11 Damals kannten wir unsern 
väterlichen Freund Ernst Pie per bereits 1 % Jahre; und wir durften ihm 
und seiner Familie nicht nur getreue Nachbarn, sondern auch aufrichtige 
Freunde sein. 
Als Lehrer und Schulleiter in Lupow genoß er weithin größtes An- 
sehen, besonders auch unter uns Lehrern, soweit wir mit ihm zum 
gleichen Schulaufsichtsbezitk gehörten. Allein schon die Führung seiner 
Schul- und Dorfchronik ließ uns aufhorchen, zumal dies Werk - sein 
Werk - uns von jedwedem Vorgesetzten immer als Musterbeispiel vor 
Augen gehalten wurde. Die Chronik war in der Tat äußerst aufschluß- 
reich, wies eine klare Anordnung auf und zeichnete sich durch die kali- 
graphische Handschrift des Verfassers vorteilhaft aus. Wir konnten mit 
Ernst P. jeden Höhepunkt und jede "NiederlageIl im beruflichen Leben 
aufrichtig besprechen, hielten auch mit scharfer Kritik nicht zurück, wenn 
wir am Ende einer Reihenbesichtigung durch den Geheimen Regierungs- 
und Schulrat in kleinerem Freundeskreise, zu dem auch die Familie Wal- 
ter Schmidt in Rambow gehörte, unsere Erlebnisse und Erfahrungen mit 
dem gestrengen Herrn austauschten. Manchmal mögen diesem die Ohren 
geklungen haben. 
Einmal wurden wir richtig angeführt. Geheimrat Dr. Lohrer und Pastor 
Hoffmann hatten uns mitgeteilt, daß Ernst P. sich in Lupow um 8 Uhr, 
und ich in Malzkow mich um 10.30 Uhr zur Schulbesichtigung bereit- 
halten sollten. Bei der ersten Morgenzigarre am Kaffeetisch hatten die 
Herren sich die Sache jedoch so überlegt, daß sie erst in Malzkow und 
danach in Lupow sein wollten. Während Ernst P. nun auf das pünkt- 
liche Erscheinen der beiden eingestellt war, sagte ich meiner Frau kurz 
vor Beginn des Unterrichts um 8 Uhr: "Noch siehst du mich ungerupft 
wieder!" Und es geschah, daß die Besichtigung meiner Schule um 8 Uhr 
begann. Es mag gegen 9 Uhr gewesen sein, als ein Junge aus Lupow mit 
einem Zettel bei meiner Frau in der Küche erschien: "Ist Lohrer bei dir1 11 , 
und meine Frau auf demselben Zettel antwortete: "Schon seit 8 Uhr wird 
mein Mann gerupft!1I Damit wußte unser Freund, wann seine Stunde 
schlagen würde. Wir haben am Abend des gleichen Tages in Lupow zu- 
sammengesessen und mit einer Flasche Wein den Vormittagskummer 
heruntergespült, wenn auch ein kleiner Ärger sich nicht beseitigen lassen 
wollte, weil doch eben manche geplante "V orführung ll durch die Stunden- 
planverlegung hatte wegfallen müssen. 
Als Organist und Kantor an der Kirche in Lupow hätte Ernst Pieper 
wahrscheinlich viel mehr leisten können, wenn er ein besseres Orgel- 
werk gehabt und seine Chorarbeit durch stärkere Beteiligung mehr Un- 
terstützung gefunden hätte. Unvergeßlich geblieben sind für alle Lu- 
49 


, 


., 


e
		

/31198-0014.djvu

			power Gottesdienstbesucher jene Augenblicke, wenn für einen Gefalle- 
nen im ersten Weltkrieg eine kirchliche Trauerfeier gehalten wurde. 
Dann intonierte der Kantor jedesmal den Chopinschen Trauermarsch auf 
der Orgel, um damit der Größe des Opfers gerecht zu werden und das 
Heldentum des Gefallenen besonders zu würdigen. Immer waren ihm 
die jeweils beteiligten Angehörigen zu tiefstem Dank verpflichtet. 
Vielen älteren Lupowern wird beim Lesen dieser Zeilen manche 
heitere Episode, die sich im langjähriQen Zusammenleben mit dem be- 
liebten Lehrer und Kantor zugetragen hat, eingefallen sein. Ernst Pieper 
war kein Freund von Traurigkeit; echter Frohsinn und sprudelnder Hu- 
mor waren ihm eigen. Als richtiger Schulmeister von dazumal liebte er 
den kräftigen Dreimännerskat über die Maßen und hing mit besonderer 
Liebe auch an seiner langen Pfeife, die zu jeder Unterrichtspause griff- 
bereit in der Hausflurecke neben der Klassentür stand. Wenn er Skat 
spielte, mochte er ungern verlieren; aber wenn er mit 30 oder 40 Pfennig e 
Gewinn davonkam, sagte er wohl hochbeglückt zu seiner Frau: ..Mutter- 
chen, morgen können wir uns Stuten kaufen!" Seinen Pfeifentabak bezog 
er bis zum ersten Weltkrieg von der Firma C. F. Gysae in Stolp. Es war _ 
bereits Tradition geworden, daß ihm im Oktober jeden Jahres ein "Vier- 
telzentner" des edlen Gewächses angeliefert wurde, bis der Ausgang des 
Krieges ihn zu anderen Maßnahmen zwang. Als ich während der Herbst- 
ferien 1918 - noch als Soldat - zufällig an seinem Garten vorbeikam 
stand Ernst P. auf einer langen Leiter in der Krone eines längst seiner 
Früchte ledigen Pflaumenbaumes. Auf meine Frage: ..Was machst du 
denn da, Ernst?" erhielt ich schlagfertig und kurz die Antwort: ..Tabak- 
ernte!" Später zeigte er mir einen umfangreichen Vorrat von getrock- 
neten Pflaumenblättern auf dem Hausboden des Schulgebäudes. Mit 
Pastor Hoffmann verband ihn aufrichtige Freundschaft. Es war u;nter den 
beiden Bediensteten abgemacht, daß die Predigt in der Kirche genau 22 
und und eine Beichtansprache 7 Minuten dauern dürfe. Diese Zeiten 
nutzte der Kantor weidlich und bis zur allerletzten Neige dazu aus, zu 
Hause seine Pfeife zu schmökern. Im allgemeinen ist das auch immer gut 
gegangen. Nur einmal kam er nach dem Amen der Predigt etwa zwei 
Minuten zu spät. Die Schuld lag aber nicht bei ihm; denn er war immer ein e 
Mann der Pünktlichkeit. Nein, der Pastor hatte aus besonderem Anlaß 
die Predigt kürzen müssen, und dieser brachte, um Entschuldigung .. 
bittend, die Sache auch wieder in Ordnung. ,., 
Es wäre leicht, noch weitere Einzelheiten aus dem Freund-nachbar- 
lichen Verhältnis herauszuheben. Wir blieben Freunde, auch als wir 
längst von Malzkow Abschied genommen hatten und nach Stojentin 
übergesiedelt waren. Uberall, wo Ernst Pieper hinkam, sprach er von 
der bevorzugten Lage seines Lehrer- und Kantorhauses in Lupow, die 
nach seiner Meinung im Vergleich mit anderen Kirchschulhäusern nicht 
überboten werden konnte. Wie schön, daß diesem echt pommerschen 
Schul- und Kirchenmann der Schmerz und die Trauer um den Verlust der 
Heimat erspart geblieben sind. Er ruht schon lange. 
Die Prachersleine 
Unweit des Dörfchens Lupow liegen hart an der Straße, die nach 
Schwarz- Damerkow führt, einige große Steine, die im Volksmund Pracher- 
steine genannt werden. Uber diese erzählt man dort folgende Sage: 
50 


In alten Zeiten kam eines Tages eine Bettlerfamilie zum Schloß und 
pochte ans Tor, um eine kleine Gabe zu erbitten. Der alte Kastellan 
öffnete und teilte bereitwillig und genügend aus. Die Fremden aber 
merkten, daß der alte Mann allein im Hause war, sie wurden dreister, zu- 
dringlicher und bedrängten ihn, wobei sie ihn umstießen und schließlich 
ins Gebäude eindrangen. Der Kastellan lag wehrlos da, halb betäubtj er 
rief um Hilfe, aber niemand hörte ihn. Da verfluchte er das Gesindel und 
rief laut: ..Fallt auch ihr, wie ich jetzt falle; werdet zu Steinen, wie eure 
Herzen, und bleibt am Wege liegen, zur Warnung den Nachkommen vor 
frevler Tat." Der Fremde aber sprang herzu, lachte laut und höhnisch auf 
und stieß dem Hilflosen ein Messer bis ans Heft in die Brust. Der Alte 
starb, und das Bettlervolk zog eilig fort in Richtung Schwarz-Damerkow. 
Als die Familie das Dorf verlassen hatte, begann jener schreckliche 
Fluch zu wirken und das richtende Schicksal seinen Anfang zu nehmen. - 
Der Mann stürzte, versuchte aufzustehen, aber vergeblich. Da trat etwas 
Seltsames ein, er verformte sich, bildete sich um zu einem klobigen Stein 
an der Landstraße. 
Die Frau und die Kinder jammerten, weinten, schrien herzzerbre- 
chend, aber vergeblich: vor ihnen lag ein Stein. Sie wanderten weiter, 
aber nicht lange, da wankte die Frau, sie wollte sich halten, klammerte 
sich an einen Baum, aber unwiderstehlich zog es sie zur Erde, und sie 
verformte sich zu Stein, zu kaltem, hartem Fels. Nun standen die Kinder 
da, in grenzenlosem Jammer, verlassen, allein auf der Welt, bis auch 
sie vom Schicksal erfaßt wurden und auch als stumme, mahnende Steine 
am Wege liegenblieben. 
Einige Alte erzählten noch, man habe in späteren Jahren versucht, 
die Steine fortzurücken, aber davon abgelassen, weil unten aus ihnen 
Blut geflossen sein soll, und so mögen sie noch heute dort in der Heimat 
liegen. 


, 


, 


:\
:.: ' 


Aufgeschrieben von Claus Bergmann, Bückeburg 


., 


$ 


, 



r. 



.t; 
. 


..,)L 
r
 



' (;' .... 
, t , 
rl . 
I ' 'p'i«' .
 
t ?#':
 
t 


., # . 
.::; -
,. 
}.. . 



\4. 


....
. 
4k 
!' ." 
.. 


Die Kirche in Zezenow Hochzeit in Zezenow (phot.: Zitzewitz) 
Auf eigengewebten Flachs- und LeinwandlOllen ging der Hochzeitszug zum Altar 
51 ,Ir rw I1p:
I"'\+ ...hJr>.e
		

/31198-0015.djvu

			Mein Zezenow 
Still, durchflossen von der Leba, an dem grünen Wiesenrain 
liegt ein teures Fleckchen Erde, ich nenn' es die Heimat mein. 
Oft bin ich als Kind geschritten durch die liebe Heimatflur, 
und ich durfte seh'n und schauen Gottes herrliche Natur. 
Hier lag auch das stille Dörflein, das mir lieb und teuer ist; 
froh gedenk' ich schöner Stunden, die mein Herz nie mehr vergißt. 
Wie oft hab' ich hier im Bunde meiner Spielgefährten Schar 
froh durchtobt die stillen Gassen, bis es oft spät abends war. 
Auf dem Brink die hohen Eichen sahen unsern Spielen zu, 
und wir hörten oft sie rauschen, Spielgefährte, ich und du. 
Und wenn dann der Winter nahte, eingehüllt in Schnee und Eis, 
wurden kälter Tag und Nächte, unsere Herzen wurden heiß. 
Dicht umschlossen von Kastanien war der Dorfteicb unser Ziel, 
und wir tobten, schlittschuhlaufend, wenn auch oftmals einer fiel. 
Doch am schönsten war die Weihnacht, wenn sie still herniedersank, 
und es tönte dann vom Kirchturm hell und jubelnd Glockenklang. 
Hell erstrahlten dann die Kerzen in dem stillen Elternhaus, 
Kinderaugen strahlten selig, bis die Kerzen löschten aus. 
Diese Weihnacht in der Heimat halt ich fest in meinem Herz, 
und ich denke in der Fremde oft zurück in wehem Schmerz. 
Wo sind alle Spielgefährten, Freunde aus der Kinderzeit? 
Viele sind in fremden Landen, viele in der Ewigkeit. 
Warum hat man uns verwiesen, warum trieb man uns dort fort? 
Haben wir das Recht verloren an dem teuren Heimatort? 
Heimweh hab' ich oft nach Hause, doch ich darf nicht heimwärts geh'n; 
mir verwehren fremde Völker, teures Heimatland zu seh'n. 
Dort spricht man jetzt fremde Sprachen, Heimatplatt, du bist entehrt! 
Du darfst dort nicht mehr erklingen, wie's die Mutter uns gelehrt. 
HeimatJdorf, durch deine Auen weht nicht mehr der Pommerngeist, 
wo einst deine Bauern schufen, ist es öde und verwaist! 
Aber tief in meinem Herzen trag' ich fest der Hoffnung Bild: 
Dereinst werd' ich wiederkehren, einmal wird mein Wunsch erfüllt! 
Horst Kraftschick 


Begegnung 
Herbstsonne sah durch die Wolken, vergoldete die alten Gemäuer 
und ließ den wilden Wein rot aufglühen, als ich in Bonn den D-Zug nach 
Stuttgart bestieg. "Dies ist der Fern-D-Zug nach Basel", sagte ein Herr 
im Abteil. "Oh, dann muß ich aussteigen", antwortete ich und trat in 
den Gang, wo gerade ein junger Schaffner seines Amtes waltete. "Ist 
dies wirklich nicht der Stuttgarter Zug?" fragte ich ihn -, er sah mich an 
und antwortete: "Kennen 'ne Frau mich nicht?" Versonnen stutzte ich, 
und wie im Traum sagte ich leise: "Doch! Du bist von Dieball, Walter!" 
Und Walter, der Schaffner, fiel mir um den Hals und weinte. Ich küßte 
ihn - einen Jungen aus unserm Dorf. Er war einer der letzten Heim- 
kehrer aus Rußland, hatte noch niemand von zu Hause gesehen. Um uns 
standen Fremde, doch alle wurden still über die Freude, wenn einer nach 
Hause kommt. L. v. Z.-Z., 1952 
52 


- 


-- 


,\) 


t) 


e 
t 


Das Schloß in Zezenow 


, 
t 


Zezenow 
Aus einem "Eine Gemeinde, wie sie sein soll" betitelten "Bericht 
eines Württembergers, wie er die Gemeinde Zezenow im Jahre t 739 
unter dem Pastor Beyer bei einem Besuche traf", abgedruckt im "Stolper , 
Kirchenblatt" vom Januar 1939, ist folgendes entnommen: 
Das Dorf Zezenow ist ein geringer .Ort von etwa 250 Einwohnern. 
Gleichwie es in fast ganz Hinterpommern ist, daß die meisten Dörfer 
unter Leibeigenschaft der Landedelleute stehen, so sind auch in diesem 
Dorf alle Einwohner Leibeigene, und zwar, daß sie fast nichts Eigenes ha- 
ben, indem Häuser und Felder dem Edelmann gehören, dem sie sein Feld 
das ganze Jahr bauen und seine anderen Geschäfte versehen müssen. Da- 
für bekommen sie nach Proportion der Familie ein Stück Acker zu' ihrem 
kümmerlichen Unterhalte. Wenn sie auch etwas ersparen, kann es ihnen 
der Herr nehmen, und sie selbst, wie ihr Vermögen, an andere Herrschaf- 
ten verkaufen. Es verdient dieser Punkt von denen betrachtet zu werden 
welche bei so vielen und großen Vorteilen, in denen sie vor jenen stehen: 
dennoch allzu sehr über ihre allzu harten Zustände murren und klagen. 
Der vorige Zustand dieser Gemeinde war nach allgemeinem Zeugnis 
sehr betrübt und elend. Es war nicht nur eine große Unwissenheit unter 
denselben, sondern es gingen auch gräuliche Sünden im Schwang, die 
man an vielen Orten gar nicht nennen hört. Sie hatten weit und breit 
einen bösen Namen wegen der ganz gemein gewordenen Zauberei, und 
niemand hatte Lust, ihr Nachbar zu sein, weil nichts vor ihnen sicher 
war. Der vorige Pastor konnte in seinen Reden nicht genug eifern, und 
nicht genug die vielen Uebeltaten bestrafen. Nachdem sie durch die 
Gnade auf einen besseren Sinn gekommen waren, haben sie selbst eine 
Menge Sündengreuel bekannt und vermaledeit. Das von Gott aus- 
gerüstete Werkzeug zu dieser Erw
ckung war Pastor B eck e r. 
53
		

/31198-0016.djvu

			Er ist aus Zipkow gebürtig und eines Verwalters Sohn. Als er noch 
nicht lange in Halle zu studieren war, und auch noch nicht 19 Jahre alt 
war, wurde das Pastorat Zezenow frei. Weil er nun dem Oberpräsiden- 
ten von Massow; dem Patron von Zezenow, bekannt, auch der kassu- 
bischen Sprache kundig war (in Zezenow waren kaum 30 deutsche Per- 
sonen, die übrigen aber alle Kassuben), so wurde er bald berufen . . . 
Hier wurde der Anfang zu der großen Erweckung gemacht. . . . Die 
Erweckung war in Zezenow und Poblotz fast ganz allgemein. Es war eine 
mächtige Regung und Bewegung. Aber auch unter den Unbekehrten 
haben alle in die Augen fallenden Exzesse aufgehört. Sie haben ohne 
des Herrn Pastors Erinnern alles Spielen, Tanzen, Volltrinken, alles 
Fluchen, Schwören, Stehlen und Zaubern gänzlich weggeworfen, so daß 
in sechs Jahren kein Diebstahl gewesen ist, daß auch kein Casus einer 
Hurerei vorgekommen ist. Es ist niemand in Zezenow, welcher nicht 
Uberzeugung von der Wahrheit hat und weiß, wie es mit ihm sein sollte. 
Zu bedenken ist aUch diese Erweckung, wenn man die Leute betrachtet, 
welche von der Gnade überrneistert "\-\Forden sind. Die meisten können 
unter der Last ihrer Leibeigenschaft fast nicht aufstehen und waren vor- 
her ganz irdisch gesinnt, in der größten Unwissenheit, Blindheit, ja 
Dummheit. Ihre Kinder sind so wohlgesittet, als wenn sie in 
iner wohl- 
kultivierten Stadt, nicht aber in einem kassubischen Dorfe erzogen 
wären. 


1,' 


L
_ 


.
\ 
"i'
. 
<":__', 
:,.,--
......

 
'.. i 
... 
.. .+ 


- 
"?t 
.. 


.
."'
fi 



. 


i: 
: 
 
':"', 
.: .-. 
.--'.,.. : ... -; 
; - j:":- 
( 
,: + 
I. 


.w
 . 


,- . 

 -- 
 : 
 AIf'!' 
, ....... 
I 
J 1 11""' 
H 
'f1 :: 


, 


x., 
y;,. 


I. 
I 


-.I..- 
 -..:1 


9'- 


-. 


, t 


."' ., 1 
f f 
i . 


\ 
... 
, 


Das "Rittmeisterbild" 
aufgenommen vor dem ersten Weltkrieg in Zezenow, als Graf von Zitzewitz (sen.) 
Rittmeister der Landwehrkavallerie wurde. 
Der alte Graf mit seinen Söhnen und drei Schwiegersöhnen, nämlich Dr. Heinrich v. Zit- 
zewitz, Wilhelm-Siegfried v. Z.-Zezenow, Georg v. Z.-Schlackow, Landeshauptmann Ernst 
v. Z.
Kl.-Lublow, Günther v. Z.-Kl.-Machmin, Georg v. Boehn-Lojow, Karl Frh. v. Albedyhll- 
Adamsheide, atto v. Below-Kaudischken. 
(Sämtliche Herren sind Rittmeister bis auf Hauptmann v. Boehn) 
54 


, 


, 


e 


e 


(t 


Neben diesem, daß man unter gemeinen und vorher ganz verwil- 
derten Leuten nunmehr so großen Verstand antrifft,' ist auch dies zu ,be- 
wundern, daß der HERR in selbiger Gegend ziemlich unter die Edelleute 
gegriffen hat. Hohe und niedere Offiziere und ihre Gemahlinnen habe? 
den Herrn Jesum liebgewonnen, und ihre Weltvorteile demselben mIt 
Freuden geopfert . . . Ich kann bezeugen und aus dem Mund de.r eig
- 
nen Herrschaft berichten, daß, seitdem der jetzige Pastor da ist, SIe weIt 
bessere, fleißigere, gehorsamere Untertanen haben als vorhin, und des- 
wegen sehr wohl zufrieden sind. Es sind dem Pastor sehr vi
le aus .der 
Nachbarschaft zugelaufen, die sich an ihn halten und von Ihm leIten 
lassen. 
. . . Es ist nunmehr etwas über drei Jahre her, so schlug das Wetter 
in die Zezenower Pfarrscheune und legte fast alle Gebäude in Zezenow 
in Asche, auch den Herrenhof. Weil alles mit Stroh gedeckt war und ein 
guter Wind wehte, so stand bald alles in Flammen. Das Haus des Schul- 
zen Pawel Gawroic blieb stehen. Wie aber Gott diesen Brand über sie 
verhängt hatte, so hatte er auch schon tätige 
erzen bestimmt und er- 
weckt, die ihnen durch reiChliche Beiträge diesen Schaden einigermaßen 
ersetzten. 


cf 


Martin Rohde: 


.ce 


..Concordia u , 
..Gesellschaft zur Eintracht" 
"Tages Arbeit, abends Gäste, saure Wochen, frohe Feste." 
(W. v. Goethe) 
Zu den Vereinigungen, deren Ziel die Pflege der Geselligkeit im 
Rahmen kultivierten Bürgertums war, gehörte in Stolp die "Gesellschaft 
zur Eintracht", in der Zeit vor dem ersten WeltkriE
ge unter "Concordia" 
bekannt. Die "Mutter" der "Concordia" dürfte die Bürgerschützengilde 
gewesen sein; denn Mitglieder der Gilde bildeten mit anderen Bürgern 
aus Handwerker- und Gewerbekreisen den "Stamm" der "Eintracht" und 
ein besonderes Zimmer im ersten Stockwerk des Schützenhauses trug den 
Namen "Concordiazimmer u . 
Das Wirken der "Concordia" beschränkte sich auf drei Veranstal- 
tungen während einer "Saison": 
1. Im September oder Oktober an einem Sonntag nachmittags Kaffee- 
tafel mit Streichkonzert im großen Saal des Schützenhauses, anschlie- 
ßend Abendessen in der Glasveranda und den Nebenräumen nach freier 
Wahl, danach Ball. (Anzug für Damen Samt oder Seide, für Herren 
"Bratenrock", später Cutaway oder Smoking.) Zur Nachmittagsveranstal- 
tung hatten auch die Kinder Zutritt, für die es eine Polonäse mit Tanz und 
"Uberraschungen" in Form von Süßigkeiten gab. 
2. Am Silvesterabend großer Silvesteroall (Anzug für Damen Ball- 
toilette, für Herren Frack oder Smoking). Vorauf ging eine Theatervor- 
stellung, "Fledermaus", "Gräfin Mariza" oder ähnl. 
3. Im Februar Maskenball. 
Es war schl
chthin der Stolper Maskenball. Hierfür wurden auch 
Einladungen an Nichtmitglieder ausgegeben, und zwar dergestalt, daß 
jedes Mitglied berechtigt war, eine Anzahl von Personen - Freunde, Be- 
kannte, Verwandte - namhaft zu machen, die eingeladen zu werden 
55 


,«t
		

/31198-0017.djvu

			wünschten. Ohne Berufung auf ein Mitglied, das für den Einzuladenden 
bürgte, erhielt niemand Zutritt. Die Auswahl der Einladu
gen erfolgte 
durch den Vorstand und Gesellschaftsrat, wobei ein strenger Maßstab 
in bezug auf Leumund des Einzuladenden angelegt wurde. Zu den beiden 
erstgenannten Veranstaltungen konnten in Einzelfällen auch jüngere, 
ledige Herren Einlaß finden, wenn sie dem Vorstand als gutbeleum.
et, 
angenehme Gesellschafter und flotte Tänzer für die heiratsfähigen Toch- 
ter der Mitglieder bekannt waren. Alleinstehende Damen hatten es noch 
schwieriger; für sie galt allgemein die Bedingung, daß sie in Begleitung 
einer Mitgliedsfamilie erschienen. 
Für den Maskenball wurden drei Kapellen engagiert: auf der Bühne 
Streichmusik, auf der Galerie Blasmusik, in der Glasveranda Jazzband. 
Das Betreten des Saales war nur den Masken gestattet, also in vollstän- 
diger Kostümierung mit Gesichtsmaske. Zuschauer in der Loge hatten 
ebenfalls eine Gesichtsmaske zu tragen, solche auf der Galerie mußten , 
vor dem ersten Weltkrieg mindestens mit dunkler Brille erscheinen. 
Die Mitglieder des Vorstandes und Gesellschaftsrates waren durch 
Frack und Zylinder und eine blau-weiße Rosette im Knopfloch des Re- 	
			

/31198-0018.djvu

			Es werden jetzt für Private und Handwerker Kredite gegeben. In Wob e s d e hat ein 
Fleischer auf dem Grundstück von Karl Hopp eine Fleischerei aufgemacht. Fürs erste sollen 
nach Wobesde ein Bäcker und ein Friseur kommen. Auch wurde von einer Gastwirtschaft 
gesagt. Aus dem Patenkreis 
Das neue K r eis hau s des L a n d k r eis e s Bon n ist iertiggestellt. Im Februar 
ziehen die ersten Abteilungen der Kreisverwaltung in den langgestreckten Neubau an der 
Bachstraße und Wittelsbacherring. Es wird ein ..Haus der Stille", denn die Techniker 
haben eine neue Trittschalldämpfung eingebaut. Rund zwei Millionen Mark hat der Land- 
kreis dafür ausgeworfen. In alten Baumbestand eingefügt, bieten 16363 Kubikmeter um- 
bauten Raumes im dreigeschossigen ..politischen" Trakt und den jeweils zweigeschossigen 
Mittel- und Seitenflügeln insgesamt 2725 Quadratmeter Nutzfläche. Hinzu kommen die 
Kellerräume. In den Fundamenten wurde berücksichtigt, daß der zurückgesetzte Mittel- 
trakt eines Tages auf insgesamt sieben Geschosse aufgestockt wird, während der Trakt 
des Gesundheitsamtes im Endzustand vier- bis fünfgeschossig sein wird. Im Vestibül 
(Haupteingang Bachstraße) erwartet den Besucher ein Kunstgemälde von Kunstmaler 
Adam (Frankfurt). das die Industrie und Landwirtschaft des Kreises allegorisch darstellen 
soll. Vor das Fenster wird eine Blumenkrippe komponiert. Vorbei an einer Garderobe 
kommt man in den großen Sitzungssaal, dessen Stirnseite durch ein Wappenfenster unter- 
brochen wird. Das Fenster zeigt in einer Lichtschleife zwischen den Wappen der Land- 
kreise Bonn und Stolp die der Städte Bad Godesberg, Beuel, Rheinbach und Meckenheim. 
Zum "politischen Teil" des Baues gehören zwei kleine Sitzungszimmer und ein größeres, 
die S t 0 I per S tub e. Hier werden Wappen aus Eichenholz an die Patenschaft des 
Kreises Bonn über den Kreis Stolp erinnern. In zwei Schranknischen sollen Funde und 
Erzeugnisse aus der pommerschen Heimat aufgestellt werden. Man rechnet mit Leih- 
gaben der Landsmannschaft und privater Stellen. Außerdem sind alte Stiche, Gemälde 
und Photos vorgesehen. Sie sollen von Zeit zu Zeit gewechselt werden, um einen mög- 
lichst reichhaltigen "Anschauungsunterricht" zu bieten. . . 
(Aus dem Bonner ..Generalanzeiger") 







 
j[
t 
.Iii 
.
i';' ;1t
 
":.
'
 i 
!s . 
I
 .
J.' ,f,i_ 
 
: . . ; 
 u i 

 , 
.t " 'i
fSi 
. I-lIt 
., . i 1-;' 
t f :
,.r
" 

 
;,:,.(' "':
" ;"/
 



 

 i 
\J l" 
.. ..I:.
' -.- 


Il- 

"{ -""'. 

.' J 
'-1 


if;li
 .
' :1
e
.
 
,

 . 
 . ' , ' 
'; 
 . . -;.., . , 
 '. 
, " 
-
... 


,-I 
..;;;:;.j 


;i: .(}.."; r. 
1.1 j J J :Jj1 
,;;f I 
.' .,'
 ,it'; 


.1 


... 
It : 
'- 
.. 
cf 
' 
 


h ". 

:, :! :.
 .',. ,- 


I.
!'J 


.
:Cfiji.' 


",.,
.. t' ' 


"
", 


" ':':"::",' 


,,:r-) 
L_____ ! 


;;;'ti.
 


Das neue Kreishaus in Bonn 
Der Bürgermeister von Bad G 0 des b erg, Hopmann, erhielt eine Amt s k e t t e , 
die ihm in feierlicher Weise überreicht wurde. Die von dem Godesberger Gold- und 
SilberschmiedemeisteT Herbert Seufert geschaffene kunstvolle Kette wird das Stadtober- 
haupt bei offiziellen Anlässen künftig tragen. Die Bildmotive der Kette sind fast in jeder 
Einzelheit mit der Geschichte der Stadt Godesberg verbunden. Die Grundlage war, die 
acht Dorfgemeinschaften, die ja erst die Stadt Bad Godesberg ermöglichten, zu symboli- 
sieren. Acht Kettenglieder aus Silber zeigen auf einer Unterlage von purpurrotem Samt 
kleine, aus Gold ausgeschnittene Silhouetten der Kirchen dieser Ortsteile unter einem 
Bergkristall, der sie fast plastisch erscheinen läßt. Godesbergs Michaeliskapelle, Muffen- 
dorfs alte Kapelle, die Pestkapelle von Schweinheim, der Turm der alten Kirche in Rüngs- 
dorf, Mehlems alte Kapelle im Oberdorf und die Kirchen von Lannesdorf, Friesdorf und 
Plittersdorf sind zu erkennen. Die einzelnen Glieder erhalten ihre Mitte in einem Wap- 
penschild und dem Stadtwappen. Darunter ziert das Wappen von Kur-Köln einen sil- 
bernen Anhänger, der acht violettIeuchtende Amethyste trägt. Kur-Köln ist ja durch 
Burg und Redoute innig mit der Entwicklung der einzelnen Dorfgemeinschaften verbunden 
gewesen. (GAnz.) 
58 


- 


- 


'ilr. 



 


. 


Die Preisfrage 
in der Januar-Ausgabe scheint Kopfzerbrechen gemacht zu haben. Die Aufnahme ist 
allerdings auch mehr als 30 Jahre alt. Sie zeigt nicht ein Haus in der Holstentormauer- 
straße am Klosterhof oder ein Haus an der Stadtmauer nahe am Rosengarten, sondern 
das alte Haus mit Stadtmauer, an dessen Stelle Kaufmann Friedrich Boes nach dem ersten 
Weltkriege das "Hansahaus" erbaute. Karl Willer schreibt dazu: "Während meiner Schul- 
zeit in der Knaben-Mittelschule (1914-1922) führte der Schulweg hier vorbei. Auf dem 
Heimweg wurde an dieser Stelle haltgemacht, Schulranzen abgelegt und am Mauerwerk 
hinaufgeklettert. Am rechten Baum auf dem Bild, welcher fast dicht an der Mauer stand, 
klammerten wir uns mit Armen und Beinen fest und nitschten runter. Der Baum Wdr an 
der Mauerseite schon blank gescheuert. Eines schönen Tages kam Polizist Witt und trieb 
uns fort. Ja, das waren schöne Zeiten'" 
Einen Preis erhielt Walter Gurgel (Lüdenscheid). 
Die neue Preisfrage bringt wieder ein altes, ja, noch älteres Bild, aber die darauf ab- 
gebildete Straße ist trotz aller Veränderungen noch zu erkennen, wenn auch das Haus 
ganz links auf dem Bilde durch ein bekanntes Gebäude ersetzt worden ist. 
LösunJen erbeten bis spätestens 28. Februar. 
Was ist das? 


. 


'



j 
': :"

" 
 
;1 ¥
.yt 
. ' 


\. 



. 



:,.

:t::.-

' 


i.. 
 .....- 
, '> '"' 
'(- 


... 


, 


"'.: 


?/.';c
'ziJ
' 


;,'f: 



: 


! 


'\ ;' ( 
-l
 _ 
111 :l:;-J 
 



 


.. i 


"'"''-'" .:t' 


'. 


;'\



:{ :,,<' . 


,-,-. 
r. 

J ... 


. 


Die "Pommersehe Zeitung" - "Pommernbrief" 
brachte in ihren Januar-Ausgaben über Stolp folgendes: 
..Abwanderung der Polen" (auch aus dem Kreis Stolp wollen Polell Ostpommern ver- 
lassen); .. Wie Stephan nach Berlin kam" von Hugo Krause; "Heimat Rowe - Kleinod der 
Maler", von Jürgen Wegener (mit vier Zeichnungen: Rita Hastigsputh, Vater Tunneck, 
Paul und Paula Kemp und einem Olgemälde ..Fischerfamilie") ; ..Stolp, Stadt der Krimi- 
nalität" (gut organisierte Schwarzbrennerei, Hochburg des Alkohols und des Verbrechens, 
regelrechte Raubzüge durch Kinderbanden) ; "Die süßen Käfer" in Stolp, von Helmut 
Stube; "Stolp erste Luftbrücke zwischen Pommern und Ostpreußen" , von Otto 
Bauschke; ..Lupowmündung", Gedicht von Klaus Granzow, nach dem Gemälde von Max 
Pechstein, der am 31. 12. 1956 75 Jahre alt geworden wäre; der am 10. Januar 1957 in 
Stolp abgefahrene Aussiedlertransport brachte aus den Stolper Kreisen: Otto Dehn aus 
Hebrondamnitz, Margarete Groth und Enkel Peter sowie Hermann und Emma Sonne- 
mann aus Karzin, Wilhelm und Marta Thrun sowie Ernst Köplin aus Starnitz, Marta und 
Lydia W.J.ndtke aus Giesebitz, Karl, Auguste und Emma Barnow aus Klucken, Margarete 
und Peter Kleist aus Rumbske, Emil und Emma Laabs aus Rathsdamnitz, Wilhelm und 
Auguste Lietz aus Stolp, Inf.-Straße 6; Funkleuchtturm aus Schweden soll in Stolpmünde 
aufgestellt werden; Landarbeiter verlangten in Stolp auf Wahlversammlungen Rückgabe 
Ostpolens und Aufgabe Ostdeutschlands; Klaus Granzow (Mützenow) berichtet von dem 
'I heaterensemble "Der Vorstoß", dem er angehört; Maria Fein berichtete im UKW-Pro- 
gramm des NDR über ihr erstes Gastspiel in Stolp. 


59
		

/31198-0019.djvu

			Von den Stolper Gruppen 
B er I in: Das 87. Treffen wird wohl allen Landsleuten in guter Erinnerung bleibpn, 
da wir die Freude hatten, einen Landsmann aus dem Stolper Kreise unter uns zu sehen. 
Alles lauschte auf die Berichte, wie es jetzt in unserer Heimat aussieht. Herzlichsl wur- 
den die Grüße der dort lebenden Landsleute erwidert. Zum Schluß des offiziellen Teils 
wurde die Wahl der Delegierten zur PLM durchgeführt. Nächstes Treffen am 3. Februar 
ab 15 Uhr beim "Alten Fritz" in Tegel. 
K ö In: Am 13. Januar fand das fünf jährige Stiftungsfest im "Hotel Stadt Nürnberg" 
statt. In Vertretung von Frau Dörr begrüßte Lm. Kieber die zahlreich erschienenen Stolper 
Heimatfreunde und gab die erfolgte Vereinsgründung bekannt. Die Jugend brachte Musik 
und ein schönes Stolper Heimatgedicht zum Vortrag. Nächste Zusammenkünfte am 10. Fe- 
bruar und 10. März im "Hotel Stadt Nürnberg", Köln, Waisenhausgasse 15. 
K i el : Bei der ersten Zusammenkunft im neuen Jahr am 5. Januar dankte der 1. Vor- 
sitzende, Lm. Hoedtke, allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen der Advents- 
feier beitrugen. Sie hatte wieder einmal eine große Gemeinschaft von über hundert 
Stolper Landsleuten vereint und ihnen Besinnung und Freude geschenkt. Nächste Zusam- 
menkunft am 2. Februar (Kappenfest). Jahreshauptversammlung am 2. März. 
Wie s bad e n: Bei einer Zusammenkunft der Pommern sprach der Wiesbadener e 
Oberbürgermeister Dr. Mix (früher Bürgermeister in Stolp) über "Schöpferische Verwal- 
tung im deutschen Osten". 
Harn bur g : Bei der Zusammenkunft im Januar überraschte Herr Pastor Dr. Echter- e 
nach die Stolper in Hamburg mit einem Bericht über seine Amerikareise im Spätsommer 
des vergangenen Jahres. Dr. Echternachs Schilderungen waren in ihrer Anschaulichkeit 
kaum zu übertreffen und vermittelten den Zuhörern viele Aufschlüsse über die Verhält- 
nisse in den USA und über das Denken und das Verhalten der Menschen jenes Kon- 
tinents. Bei unserer Zusammenkunft im Mai wird Pastor Dr. Echternach seinen Bericht mit 
Lichtbildern fortsetzen und ergänzen. Am Mittwoch, dem 20. Februar, treffen wir uns um 
20 Uhr im Remter zu unserm nun schon traditionellen Lungwurstessen. 
Bon n : Unter der Uberschrift "S t 0 I per ehr t eng roß e n So h n" berichtete die 
"Neue Rhein-Zeitung" über einen Heimatabend der Stolper: "Ihres größten Landsm]nnes 
gedachte die Stolper Heimatgruppe in Bonn bei einem Heimatabend im "Hotel zur Post" 
in Beuel. Es ist der vor 126 Jahren geborene Reichspostmeister und Gründer des 
Weltpostvereins, Heinrich von Stephan, der als Postlehrling in Stolp seine Laufbahn be- 
gann. Legationsrat W. Stubbe gab einen Lebensabriß von Heinrich von Stephan, der in 
der Holstentorstraße in Stolp als Sohn eines Schneidermeisters geboren wurde. Früh habe 
Stephan schon im Zeitalter der Postkutsche den Anbruch des technischen Zeitalters ge- 
spürt und mit dem Weltpostverein die Grundlage für die weltumspannenden Posteinrich- 
tungen geschaffen . . ." "Stolper blickten staunend auf den Mond", überschrieb der 
Bonner "Generalanzeiger" seinen Bericht: "Große Söhne einer kleinen Stadt. - Ein Bild 
des Planeten Erde, von einer V2 aus gemacht und andere aufschlußreiche Experimental- a 
fotos aus der angewandten Physik zeigte Professor Dr.-Ing. Hubert S c h a r d i n (Frei- ., 
burg) seinen in Bonn wohnenden Landsleuten aus Stolp. Schardin erläuterte an Bei- 
spielen, welche Möglichkeiten heute die Naturwissenschaften haben, um Unsichtbares 
sichtbar zu machen. Die Stolper und ihre Freunde aus dem Bonner Raum blickten auf _ 
den Mond und erfuhren, daß die 60 Prozent der für uns erfaßbaren Mondoberfläche schon 
exakter vermessen seien als der Planet Erde. Man weiß, daß die höchsten Berge auf dem 
Mond rund 8000 Meter hoch sind. Auch die Doppelknalle, die beim Durchbrechen der 
Schallmauer durch Düsenjäger entstehen, wurden bildlich dargestellt. Selbst die "Knall- 
welle" eines platzenden Luftballons hat man photographiert und ausgewertet. An die 
Postkutschenzeit gemahnte gegenüber dem eindrucksvollen Aufgebot technischer Er- 
rungenschaften der Vortrag von Legationsrat W. Stubbe über die Bedeutung Heinrich 
von Stephans . . . Landrat Dr. Hirschmann, der als "Patenonkel" neben drei Kreistags- 
abgeordneten und Bürgermeister Link sowie dem Stadtdirektor von Beuel begrüßt worden 
war, gab als Neujahrsüberraschung bekannt, daß im neuen Kreishause auch eine "Stolper 
Stube" eingerichtet werden soll." - Der älteste anwesende Stolper, der 90jährige Alt- 
bürgermeister von Wundichow, Emil Sieg, meinte nach dem Schardinschen Vortrag, der 
allgemein als "Attraktion" angesehen wurde, wenn er nicht schon 90 Jahre wäre, möchte 
er wohl bei Prof. Schardin studieren, so klar und einleuchtend habe dieser die For- 
schungen und Vorgänge geschildert und aufgezeigt, wie weit der Mensch heute bereits in 
die Welt des Unsichtbaren eingedrungen sei. 
L übe c k: Auf der Jahreshauptversammlung wurden Dr. Kusrnfeldt, Franz Pirsern 
und Hubert Thrun einstimmig wiedergewählt, außerdem Gatzke (Srnlawe). 


60 


r. 



 


. 


Familiennachrichten 
Geburtstage: 
gJ J. 1. 2.: Anna H i I d e b ra n d t (Kl. Auckerstr. 30), Frankfurt/M., Cronstetterstr. 57 
8
) J. 16. 1.: Heinrich Ger so n (Stolpmünde), Oldenburg (0), Schleusenstr. 1 
88 J. 1. 2.: Frau v. Z i tz e w i t z (Budow), Beuel-Rheindorf, Gensemerstr. 16 
87 J. 5. 2.: Maurer August C z e c h (St.iftstr., Rentnerheim, früher Schlawer Str. 90), 
Grammentin bei Stavenhagen (Meckl.) 
13. 3.: August Sc h u I z (G. Roßstr. 24), Pulheim b/Köln, Am unteren Weg 
13. 1.: Ww. Berta Vl i e den h ö f t (Gr. Auckerstr. 34), Bargfeld ü/Bad Olde
loc 
8.5 J. 22. 1.: Adeline Kau t z, geb. Rätzke (Rathsdamnitz), Schwerin (Meckl.) 
29. 1.: Ww. Anna F e d d eck, geb, Ticks (Stolp, Große Gartenstr. 20), 
Biederitz bei Magdeburg, Harnackstr. 4 
83 J. 13. 2.: Anna Bol z (Wollmarktstr. 15); Flensburg, Mürwikerstr. 42, b. Schmidt 
82 J. 26. 2.: August Go e den (Blumenstr.22), W-Elberfeld, Platz der Republik 5 
81 J. 14. 2.: Ottilie S 0 n t 0 w ski (Holzstr. 6). DRK-Heim Weddelbrooek, Kr. SegebcH] 
80 J. 2. 1.: Landw. u. Musiker Otto Dun s t (Weitenhagen), Ilow, Kr. Wismar 
8. 1 : Ida Hili f p a p , (E.-M.-Ardtstr. 20), Ruthen/Möhne, Hochstr. 23 
4. 2. A)hcrt Bot hin (KL Brüskow), Düsseldorf-H., Heerdter Landstr. 228 
20. 7..: Minn -- Zoll dan (Schönwalde) , Holzminden, Wilhelmshütte 2 
22. 2.: Hauptlehrerwitwe Ida Pi gor s c 11 (Schmolsin), CeIle, Schackstr. 16 
26. 2.: T 	
			

/31198-0020.djvu

			DIe Verlobung ihres Erstgeborenen 
AI fr e d mit Frl. Hilde Klo c k 
geben bekannt 
Margarete und Johannes Voß 
Lübeck, Kleine Gröpelgrube 13 
früher Stolp 
In Dankbarkeit und Freude zeigen wir 
die Geburt unseres zweiten Jungen 
an. CHRISTIAN 
Waltraut Reetz, geb. Sitter 
Gerhard Reetz 
lübeck-Kücknitz, Vorderste Fidlteln 2 
früher Stolp, Schlawer Straße 4, und 
KIeme Auckerstraße 10 
-- - 
Die Geburt ihres zweiten Kindes, Gun- 
dis Brüderchen 
HELGE CHRISTI AN 
geben in dankbarer Freude bekannt 
Anneliese Sycb, geb. Schönebeck 
Dr. agr. Erwin Sych 
Berlin-Lankwitz, 6. Januar 1951 
Trachenber gweg 44 - früher W obesde 
Wir sind glücklidl; die Geburt unseres 
cIsten Kindes, LUTZ, anzeigen zu 
können. 


In dankbarer Freude 
Edda Mertins, geb. Pinnow 
Dipl.-Hdl. Klaus Mertins 
Osnabrück, 11. Jan. 1951, Buersdle Str. 7 
früher Stolp und Rathsdamnitz 
Ihre Vermählung geben bekannt 
EBERHARD DEUTER 
LUlSE DEUTER, geb. Kelling 
Lübeck, Seydlitzstraße 16 
trüher Stolpmünde 
Nachruf 
Am 21. Februar 1953 starb plötzlich 
n
ein lieber Mann, unser guter Vater, 
der Kaufmann 
RICHARD SCHRUDER 
im Alter von 11 Jahren. 
Minna Scbröder, geb. Boll 
Irmgard Kauffeldt, geb. Sdlröder 
Hildegard Mertes, geb. Sdlröder 
Ingeborg Rosalski, geb. Schröder 
Seddin bei Neustadt / Dosse, Kr. Kyritz 
trüher W obesde 
Am 14. Dezember 1956 verstarb nadl 
kurzer Krankheit, fern der lieben Hei- 
mat, in Gr.-Belitz (Meckl.) unerwartet 
unsere liebe Schwester, Tante, Schwä- 
gerin und Kusine, Fräulein 
ILSE VILLMOW 
im Alter von 33 Jahren. 
In stiller Trauer 
Familie Alfred Villmow 
Kurt Villmow 
Eeiersdorf/Falkenberg (Elster) 
HÜffime/Kassel, früher Veddin 


Wir haben uns verlobt 
HILDE KLOCK 
ALFRED VOSS 
DipL-Kfm. 


H amburg 6 
Schäferstraße 28 


Hamburg 13 
Bogenstr. 3 


Am 18. Dezember 1956 wurde für Karin 
und Claus ein Brüderchen 
MICHAEL-PETER 
geboren. 
In großer Freude 
Elisabeth Dobberstein, geb. Frese 
Eduard Dobberslein 
Aumühle (Bez. Hamburg) 
Oberförsterkoppel 12 


Die glückliche Geburt unseres Töchter- 
chens 


. 
. 


STEPHANIE 
zeigen wir hocherfreut an 
Karl-Heinz SchuItz 
Sigrid SchuItz, geb. Lotz 
Hamburg-Wandsbek, 15. Januar 1951 
Zollstraße 101 


Ihre Vermählung geben bekannt 
KURT KNECHT 
URSULA KNECHT, geb. Kirk 
642 NO Plymouth Los Angeles 4 Calif. I 
11. November 1956 (USA) 
früher Stolp, Richthofenstraße 4, 
und München, Robert-Kodl-Straße 2 


Ihre Vermählung geben bekannt 
EBERHARD HEINEMANN 
ANGELA HEINEMANN, geb. Groß 
Osterrade, den 29. Dezember 1956 
Post Sehestedt, Kreis Rendsburg 
früher Stolp und Stolpmünde 


Am 21. August 1956 ist der langjährige 
Verwalter des Rittergutes Kl.-Gluschen 
Herr FRIEDRICH WAGNER 
nach kurzer Krankheit in Königsberg 
in Bayern, Stadtgut, gestorben. 
Wir werden das Andenken des Ent- 
schlafenen, der seine ganze Kraft für 
unseren Betrieb eingesetzt hat, in 
Ehren halten. 
Im Namen der H i r s e kor n . schen 
Erbengemeinschaft - Kl.-Gluschen 
Hedwig Hirsekorn, geb. Banse 


'. 


. 


Am 20. Dezember 1956 ist nach kurzer, 
schwerer Krankheit unsere liebe Mut- 
ter und Oma, Frau 
ANNA NITZ 
im 86. Lebensjahr entschlafen. 
Im Namen aller Angehörigen 
Karl Nitz 
Syke, Hohe Straße 14 
früher Stolp, Lange Straße 47 


62 


Am 22. Dezember 1956 ist plötzlidl und 
unerwartet, mitten aus der Arbeit, mein 
lieber Mann, unser herzensguter Vater, 
der Bäckermeister 
JULIUS ALBRECHT 
im 59. Lebensjahre von uns gegangen. 
Im Namen der Hinterbliebenen 
Maria Albrecht, geb. Beckmann 
Göttingen, Holtenser Landstraße 5 


Am 22. Dezember 1956 entsdllief nadl 
kurzer, schwerer Krankheit, unfaßbar 
für uns alle, unser lieber, treusorgen- 
der Vati, unser lieber, guter Sohn, 
Bruder und Schwager, der 
V ermessungs- Ingenieur 
PAUL BLUM 
im Alter von 41 Jahren. 
In tiefer schmerzvoller Trauer 
CharloUe Blum, geb. Nemitz 
Klaus Blum 
Joachim BIum 
\Villi BIum und Frau 
Rodenberg /Deister 
Siegfried Nemitz und Frau 
Gehrden (Hannover) 
Rostock, Friedrich-Sildler-Straße 15 
früher Stolp, Pionkestraße 11 


Plötzlich und unerwartet starb am 
22. Dezember 1956 in Ulitz, Kreis 
Schwerin, unser lieber Vater, Sdlwie- 
gervater, Opa und Uropa 
ALBERT WOBSER 
im 82. Lebensjahre. 
Er folgte unserer lieben Mutter nach 
1 Monaten. 
In tiefer Trauer 
Hans Wobser 
Erna Wobser, geb. Resem 
Kurt Wobser 
Elisabeth Wobser, geb. Thrun 
Gerda, Ursula und AnneUe 
als Enkel 
Jürgen als Urenkel 
Schwerin, Stalinstraße 321 
Paderborn, Kilianstraße 60 
früher Stolp, Richthofenstraße 1 


Am 23. Dezemher 1956 entsdllief im 
KI ankenhause zu Northeim meine 
liebe Schwester, Frau 
GERTRUD WILKE, geb. Carl 
aus Stolpmünde, Hauptstraße 33 
im Alter von 65 Jahren. 
In stiller Trauer 
Gerhard Carl 
Goslar, Schlüterstraße 9 


Am 4. Januar 1957 entschlief plötzlich 
und unerwartet infolge Herzschlags 
mein inniggeliebter, unvergeßlidler 
Mann, mein herzensguter Vater und 
Schwiegervater, unser lieber Opa, Bru.. 
der, Schwager und Onkel 
Gerbereibesi tzer 
BRUNO MORITZ 
im 11. Lebensjahre. 
In tiefer Trauer 
Elise Moritz, geb. Ladwig 
LieseloUe Sliibbe, geb. Moritz 
OUo Skibbe 
Hans-Jürgen, Helga, Renate als Enkel 
Oldenburg (Oldb.). Lindenallee 30 


Nadl kurzem, aber sdlwerem Kranken- 
lager versdlied am 5. Januar 1951 un- 
ser lieber Vater, Schwiegervater, Groß- 
,-ater, Bruder und Onkel 
WERNER GLIFFE 
im Alter von 68 Jahren. 
In stiller Trauer 
CharloUe Strelow, geb. Gliffe 
Käte Müller, geb. Gliffe 
Kurt Strelow 
Kurt Müller 
Heiko Müller 
Olga Gliffe 
Georg Gliffe 
Elisabeth von Duehren, geb. Gliffe 
Eerlin-Ost - Bohnsdorf 
Frieborner Straße 102 
früher Stolp, Danziger Straße 10 


Der Herr über Leben und Tod erlöste 
Ö.m 22. Januar 1951 unsere gute Mutter, 
Schwiegermutter, Großmutter und 
Tante 
Witwe MATHILDE ALBRECHT 
geb. Rahn 
Sie starb nadl einem arbeitsreichen 
Leben im Alter von 82 Jahren. 
In stiller Trauer 
Hermann Schaar und Frau Hertha 
geb. Albrecht 
Martin Schaar und Frau BeUy 
geb. Engels 
Dietrich Schaar 
3 Enkelkinder und Anverwandte 
Weeze und Köln, früher Kublltz 


Am 22. Januar 1951 starb unsere liebe 
Mutter, Schwiegermutter und Oma, Frau 
Berta Willer, 
geb. Domke, 
im Alter von 80 Jahren. 
Im Namen aller Hinterbliebenen 
Marta Kruscbinski, geb. Willer 
Ketsch/Rhein, Heidelberger Straße 6, I 
früher Stolp, Plassower Weg 12 


63
		

/31198-0021.djvu

			Lehrer a. D. OUo Raddatz, Lübzow, 7um Gedächtnis 
Im Alter von 72 Jahren verschied am 17. 1. 1957 in Salzkotten infolge eines Schlag- 
dnfalls der Lehrer Otto Raddatz aus Lübzow. Otto Raddatz war im Kreise Lauenburg als 
Sohn eines Bauern geboren, erhielt seine Ausbildung zum Lehrer im Seminar Bütow und 
war dilnn ausschließlich im Kreise Stolp als Lehrer in Langeböse, Friedrichsfelde, Grumb- 
kow und Lübzow tätig. Ein treuer und gediegener Lehrer. Seine ganze Liebe galt der 
Schule und der Jugend, für die er sich auch noch nach der Vertreibung als Lehrer an der 
Derufsschule und als unermüdlicher Förderer des Sportvereins in Salzkotten einsetzte. 
Auch um den Neubau der evang. Kirche in Salzkotten hat er sich hohe Verdienste er- 
worben. 
Seine Liebe galt aber auch unserer pommersehen Heimat, aus der cr im September 
194G vertrieben wurde. Er war Vorsitzender der pommerschen Landsmannschaft in Salz- 
kotten. Otto Raddatz war Teilnehmer des 1. Weltkrieges. Im 2. Weltkrieg blieb ihm 
dJ.s Leid nicht erspart. Er verlor seinen ältesten Sohn. 
Un
er großer Beteiligung der Bevölkerung ist er in Salzkotten zur letzten Ruhe be- 
stattet. Seine Heimatfreunde werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. 
Friedrich Heyn. 
Der Leser spridtt: 
Wegen Ihres Heimatblattes muß ich Ihnen eigentlich ein Kompliment machen: Es ist 
w
Jklich die Einzige Zeitung, von der ich jede Nummer vom ersten bis zum letzten Buch- 
stöben gelesen habe. 
Hermann von Zitzewitz-Bornzin, Koselau ü/Lensahn (Ostholstein) 
Es ist mir ein Bedürfnis, einmal zum Ausdruck zu bringen, was mir die Heimatzeitung 
bedeutet. Jeden Monat warte ich mit Ungeduld. Habe ich die neue Zeitung dann in den 
Händen, dann ist für mich Feiertag, dann bin ich wieder in Stolp mit meinen Gedanken. 
Cnd ich glaube, daß es allen Stolpern so ergeht. 
Hildegard Kroggel, geb. Lemm, Winnigstedt ü/Börssum, Klint 6 
Ich danke für den Abdruck meiner Zeilen zum Stolpmünder Artikel! Die saftigen, fetten 
Rjacherflundern haben es vielen Landsleuten angetan, denn ich habe ganz üb,Traschend 
,mE Leserkreisen sdlOn Zuschriften bekommen. Jeder sucht einen Gedankenaustausdl, 
denn alle sehnen sich verzweifelt nach der Heimat. Der Tag der Rückkehr wird für uns 
Vertriebene eine Erlösung, ein Tag unaussprechlicher Freude sein. Gebe es Gott. Herz- 
liche Grüße aus der schönen Schweiz! 
Rudolf Lucke, Stalden im Emmental (Kanton Bern), Schloß Hünigen 
Sparkonten 
Nach MitLeilung der HeimatauskunftsteIle 31 liegen von folgenden ländlichen Spar- 
une Darlehnskassen des Stolper Kreises Unterlagen bei der Treuhandstelle des Deut- 
schen Raiffeisenverbandes e. V., Bonn, Koblenzer Straße 12, (nach dem Stande vom 
1 1. 1957) vor: Benzin, Darsin, Großbrüskow, Großgarde, Langeböse, Sochow, Schwarz- 
damerkow, Vieschen. 


Suchanfragen 
Wer kann Auskunft geben über den Verbleib von 
a) Fuhrunternehmer Ernst Ferdinand G 0 h I aus Stolp, Kl. Auckerstraße 12, 
später Wiesenstraße 6, geb. 1886, zuletzt gesehen 1946 auf dem Gut Schwuchow; 
b} Eisenbahner Paul Z i s c hk e, geh. 3.8.21 zu Zollbrück, aus Stolp, Weidenstraße i, 
zuletzt in Teterow (Meckl.)? 
Mitteilungen der Stolper Heimatkartei 
Die März-Ausgabe des "Stolper Heimatblattes" wird sich voraussichtlich mit dem Dorf 
Ziizewitz und seiner Umgehung befassen. Beiträge und Bilder dafür bis zum 28. Februc.r 
erbeten. 
Der gebundene Jahrgang 1956 des "Stolper Heimatblattes" kann zum Preise von 
5 DM zuzüglich 0,50 (f) DM Porto von der Heimatkartei bezogen werden. Denkt daran: 
Heimatbücher sind willkommene Geschenke! 
Zum Vergleich mit dem Titelbilde siehe die alte zerstörte Schiniedebrücke in der 
J
bbildung St. Hbl. 1955, Seite 105. 
Be r ich t i gun g : Der Aufruf in der Januarausgabe auf Seite 24 ist an die Kame- 
raden der 2 9 1. I n f .- D i v. und nicht der 29. gerichtet. 
Mit Heimatgruß! D r. Ku sc h fe I d t, Heimatkreisbearbeiter 


Verlag: Stolper Heimatkartei, Lübeck, Lindenplatz 7 
Postscheckkonto: Hamburg 131749 Dr. Kuschfeldt, Rechtsanwalt in Lübeck 
Herausgeber und verantwortlich: Dr. Walter Kuschfeldt. Lübede. Lindenplatz 7 
Drude von Eugen Radtke, Lübede