25 jährigen 3u6iläum bcr Sfabt 3oppof 1902-1927 25 3 in einer entfprechenben (Enttnitflungsperiobe, wenn auch unter roeniger fd)toierigen 23er= hältniffen, ihren glän3enben 2Tufftieg 3abr3ehntelang ber gleichen (Einrichtung oer= banfen, ber toirb bie ^oppoter Stabtoerroaltung nicht fd)mähen, bie bamit ein unoerfchulbet oom beutfdjen 9fJlutterlanb abgetrenntes, in höchfte D^ot geratenes (Bemeintoefen oor einer Slataftrophe rettete. Der fid) feit ben lefeten fechs Sahren ooll3iehenbe SBieberaufftieg ift befonbers gefenn3eid)net burd) eine bis 3ur ®ren3e bes Möglichen gefteigerte, urfprünglid) — 4 — mit goppoter Stabt=:ftotgeIb imb einer befonberen Wohnfteuer, l)eute burd) bie allgemein eingeführte Wohnungsbauabgabe finangierte ^Bautätigkeit. hierbei nimmt aufcer einer 2ln3al)l von 9leu= unb (Erroeiterungsbauten öffentlicher (Bebäube oor allem ber Wohnungsbau eine bet)or3ugte Stellung ein, 3ugleid) (Ermerbslofen* unb Wohnungsnot, bie beiben größten Sorgen ber 9^ad)friegs3eit, menigftens in etroas milbernb. 2lber auch ben anbermeitigen Aufgaben oerfudjte bie Stabtoer= maltung gerecht 31t toerben. Der neue Jahrhunbertfportplafe im Scf)äfertal, ber 2lusbau ber Walboper 3U einem „norbifdjen *Bar)reuth", ber auf bie Jnitiatioe ber Stabt 3urücf3ufül)renbe ftolse i)otelneubau im 5^orbparf, ber bereits grunb= fä^lich befd)Ioffene Neubau bes am 1. 2lpril b. 3. oerftabtlidjten bisherigen *)3rioat= £t)3eums finb nur bie bebeutfamften Reichen &eö ungefd)tüächten Willens 3ur fräftigen 2lufroärtsentrric!lung. 2lls äußere 2lnerfennung unb Krönung biefer (Enttmcflung erhielt bie in3toifchen über 27 000 Dauereintoobner 3äl)lenbe Stabt= gemeinbe mit Wirfung com 15. -ftooember 1920 ab bie $reisfreif)eit, ber jetoeilige leitenbe 93ürgermeifter gelegentlich ber Jahrhunbertfeier bes *Babes Qoppot om 21. üftai 1923 bie 2lmtsbe3eicf)mmg „Dberbürgermeifter" oerliehen. So hat ernftes Streben unb eiferner Wille 3um Sieg über toibriges (Befd)i(f es ermöglicht, baft in oerhältnismägig fur3er 3^ nicfyt nur bas Wiebereinholen, fonbern in 3äher altpreuftifcher ^raftentfaltung ein Ueberflügeln bes Verlorenen gefolgt ift. Das gibt uns ben (Blauben unb bie Hoffnung, baft auch bas gegen* roärtige (Befd)Ied)t ber 3°PP°^er 23ürgerfd)aft noch eine beffere ßufunft erleben toirb. 2lllerbings gilt es, 3uoor noch ew ernftes Hemmnis 3U befeitigen. Schon löngft ift bie (Ermeiterung bes nur runb 900 f)eftar umfaffenben Stabtfreifes 3oppot befonbers im ^inblitf auf bie ftänbig toachfenbe (Eintüohner3ahl unb auf bie 93ebürfniffe bes ftch mehr unb mehr auch räumlich ausbehnenben ^Babeoerfehrs 3U einer ßebensnotroenbigfeit geroorben, fofern ber (Eharafter Qoppots als erft= flaffiger *8abeort unb oornehme Wohn= unb (Bartenftabt getoahrt bleiben [oll. Die einige 2lusbehnungsmöglichfeit aber liegt in ber Dichtung nach Dan3ig. SCRöge baher bie grofce Stabt Dansig mit ihren roeit hinausgefchobenen Stabt= gren3en ihrer fleinen, in ber gleichen Schicffalsgemeinfchaft mit ihr oerbunbenen Schtoefter im Jubiläumsjahr als Jubiläumsgabe bie unbebingt nottoenbige, unauf= fd)iebbare (Erweiterung bes 3°PP°^^ Stabtgebietes getoähren. Dann bebeutet ber 1. 2lpril 1927 einen neuen Wenbepunft in ber (Befdjichte ber Stabt 3°PP°t 3u neuem ungeahnten 2lufftieg. Diefe geftfcljrift aber foll ber SSürgerfdjaft, unferen (Bäften unb greunben ein, roenn auch befdjeibenes, fo boch bleibenbes (Bebenfblatt fein an bas erfte 25jährige Jubiläum ber Stabt 3°PP°* un& 3ugreid) ein ^ugnis oon bem beutfchen Oeift unb ber beutfchen 2lrt ihrer ^Betoohner, bie auch ™ öes tlnglücfs ftarf unb unoer3agt ihre beften Gräfte hingeben an bie 3ufunft |jjrer i)eimatftabt. — 5 — Sftatfjaus oor 25 Sauren *Ratf)aus je&t 9lad) einer 9tabierung oon Bertfjorb i^cllingratt) 5oppofs (Ehrenbürger ©eneralfelbmarfchall ©^ellenj o o n a (f e n f e n Dberfommanbo 11. Armee. Die ftäbtifcfyen ^örperfdjaften 3°PP°te ha&en einftimmig befd)loffen, (Euer ©53ellen3 in ehrfürchtiger SSemunberung itnb Danfbarfeit für bie gewaltigen 2öaffentaten, bie unter ber genialen Rührung (Eurer Spellens oollbracht finb, bas (£t)renbürgerred)t ber Stabt Qoppot 3U oerleihen. (Euer (E£3ellen3 bitten mir, biefes Reichen unferer treuen 21nt)änglid)!eit gütigft annehmen 3U motten. ©Ieicf)3eitig geftatten mir uns, (Eurer (E£3ellen3 3ur (Ernennung 3um (Seneralfelbmarfchall unfere ehrerbietigften ©lücfmünfche au53ufpred)en. 2B o l b m a n n , Dr. Solomon, s£ürgermeifter. Stabtoerorbnetenoorfteher. SSürgermeifter 2B o I b m a n n 3oppot. Den ftäbtifchen $örperfchaften banfe id) für bie Verleihung bes (Ehrenbürger rechts ihrer Stabt. 3cf) neunte es hocherfreut banfbar an unb fehe mit ber mir ermiefenen (Ehre meine langjährigen *8e3iehungen 3U 3°PP°t mein lebhaftes 3nter= effe 3U feiner (Entmicfelung unb meine Vorliebe für feine Schönheiten gefrönt. 90t a cf e n f e n. ©eneralfelbmarfchall oon 9Jtacfenfen fchreibt 3um 25jährigen Jubiläum: galfenmalbe bei Stettin, 2Balbhaus, 90iär3 1927. 2In ben 9Jlagiftrat ber Stabt 3°PPot! 25 Sahre Stabt! 9ttötf)te ber Auffchmung, ben bas fo anmutig 3mifchen See unb 93ergmalb gebettete, einftige $ifcf)erborf 3°PP°t feit 1902 com (Erholungeort fleißiger Da^iger unb sJtuf)efife oerbienter Zentner 3um 2öeltbab genommen h<*t feiner ßufunft ^um ©egen gereichen! 3n märmfter Anteilnahme an bem Wohlergehen ber ^Bürger 3°PPote unb einer glücfbringenben 2ßeiterentmicflung bes ftäbtifchen (Bemeinmefens grüßt alle barum ^Bemühten Der (Ehrenbürger, ©eneralfelbmarfchall oon 9Jtacfenfen. — 8 — Die ©tifttricfltmg 3oppotö als Sfabf 23on ©tabtbaurat ^ßrofeffor Dr.=3ng. D o e i n c! ie natürlichen Vorausfefeungen für bie (Enttoicflung ber 6tabt 3°PP0* in ihrer geographifdjen ßage. Unmittelbar nörblid) bei Ablershorft fällt ber im fpifeen 2öinfel 3ur küfte oerlaufenbe baltifd)e f)öhenrücfen in jähem Steilhang 3ur Dansiger *8ud)t ab. 93ei 3oppot ift er nod) ettoa 1500 OJleter oon ber Slüfte entfernt nnb gibt fo ben Dtaum für bie (Entfaltung eines ©eebabes frei, bas einer* feite über einen ausge3eid)neten €>tranb oerfügt, anbererfeits mit feinen Ausläufern fid) bereits in ben lieblichen Xälern ber rüchoärtigen roalbreid)en i)öf)en3üge 31t oerftecfen oermag. 2Iuf biefe 2Beife finb bem Orte D^aturfdjön^eiten oerliehen, roie man fie feiten an einer (Stelle Dereinigt finbet. Diefe ßage fjatte Qoppot fd)on fef)r früh, cor mehr als 100 Sahren, 3um beoor3ugten (Erholungsort bes nahe benad)barten Dan3ig gemacht. Aus einer foldjen mehr lofalen SSebeutung heraus, fonnte Soppot oermöge bes 53aues ber Dan3ig=6tettiner Bahnlinie im 3af)re 1870 einen erften ftarfen Auffdjioung nehmen. 3n ben oorf)erget)enben 3e^n 5a()ren mar bie *8eoöIferung oon runb 1000 im Safyre 1859, auf 2100 im Sahre 1869 geftiegen. 3m Sahre 1902 hotte ber Ort bereits 9834 (Eintoohner. OJlit *Red)t fonnte beshalb am 31. De3ember 1899 ber bamalige ®emeinbeoer= orbnete Dr. meb. 2Bagner beim (Bemeinbeoorftanb ben Antrag ftellen: „Die (Bemeinbeoertretung roolle befcfyliefcen, bei ber königlichen 6taats= regierung ben Antrag auf Verleihung ber 6tabtred)te an 3°PP0* 3U ftellen." Diefem Antrage tourbe burd) AUerf)öd)ften (Erlaft 00m 8. Oftober 1901 ent= fprod)en unb Soppot trat mit bem 1. April 1902 in bie 9letf)e ber toeftpreuftifdjen 6täbte ein. (Es ift nid)t ohne *Rei3, fich an biefer (Stelle ber 3ufunftsausfid)ten 3U erinnern, bie Dr. gr. 6d)ult3 in feiner gelegentlich &er ©tabttoerbung Qoppots üerfaftten (Tfjrontf ausfpricht. Das 2Berf ftammt aus bem Safere 1904, am 6chluffe bes= felben fagt er: „^Bleibt bie ^Srogreffion in ber Zunahme ber ^Beoölferung biefelbe toie in ben legten Mahnten, fo eröffnet fid) ihm (Soppot) bie Ausficht nach etroa einem 3ett™ume oon 15 fahren eine Qtffer 3U erreichen, roelche fie ermächtigt, aus bem Slreisoerbanbe überhaupt au$3ufd)eiben unb einen eigenen 6tabtfrer 3u bilben." — 9 — *Bis auf ein 3af)r genau I)at ber (X^ronift biefen Seitpunft vorausberechnet. Xatfäd)lid) beginnt bie Slreisfreiheit Qoppots mit bem 15. 9looember 1920. Dabei ift es in biefem 3ufammenf)ange nid)t fehr erheblid), bag ber unmittelbare Anftog 3ur ^reisunabf)ängig!eit burd) bie Abtrennung ber freien €>tabt Dan3ig nom Deutzen D^eidje gegeben mürbe. Denn trofe ber Ijemmenben 2Bir!ungen bes Krieges t)atte Qoppot bei ^Bilbung bes eigenen ©tabtfreifes bereits 19 340 ©in= roohner. Die für bie ^reisfreitjeit oorgefdjriebene 3al)l oon 25 000 ©inmohnern mürbe im 3uli 1923 erreicht, unb heute (1. *Mr3 1927) hat 3°PP0* 27 302 ©tn= roohner. Die Uebernahme ber Stäbteorbnung ift für 3°PP°t t>on einem gan3 un= geheuren ©influg gemefen. Der fd)arfe Schnitt in ber ©ntmidlung bes dufteren *Bilbes ber 6tabt um bie 2Benbe bes 3Sal)rhunberts, ben auch ber flüchtige *Be= obadjter feftftellen fann, mirb nid)t atiein oon ber ©inführung einer, äftJ)etifd)e (Sefid)tspunfte befonbers betonenben, *8auorbnung (im 3al)re 1905/06), hen)or= gerufen, fonbern 3ugleid) aud) oon ber Aufteilung eines an fid) ja untrennbar mit il)r oerbunbenen ^Bebauungsplanes. Die 9tad)barfd)aft ber Xed)nifd)en i)od)fd)ule in Dan3ig=ßangful)r bot bie 9Jlöglid)feit, beiben Aufgaben burd) bie Mitarbeit füfjrenber SQlänner auf biefem ©ebiete in oorbilblidjer 3ßeife gerecht 3U merben. Sefet enblid) mar bie bislang faft fid) felbft überlaffene ©ntmidlung in ftraffe, 3ielbemuf}te ^Bahnen gelenft morben. Unb jetjt enblid) tonnte Soppot aud) feinen neuen Aufgaben gerecht merben, bie fid) mittlermeile l)erausgebilbet hatten. Die beoor3ugte Ianbfd)aftlid)e ßage im herein mit ben Annef)mlid)feiten unb Streuungen bes *Babelebens hatte eine grofce ^Senfionären unb Zentnern aus bem meiten i)interlanbe 2Beft= unb Dftpreuftens oeranlagt, ihren SBohnfit} nad) 3°PP°t 3U oerlegen. Aud) biefer befonbers geartete 3uftrom neuer ©inmohner muftte auger ben ^Babegäften aufgenommen unb geförbert merben. Der aufgeftellte ^Bebauungsplan trug gerabe bem befonbers Rechnung. Die weiten freien ©ebiete nad) ben bemalbeten Rängen 3U mürben für biefe 3metabtmerbung ■3oppots bie grunblegenbe Arbeit erfolgt. Ein grof33Ügiger $lan hatte für bie ©efamtentmäfferung, bie SSefeitigung ber 6d)mufe= unb Xagemäffer, bas Xrenn= fqftem oorgefehen unb bie ©chmufemafferfanalifation im 3ahre 1900 eingeführt. 2(us ber höher gelegenen Unterftabt unb ber Dberftabt fliegen bie 2Ibmäffer mit natürlichem (Befalle 3U ben an ber 3oppot=@lettfauer ©rense befinblichen Dfliefelfelbern. 2(us ber tiefer gelegenen Unterftabt merben bie 2Ibmäffer in einer im 2ßarmbab befinblichen ^umpftation gefammelt unb oon bort burd) eine Drucf= rohrleitung 3U ben !Rief elf elbern gepumpt. d)on im Sahre 1903 mürbe ein neues Steinfohlengasmerf burd) bie 93erlin= 2lnhaltifd;e $tafd)inenbau=2l.=®. erbaut unb 3unäd)ft aud) oon biefer betrieben. Die Qrntmicflung geftaltete fid) aber fo günftig, bafe bas 5ßerf fd)on 3mei 3al)re fpäter am 1. Suni 1905 oon ber ©tabt übernommen mürbe. Da bie ©asanftalt fd)on lange einen eigenen Haushaltsplan führt, unb in ber fiage ift, eigene 9leferoefonbs 3U bilben, machte bie (Ermeiterung hier am menigften ©chmierigfeiten. 5ßöhrenb ber 3nfIation$3eit tonnte bem 23ermögensoerfall ber 2ßerfe burd) umfangreiche (Ermeiterungsbauten unb burd) 3ahlreid)e 90taterialanfd)affungen menigftens 3um Xeil oorgebeugt merben. 3Sor liebergang 3ur neuen feften 2Böh-rung, im Dftober 1923, benufeten bie *8etriebsmerfe bereits eigenes mertbeftänbiges D^otgelb in gorm oon (Sasbons. 3m Sahre 1925 muftte bie ©tabt fid) 3um Neubau eines Gasbehälters oon 10 000 ^ubifmeter gaffungsoermögen entfchlieften. Um baburch aber ber grage eines Neubaues in geeigneterer ßage b3to. ber fpäteren 3tRöglid)teit, bas Gas burch eine Fernleitung oon Dan3ig 3U be3iehen, nicht oorzugreifen, mürbe ein günftiges Gelänbe mit *8ahnanfd)Iuf3 in einer Gräfte oon 30 000 Quabratmeter ermorben. Der neue (Basbehälter mürbe bereits auf biefem Gelänbe, etma 1800 Dieter oon ber je^igen Gasanftalt entfernt, errichtet. Der *8au mürbe fo be= fchleunigt, baft er bereits im Januar 1927 in ^Betrieb genommen merben fonnte. Daburd) ift auch bie Gasoerforgung Qoppots für abfehbare Qeit mieber fichergeftellt. *8ei ber (Eleft^itätsoerforgung ift 3°PP°t üom üblichen 2Bege abgemichen. Die lieberfülle ber 311 löfenben Aufgaben brachte es mohl mit fid), baft man gern bie Gelegenheit ergriff unb bie (Errichtung eines (Eleftri3itätsmerfes ber prioaten Snitiatioe, oor allem aber, mas mohl bie ftauptfache mar, bem prioaten Kapital überliefe, um bie finan3iellen Gräfte ber ©tabt felbft nicht über Gebühr 3U belaften. — 15 — infolge ber 93ilbung ber freien 6tabt Dan3ig unb ber t)ier geltenben ge[e^= liefen 23orfd)riften mürbe im Sahre 1922 bie felbftänbige (Eleftri3itätsmerf 3°PP°t A.=®. mit bem Sit} in 3oppot gegrünbet. 23on bem Aftienfapital in fyötye oon 1 200 000 (Bulben befinben fid) 20 ^Srosent im 3Sefi^ ber Stabt. 2Benben mir uns nun 3um Schluffe unferer Ausführungen nod) fürs einer Seite ber ftäbtifdjen (Entmicflung 3U, bie erft nad) ber Stabtmerbung begonnen, mit größter 3ät)igfeit unb feltenem (Erfolge in ben oerfloffenen 25 Sauren burch= geführt morben ift unb eine in großen 3ügen abgesoffene ßage gefd)affen J)at. (Es ift bas bie Arbeit, meld)e bie Stabtgemeinbe auf bem ©ebiete ber ^Bobenpolitif gereiftet t)at. Der ©emarhmgsumfang 3°PP°te bei ber Stabtmerbung mit 891,9 fyettax ift nid)t groß. Der Stabtgemeinbe felbft gehörte baoon nur ein gan3 geringer Teil nämlicf) 25,4 fyettax ober 3,5 *Pro3ent bes ©efamtgebietes. (Sine ber erften Xaten mar ber (Ermerb bes ©oelbelfd)en ©utes. Die 93erf)anblungen barüber führten fd)on im 3ahre 1904 3um (Erfolge, gür einen $reis oon 830 000 mürbe ein (Bebiet oon 330,2 S)eliax ermorben. 5CRit einem gemaltigen 9Utcf hatte bamit bie Stabtgemeinbe bie Unterlaffungen früherer 3ahr3ehnte mettgemad)t unb ihre bisher bobenpolitifd) ungünftige fiage ins ©egenteil oeränbert. Der (Ermerb biefes ©utes !ann für bie bamalige un& ewe fleine, arme ©emeinbe, mie 3oppot es mar, nicht nur oolfsmirtfdjaftlid) eine ©roßtat, fonbern aitd) eine mirt= fd)aftlid) fül)ne Xat genannt merben. ÜRan lieg es aber babei nid)t bemenben. TOt größter (Energie mürbe jebe ©elegenheit ergriffen, ben ©runbbefit} 3U ermeitern. 3u biefem Sroecfe mürbe ein ©runbermerbsfonbs mit befonberem Haushaltsplan gebilbet, ber es ermöglichte, außerhalb unb unabhängig oom allgemeinen ftäbtifd)en Haushaltsplan ©runbftüdsanfäufe im größeren Umfange 3u tötigen. Die ooraus= fd)auenben SJktßnahmen ermöglichten es ber Stabt, fd)on im 3al)re 1911 bas ©ut (Earlifau 3ugleid) mit bem (Earlifauer 3öälbd)en unb Stranblanbe mit insgefamt 107,4 fyehax 3U ermerben. Außer biefen, als 9Jtarffteine in ber (Entmicflung oon 3oppot ansufehenben ©roßfäufen, finb bis auf ben heutigen Sag nod) meitere 37,1 fyettax burd) bie Stabt innerhalb ihres eigenen ©ebietes ermorben morben. Anberfeits finb 40 fyettax als SBaugelänbe mieberum oon ihr oerfauft morben, fo baß ber jetzige 53efi^ ber Stabtgemeinbe in ihrem eigenen ©emarhmgsgebiet fid) auf 466,3 fyettax belauft. Der Umfang bes ©emarfungsgebietes felbft hat fid) burd) oerfd)iebene ©ren3= regulierungen namentlich infolge bes 93erfailler ^riebensoertrages um ein ©eringes erhöht. (Er beträgt 3ur3eit 904,3 fyettax. Daoon finb 51,5 $ro3ent im ^Befife ber Stabtgemeinbe felbft. Heute fdjon befinbet fid) faft alles Sieblungsgelänbe oon nennensmerten Ausmaßen in ber fyanb ber Stabt. Dasfelbe gilt oon ben Salbungen, bie auf biefe 5Beife oor bem Abhoben unb ber SSermenbung als *8au= — 16 — gelänbe fidjergeftellt finb. 2lud) roeiterl)tn roirb bie Stabtgemeinbe ftets bemüht fein, ihren (Brunbbefitj aus3ubauen unb 31t oergröfcern. 3f)r befonberee 2lugenmert' richtete fie auf bie (Enttoidlung ber Snbuftrie. (Fntfprechenb ihrem (Tljarafter ift ber Umfang ber rorhanbenen Snbuftrien nid)t fehr grofj. ©5 heftest and) fein befonberes Sntereffe an einer ftarfen Steigerung ber inbuftriellen Qmttoicflung. ©anj befonbers aber nicf)t am S^uge fotd)er ^nbuftriesmeige, bie bae 5ßefen ber Stabt als *Babeort ungünftig beeinfluffen fönnten. Um fid) hier einen maftgebenben (Einfluß oor3ubehalten, l>at bie Stabt fd)on non jeher fqftematifd) an ben ©teilen (Brunb unb 93oben erroorben, an benen bie Qmtroicflung 3um Snbuftriegelänbe in Srage fornmt. 3ür eine Stabt mit einer fo aufterorbentlid) ftarf fteigenben *Beoölferungs= 3al)I, roie es bei Soppot ber gall ift, ift, roie bereits ermähnt, ein (Bemeinbegebiet uon 904,3 f)eftar nicht grofj. ^Befonbers toenn man bebend, baft einerfeite natur= gemäft ftete bae *Beftreben bahin gel)t, eine meiträumige ^Bebauung 3U pflegen, unb ba& anberfeits ber umfangreiche 2ßaibbefi^ ber Stabt nid)t nur nid)t angetaftet merben, fonbern aud) meite, früher abgeholte glätten, neu angeforftet toerben follen (t?gl. 2luguftueberg 5,9 ^eftar). fjeute fd)on lägt fid) mit einiger Sicherheit ber Seitpunft beftimmen, 3U bem ber anbaufähige Xeil bes (Bemeinbebe3irfee erfrf)öpft fein toirb. £>iefe Xatfadje ift feit ber Stabttoerbung Qoppote oon allen einfid)tigen Scannern flar erfannt morben, unb bas tyeifoe *Beftreben ift oon jeher bahin gegangen, in biefer *Be3iel)ung im toahrften Sinne bes 5Bortes grunblegenbe 33orauöfe^ungen für bie (Entroidlung eines größeren 3°PP°^r nämlid) bie 23er= grö^erung bes (Bemeinbegebietes, 3U fd)affen. 3n biefer Dichtung ging ber $fan bes 2lnfaufee bes nad) Horben S^ppot benachbarten (Butes ^oliebfen, ber fid) letber unmittelbar oor bem Kriege enbgültig 3erfd)Iug. f)eute ift bie (Bemeinbegren3e Qoppots nad) ^oliebfen 3ur ßanbes= grense getoorben, fo baft eine (Bren3oerfd)iebung nad) biefer Seite t)\n ausgefdjloffen ift. (Ban3 abgefehen aber uon biefer Xatfadje, gef)t aud) bie natürliche Gmtroicflung Qoppots nid)t nach biefer Dichtung, fonbern in ben toeiten D^aum 3tt)ifd)en Soppot unb (Blettfau. I>ementfpred)enb h^ert t)\ex bie ^Bemühungen 3°PP°te immer befonbers fräftig eingefe^t. 3u oerfd)iebenen 3?^ nahe am 3^ ift leiber aud) hier 3oppot bislang ein ©rfolg nicht befd)ieben getoefen, tro^bem bie Dtottoenbigfeit einer (Bren3oerfd)iebung nad) Süboften 3U oon allen in Qrage fommenben Stellen immer anerfannt morben ift. Die heute fchon oorhanbene S^angslage roirb burd) bie Xatfadje erhellt, baft ber tyex gelegene S^ppoter D^ennpla^ mit mefentlid)en teilen fotoie faft bas gefamte 5Hiefelfelb bereite außerhalb feines ©emeinbe= gebietes liegt. Sn ber Sicherheit, bafc bie 33erfd)iebung ihrer ©ren3en t)kv unter allen Um^ ftänben einmal fommen mirb, ha^ bie Stabtgemeinbe fd)on feit Sahrsehnten umfangreiche (Selänbeftüde aud) außerhalb ihrer (Bemeinbegrense h^r bereite — 17 — 2 ermorben unb ift tyeute (Eigentümerin tum 75,5 i)e!tar (Brunb unb 93oben im (Bebiete ber (Bemeinbe Dlma=(Blettfau, bie bem im eigenen (Bemarfungsgebiet Itegenben 93efit3 ber Stabtgemeinbe organifd) angegliebert finb. 3m oorigen Safyre ift Dlit>a=(Blettfau nad) Sandig eingemeinbet morben unb ba aud) bie 6tabt Dangig felbft bie -ftotmenbigfeit ber ©rensregulierung an biefer ©teile ftets betont hat, bürfte nunmehr mit bem größeren Dan3ig als 23erhanblungs= gegner bie Erfüllung biefes lang gehegten 2Bun[d)es in greifbare 9tät)e gerüdt fein. Die görberung ber 2Bohnungsbautätigfeit mürbe nid)t allein baburd) erreid)t, baf3 bie ©tabtgemeinbe burd) ihre 23obenpoIitif in ber Sage mar auf bie (Brunbftüds= preife regulierenb einßumirfen. 6d]on lange cor bem Kriege mibmete man ben bamals entftehenben gemeinnützigen *8augenoffenfd)aften bie gröftte *8ead)tung. 9Kan mar ficf) barüber im Haren, baft burd) biefe (Benoffenfdjaften ein fixeres Littel gegeben mar, ben (Brunb unb ^Boben unter Ausfchaltung ber ©pefulation in ber oon ber Stabt gemünfd)ten 2ßeife ber ^Bebauung 3u3uführen. Sur meiteren görberung ber *8autätigfeit grünbete bie Stabt im Sat)re 1912 eine Darlehnsfaffe in erfter ßinie 3um Qmede ber ^ergäbe Don smeitftelligen i)9pothefen. 3n ber Slriegs= unb namentlich ;ftad)friegs3eit tonnte biefe aufterorbentlid) fegensreidje Einrichtung leiber infolge ber allgemeinen Slapitalfnappheit nid)t beibehalten merben. 3n fester $eit ift fie auf ftaatlidjer ©runblage in ber $orm bei 23au= !often3ufd)üffe, menrt aud) in oeränberter gorm, mieber neu erftanben. Die Anftrengttngen Qoppots auf bem (Bebiete ber Kobern unb SSaupolitif haben 3U mieberholten 9Jlalen entfpredjenbe Anerfennung gefunben. Aud) in Berlin mar bie Arbeit ber fleinen Stabt 3°PP°* nid)t unbefannt geblieben. 3m Sahre 1915 bilbete bie Regierung bes Deutfdjen Meiches, burd) bie 3Jtif3ftänbe bes 3mmobilien= ^rebitmefens oeranlaftt, eine befonbere &ommiffion 3ur Prüfung ber 23erl)ältniffe auf biefem (Bebiete. 3n biefe ^ommiffion mürbe ber bamalige (Brunbftüdbesernent 3oppots als Sachoerftänbiger burd) ben Staatsfefretär bes Innern berufen. 5ßir finb am 6d)luffe unferer Ausführungen. Sie umfaffen in großen 3ügen im Gahmen ber t)\ex behanbelten (Bebiete bie 25jährige Entmicflungsperiobe eines (Bemeinmefens, bas am Anfang berfelben überhaupt erft Stabt gemorben, bereits lange cor ihrer SSeenbigung fd)on mieber aus ber Slreis3ugehörigfeit l)exaus= gemad)fen mar. Der 3*^ biefer Qeilen war eö 3U 3eigen, mie immer mieber im ßeben eines (Bemeinmefens Aufgaben entftehen, gelöft unb burd) neue erfe^t merben, fonbern barauf hinsumeifen, mie bie Stabt Qoppot in ber erftaunlid) fursen, ihr bafür 3ur Verfügung ftehenben «3eit, ihnen gerecht gemorben ift. Itnfere oornehmfte Pflicht ift es, an biefer ©teile in banfbarer (Erinnerung ber 9Jtänner 3U gebenfen, beren können unb Xatfraft biefen Erfolg ge3eitigt haben. Unb unfer (Belöbnis foll es fein, aus bem (Bebädjtnis an biefe Männer bie Slraft 3U fd)öpfen, ben uns gefegten Aufgaben in gleicher SBeife gerecht 3U merben. Shrer finb fürmahr nicht menige. Es feien nur 3ufammenfaffenb als unmittelbar beoorftehenbe $läne — 18 — genannt: ber Vau bes bereits befd)loffenen Dberli^eums unb 6egelfd)iffl)afens; bie Verlängerung bes (Beefteges unb bie (Schaffung eines ^lubtjaufes für ben Sandig* Soppoter 3atf)tflub „(Sobe 2Binb"; ber ^Infdjluft ber 6tf)mu£mafferfanalifation an 2)an3ig unb bie ®ren3regulierung nad) (Slettfau. Weitere f)eute fcfyon gebieterifcf) ficf) anmelbenbe gorberungen finb bie ^Bearbeitung einer ben neuen 93ert)ättntffen fid) anpaffenben Vauorbnung unb bie enbgültige Durchführung bes Vertrages mit ber (Bifenbahnoermaltung, um enblicf) einmanbfreie Verfehrsoerhältniffe 3mifd)en Ober= unb llnterftabt 3U ftfjaffen. Derfelben Aufgabe ber Verfehrserleitfjterung merben 3aI)Iretcf)e ©tra^enregulierungen unb ber Vau einer befonberen ^tufoftrafte Danöig—Soppot 3U bienen haben. Die 2lutomatifierung ber Müllabfuhr unb (Btraftenreinigung ift eine Aufgabe, ber 3°PP°t gerabe als Vabeort befonbere 2tufmerffamfeit 3U fdjenfen I)aben mirb. Pflege ber Volfsgefunbheit unb bes 6ports mu^ ein neuer, ben internationalen Veftimmungen genügenber Sport= plafe gefcfjaffen merben. Unb menn in biefer Reihenfolge 3ule^t bie tleberholung unb ©rmeiterung ber ^analifation in ber Stabt felbft, fotoof)! ber 6d)muferoaffer= fanalifation mie ber Dberflächenentmäfferung genannt mirb, fo ift bamit befonbers 3um Slusbrucf gebracht, baft eigentlid) feines ber genannten *ßrojefte an 2Bid)tigfeit oor ben anberen 3urücffteht. Stftöge eine fünftige ©eneration in roeiteren 25 Sahren oon uns fagen fönnen, baft auch mir unferen Aufgaben, ben befannten, fomohl mie ben fommenben, in ber gleichen 2ßetfe gerecht gemorben finb mie unfere Väter. — 19 — 2* Slicf auf öas alte Slurfjaus üftacf) einer JRobierung oon 33ertf)olb Sjelltnflratf) 23lieite ftanben im DOtagiftratsfollegium biefelben Herren mie bisher. Da 3oppot aber nad) ber 93oIfs3äI)Iung 1905 in bie *Reihe ber Stäbte mit mehr als 10 000 (Einmofjnern gerlicft mar, mußte auf ©runb ber ^ßeftimmungen ber 6täbteorbnung eine Vergrößerung bes SJlagiftrats um 3mei 90litglieber (Otatsherren) erfolgen. Qubem erhielten bie S^atsherren bie Amtsbegeichnung „6tabtrat". Die neu l)in3utretenben 6tabträte, bie am 1. 9Jlär3 1907 eingeführt mürben, maren Rentier Grohn unb Dr. meb. ßinbemann. Dr. Goliaths Deoife bei allen feinen Amtshanblungen mar: (Erft mögen, bann magen! 23on biefem ©runbfa^e ging er nid)t ab, unb biefe 25eharrlid)feit, oerbunben mit rücffid)te!ofer Offenheit unb (£t)x= lid)(eit, 3eid)neten ihn aus unb machten il)n bei allen 6d)id)ten ber 93eoölferung gleid) beliebt, (Er mar barum ein 23ürgermeifter in bes 2Bortes mal)rfter *8ebeutung, ber auf bas panier feines Xun unb 5)anbelns bas 2öort „®ered)tigfeit" gefdjrieben hatte, ßeiber hat er bie ©efchide goppots faum 2H 3af)re geleitet, benrt fd)on am 10. SJlai 1908 ftarb er in ber 33olIfraft feiner Sahre. 3u*reffen& auf fe^ gönses 2ßefen unb feine (Einteilung unb treffenb fd)ön finb bie 2Borte, bie ihm in einem Nachruf gemibmet mürben, in meldjem es hetß*: ©ermffenljaftigfeit, mit ber er fid) in jebe Aufgabe oertiefte, fein grünbliches 3öiffen unb können, fomie bas mannhafte ©intreten für bas, mas er erftrebte, mußten aud) bem (Segner hohe Dichtung absmingen." 93iele fd)öne ^ßläne für Qoppots gortentmicflung hat ^Bürgermeifter Goliath mohl mit fid) ins ©rab genommen, oiele aber h<*t er 3ur Ausführung bringen tonnen. 9Jlit meld) 3äher S2lusbauer erfämpfte er fid) bei ben beteiligten ftaat= liehen Dienftftellen feine^eit bie Unterlagen 3u einem 53ertragsabfd)luß 3mifd)en ber 6tabt unb bem (Eifenbahnfisfus megen ber (Eifenbahnunterfülirungen. — Die Abnahme ber fertiggeftellten großen (Eifenbahnunterführung erfolgte gerabe an feinem Sobestag. — Als ^örberer ber ^Seftrebungen, bie bahin gingen, möglichft — 28 — oiel günftig gelegenes Xerrain für bie Stabt 3U ermerben, fe^te er ficfy mit Erfolg für ben Anfauf bes ©lettfauer Stranblanbes in einer ©röfte oon 126 635 Quabrat= meter unb bes Srf)lof3berges ein. Der ©gmnafialbau an ber ^önigftrafje, ber 3U ^Beginn bes Schuljahres 1909 feiner Sroecfbeftimmung übergeben mürbe, ift auf ihn 3urücf3uführen. Dorf) nicht nur für 3°PP°t Stabt, fonbern aurf) für 3°PP°t als 35ab arbeitete er unermitblirf). Der *8au bes Sübbabes, bie Umgeftaltung bes oermilberten Sübpart's in eine (Bartenanlage, bie 23erbefferungen bei ber *Reflame, bie erften Anfänge für Einrichtung einer 2Binterfaifon mit *Robelbahn unb Sfi= lauf, bie Anmietung eines ßiegefurfrf)iffes, bie *Begrünbung bes 23erfef)rst)er= banbes, bie Austreibung bes Sbeenmettbemerbes für $ur= unb ßogierhaus mit Slurparfeinteilung finb auf ihn 3urütf3uführen. 3n ber inneren SSermaltung forgte er, fomeit es firf) mit ben ftäbtifrf)en ginan3en in Einflang bringen lieft, für Ein= rirf)tung neuer *Beamtenftellen, insbefonbere finb 3U nennen bie 9terf)nungsremfor= fteUe unb bie Shtrbireftorftelle, — [entere beftanb bis bahin immer nur für bie Saifon. — ©einen lange gehegten 2Bunfrf), bie Stelle eines Stabtbaurats 3U frfjaffen, hat er nirf)t in bie Xat umfe^en tonnen. Aurf) auf bie Vergrößerung bes *Ratf)aufes, bas ben Seitoerhältniffen nirfjt mehr genügte, richtete er fein Angern merf. Die Ausführung biefes ^ßrojeftes blieb jeborf) feinem Nachfolger oor= behalten, ber in ber ^ßerfon bes Vürgermeifters SBolbmann aus Afrf)ersleben am 26. Oftober 1908 bie Amtsgefrf)äfte hier übernahm, narf)bem in ber 3eit öom 1. Sunt bis 7. September 1908 als fommiffarifrf)er Vürgermeifter ber 9legierungs= affeffor Freiherr oon ©agern aus Bonenburg bie Vürgermeiftergefrf)äfte geleitet hatte. Vürgermeifter Dttaj Sßolbmann, geboren am 7. Auguft 1868 in OJlagbeburg, aus bem 5ßeften fommenb, ein Sftann ber Xat, trat gleich 3U beginn feiner XätigÜeit mit einem umfangreichen 2Bunfrf)3ettel hen)or, ber Soppot in gemiffem ©rabe in bas Stabium ber Sturm= unb Drangperiobe oerfe^te unb 3unärf)ft eine Organifation im Gahmen ber inneren 23ermaltung herbeiführte. *8ei ihm mar bie Anficht oorherrfchenb, baft bei bem oerhältnismäftig rafchen 2Barf)stum bis bahin alle Gräfte narf) äugen mirffam gemefen maren, um mirtfchaftlirfje Erfolge 3U ersielen unb baft babei bie innere Vermaltung Schaben genommen hätte. Aber mie nur ein gefunber SSaum auf bie Dauer gefunbe grüßte tragen fann, fo !ann bie Stabt auf bie Dauer auch nur bann äußere Erfolge er3ielen, menn ihre innere Vermaltung eine georbnete ift. Darum mußten feiner Anficht narf) 3unärf)ft im inneren Vermaltungsorganismus mirffame Verbefferungen er= folgen. f)ier3U rechnete er in erfter ßinie mie bereits fein Vorgänger bie 93er= größerung bes ^athaufes, bann aber auch öie Vermehrung ber Veamtenftellen. Der Ermeiterungsbau bes ^athaufes mürbe narf) ben planen bes Stabtbaumeifters *ßurf)müller im 3al)re 1910 ausgeführt unb im 3af)re 1911 eingemeiht. 3n rafrfjer xJolge mürben ferner neue *Beamtenftellen begrünbet; es fei babei u. a. nur an — 29 — bie Stelle bes Dberregiftrators unb bes ^oli^eiinfpeftors, fomie an bie (Einrichtung aller ber Stellen erinnert, bie mit ber Schaffung ber ^riminalpolißei in 3u= famment)ang ftanben. 3m 3ahre 1909 genehmigten bie ftäbtifdjen Slörperfchaften bie Einrichtung ber erften befolbeten Stabtratsftelle, in bie am 16. 3uni 1909 ^Bürgermeifter Xroiftel aus 9Jleme einrücfte, ber mit ber ^Bearbeitung bes gefamten ginan3=, Steuer= unb Slaffenmefens, fomie ber fojialen Verftcherungsangelegen* Reiten betraut mürbe. 3m 3ahre 1910 mürbe bie 3meite befolbete Stabtratsftelle als Sgnbifusftelle gefchaffen unb bem befolbeten Stabtrat Dr. ßaue aus 3nfterburg ^geboren am 25. 2lpril 1879 in Sd)önmalbe i. 9ttarf) übertragen, ber am 30. Sep= tember 1910 in fein 2lmt eingeführt mürbe. (Er erhielt neben bem Sqnbifat bas De3ernat über bas gefamte *ßoli3eimefen, bas (Brunbftüctsbeßernat, fpäter bann nod) bas *Bau= unb Sparfaffenbeaernat. 3m 2Iuguft 1912 mürbe alebann bie llmmanblung ber unbefolbeten *Beigeorbnetenftelle in eine befolbete ^Beamtenftelle befdjloffen. Die 2öaf)l fiel auf Stabtrat Xmiftel, er mürbe nad) erfolgter 93e= ftätigung am 27. gebruar 1913 in fein 2lmt als befolbeter ^Beigeorbneter eingeführt. Diefen Soften h^t er bis 3um 23. September 1915 innegehabt. (Er trat aisbann mährenb bes Krieges gur Swifoefroaltung in 9fluffifcf)=^Solen über unb fd)ieb aus bem Dienfte ber Stabtoermaltung ^oppot am 23. De3ember 1915 enbgültig aus, um bie Stelle als befolbeter 2lmts= unb (Bemeinbeoorfteher in ber 9tad)bargemeinbe Dlioa 3U übernehmen. Der Uebertritt bes *Bürgermeifter Xmtftel 3itr QivxU oermaltung in ben befehlen ©ebieten forberte gebieterifd) eine (Erfafefraft, bie in •üftagiftratsaffeffor £hurmann=(Eharlottenburg gefunben mürbe, üftach öem 2üts= fdjeiben bes *Bürgermeifter Xmiftel mürbe 9Jlagiftratsaffeffor Xhurmann bann 3um *Beigeorbneten h^erfeI£)ft gemählt, er gab biefe Stellung jebod) bereits (Enbe Februar 1919 auf, um im 9^eid)sernährungsminifterittm in ^Berlin bie Stelle eines (Seh- *Kegierungsrats 3U übernehmen. Die planmäßig oon 93ürgermeifter 5ßolbmann burchgeführte Organifation im 33ermaltungsapparat erftrecfte fid) aber nicht nur auf bie Vermehrung ber Veamtenftellen unb bie Einrichtung befolbeter Stabtratsftellen, auch öas ftäbtifche ®ommiffionsmefen, bas bis bahin 3iemlid) planlos beftanb, mürbe im 3af)re 1911 burd) bas Drtsftatut über bie gufammenfe^ung unb Quftänbigfeit ber ftäbtifd)en ^ommiffionen geregelt; aufterbem erliefe *Bürgermeifter 2ßolbmann 3ur orbnungs= mäßigen 2lbmicflung im *Bürobetrieb eine grofee 2ln3al)l oon Drbnungen, Dienft= anmeifungen unb 3nftruftionen. Daneben überfah er aber niemals, baft er nicht nur Reformator für ben inneren 5Sürobetrieb fein follte unb biefen 3U oerbeffern unb in georbnete ^Bahnen 3u bringen hatte, fonbern bafe auch anbere 23ermaltungs= aufgaben feiner harten. *Befonbers mufe hiebet fein Shinftoerftänbnis unb fein Slunftfinn betont merben. Verebtes ^ugnis hierfür legen bie SBalbfeftfpiele ab, beren Schöpfer er 3ufammen mit Oberregiffeur 2Balther=Sd)äffer mar. 2Bie begeiftert unb beifällig mürbe bas erfte Sßalbfeftfpiel im 2Iuguft 1909, „Das 9^ad)t= — 30 — lager oon ©ranaba", allerfette aufgenommen, unb meldje Doationen mürben ihm bargebrad)t, als im Sahre 1910 bie Xeile aus 3öagners Xannhäufer über bie 2Balb= bühne gingen, bie — ohne ber (Einheit bes Stüdes 2lbbrud) ju tun — in bas ÜJtilieu bes 5Balbes hineinpaßten. 2Tud) bei allen fpäteren Stufführungen auf ber 2Balbbühne mar er barauf bebad)t, ben (Efyarafter bes 2BaIbes ftets in ben 93orber= grunb 3U ftellen. Rieht meniger oerbient l)at fid) SSürgermeifter 2Bolbmann um bie Organifation ber Kurmufif unb um bie 2(usgeftaltung 30PP0iö inter= nationales 93ab gemacht. ÜRit Rad)brud betrieb er ben Neubau bes Kurhaufes unb fefete es burd), baß nad) einer 93au3eit oon fnapp acht Monaten bas ftolße ©ebäube am 16. 3uni 1910 eingeweiht merben fonnte. 2Iud) bie anberen 93au= lid)feiten im Bereich ber 55abeoermaltung, bas Xennisflitbhaus, bie Kunfthalle im Rorbparf, bie Unterfunftshalle am -Ifta^enplat}, bas ©ärtnermohnhaus mit Xreib= Käufern in ber (Berid)tsftrafee, ferner bie (Srmeiterung bes Seefteges finb auf ihn 3urücf3ufiit)ren. 2Iuf bie 2tusgeftaltung ber Sportmod)e richtete er fein befonberes 2lugenmerf unb oerfudjte, burd) eine geftmoche bie fogenannte 3meite Saifon 3U beleben. 2Iuf betreiben unb mit Unterftü^ung feines tatfräftigen ©runbftütfs= be3ernenten mürbe ^oppote *8obenpoUtif muftergültig unb oorbilbltd) burdjgeführt. Sieblungen mürben angelegt, u. a. bie gifdjerfolonie unb 2öohnungsbaugenoffen= fdjaften begrünbet. 2)urd) große ßanbanfäufe, mie 3. 33. bas Karlifauer ©ut, mürbe ber 33efi^ftanb ber Stabt bereichert. 2Bohlburd)bad)te 53ebauungs= unb 5Iud)t= linienpläne nad) ben ©runbfäfeen ber Stäbtebaufunft mürben aufgeftellt; fursum auf allen ©ebieten ber 93ermaltung machte fid) ein raftlofes 23ormärtsarbeiten bemerfbar. &od) ba fam ütfuguft 1914 ber Krieg mit feinen Sd)retfen, ßeiben unb Röten, mit ben (Finfdjränfungen unb (Entbehrungen, bie er jebem auferlegte, fjanbel, 2Banbel unb 93er(et)r mürben lahm gelegt. 2Tud) bas fo fräftig in ber (Entmicflung begriffene 3°PP°t ha* ftart unter ben Kriegsoerhältniffen 3U leiben gehabt. 2ßem finb nid)t noch all bie bel)örblid)en Krtegsmaßnahmen, bie Rationierungen bei allen 2Irtifeln bes täglichen ßebens in trübfeligfter Erinnerung! Radjeinanber entftanben 3ur Durchführung ber Ratio= nierungen bas ßebensmittelamt, bas 93efleibungsamt, bas 53rennftoffamt u. a. m. 2(ber trofe aller Opfer, bie jeber gern unb freubig für bes 23aterlanbes 5Bol)l unb Rettung brachte, ging ber Krieg boch für uns oerloren. 2tm 10. Rooember 1918 fefete bie Reoolution ein, Deutfchlanb hatte aufgehört, Kaiferreid) 3U fein, Greußen mar nid)t mehr Königreich- 2In bie Stelle ber Monarchie trat bie Republif mit ihren 23olfsbeauftragten, SoIbaten= unb Slrbeiterräten. SSürgermeifter 2Bolbmann hatte fchon mährenb bes Krieges förperlid) ferner 3U leiben. £>er unglüdliche 2(us= gang bes Krieges erbrüdte ihn auch feelifd). TOtte Rooember 1918 mußte er franfh^itshalber auf Urlaub gehen. @r ift nicht mieber 3um Sienft gefommen. 2Jm 26. gebruar 1919 fd)loß er bie klugen für immer, betrauert oon ber 93ürgerfd)aft Soppots, bie feiner 93erbienfte ehrenb gebachte. — 31 — 3n biefen fchmiertgen 3^itoert)öltntffen galt es, einen gcu^en 9Jtann ju finben, ber mit ftarfer £)anb bas ©teuer 3U führen in ber ßage mar. 2ßas Wunber, baft Tief) bas Augenmerf ber ©tabtoäter auf ©tabtrat Dr. ßaue richtete, ber bod) fcf)on häufiger groben bafür abgelegt t>atte, baft er ein auögejeidjneter 23ermaltungs= beamter mar. Auf Antrag bes Stflagiftrats beftellte ihn ber ?Regierungspräfibent 3um ftelloertretenben 35ürgermeifter, meieren Soften er bis 3um 18. DJlärg 1920 oerfah. 21m 19. 9Jlär3 1920 erfolgte bann, nachbem er in3mifd)en 3um *8ürger= meifter gemäht morben mar, feine (Einführung als foldjer. 3hm 3ur ©eite trat als befolbeter ©tabtrat, ©tabtrat ^od) aus Dirfd)au (geb. 12. Desember 1879 in Breslau), berfelbe mürbe am 2. 3uli 1920 in fein Amt eingeführt unb am 6. Oftober 1920 3um befolbeten Veigeorbneten gemählt, meieren Soften er nod) heute innehat. An bie ©teile Dr. ßaues als ©tabtfqnbifus rücfte am 3. De3ember 1920 Dr. 2ßiercinf!i ein, ber aber infolge feiner 2Baf)I 311m hauptamtlichen Senator ber freien ©tabt Dan3ig bas ©tabtratsamt am 31. De3ember 1924 nieberlegte. 2öas Vitrgermeifter ^otlatf) feiner3eit nicht mef)r t)atte ausführen fönnen, mürbe im 3af)re 1921 3ur Xat. ©ine befolbete ©tabtbauratsftelle mürbe begrünbet unb für biefelbe Dr.=3ng. ßesfe, ber oorbetn ehrenamtliches OJtagiftratsmitglieb gemefen mar, gemäf)It. (Er hat biefe ©teile aber niemals de facto übernommen, meil er gleid^eitig 3um hauptamtlichen (Senator gemählt mürbe. (Beraume Qext fpäter, unb 3mar am 25. ^ooember 1921 rüdte in bie ©teile bes befolbeten ©tabt= baurats Dr.=3ng. Doeincf (geb. 15. Desember 1886 in (Elberfelb) ein. 9tad) bem Ausfd)eiben bes Dr. Wiercinffi aus bem ftäbtifchen Dienft mürbe biefe ©teile nicht neu befefet; 3ur oorübergehenben Dienftleiftung mürbe aber ÜDtagiftratsaffeffor Dr. (Ef)lebomftt) aus f)inbenburg im 9Jlär3 1925 hierher gerufen, meld)er bis Desember 1926 hier gemirft h)at unb infolge feiner 2ßahl 3um 53ürger= meifter ber ©tabt Velgarb i. ausfehieb. Die erften 3af)re nad) bem Kriege galten 3unäd)ft bem Elbbau ber ^riegsämter unb bem 2Bieberaitfbau bes inneren Vermaltungsapparats, ber burd) bie Slriegs= jähre arg in SQlitleibenfchaft ge3ogen mar. Der ftäbtifchen Vermaltung maren eine große 9ttenge Mehrarbeiten burch bie neuen gefe^lichen Veftimmungen 3ugeteilt morben. ©0 unterftanben bas Arbeitsamt, bas Demobilmachungsamt, bas (Er= merbslofenamt, bas ^riegsfürforgeamt, bas ÜJttieteinigungsamt unb bas 2ßohnungs= amt ber ftäbtifchen 33ermaltung; an bie Wohlfahrtspflege mürben infolge all= mählicher Verarmung ber *8eoöIferung erhöhte Anforberungen geftellt; eine be= fonbere Abteilung für ^leinrentnerfürforge mußte beim Wohlfahrtsamt beshalb neu eingerichtet merben. Um alle biefe Arbeiten 3U bemältigen, mar eine be= beutenbe Vergrößerung bes Veamtenapparats, 3um Seil auch llmorganifierung besfelben erforberlid). (Es fam htrt3U, baß bie burd) ben Verfailler Vertrag biftierte greiftaatbilbung Dan3igs mit Qoppot unter Abtrennung biefer (Sebiete 00m beutfehen Vaterlanbe außerbem noch oiel 33ermaltungsarbeit oerurfad}te, meil bas — 32 — neue 6taatsmefen bod) erft gefdjaffen tmö neu eingeführt merben mufrte. ©chlieftücfc barf man nid)t überfehen, baft bie 1920 einfefeenbe unb fiel) fd)nell fortentmicfelnbe Inflation jebe genaue Berechnung unb bamit jebe (Etatsaufftellung 3ur Un= möglichfeit machte. Xro^bem ift mit Stabtnotgelb, fo gut es eben ging, gemirtfd)aftet morben. 2tus biefer &er Inflation ftammen fogar mehrere grofte Bauanlagen; fo 3. B. ber $urf)aus= unb Dathaus=(Ermeiterungsbau, ber Neubau ber 6d)ute ©teinftieft, bie Anlage ber ^riegerheimftätten unb mehrere Bauten bes 5Bohnungsbauoereins. 3ur Begebung ober menigftens ßinberung ber Wohnungsnot finb im Saufe ber legten 3af)re aus Dritteln ber 5ßohnungsbauabgabe oerfd)iebene 3ßof)nhäufer teils burd) (Benoffenfdjaften, teils burd) ^rioatperfonen erbaut morben, Bei biefen Bauten mürben faft ausfchlieftüd) $oppoter Arbeiter befd)äftigt, fo baft auf biefe 2öeife aud) ber 2Irbeitsnot gefteuert mürbe. 2(ud) bei bem Slafino=.£)otet, bas am 9torbftranbe erbaut unb feiner Bollenbung entgegengeht, finb $oppoter Arbeiter befd)äftigt unb 3°PP°ter ©emerbetreibenbe mit Lieferungen u. bgl. bebad)t morben. (Erft bte Einführung fefter 2Bährung (^ocember 1923) lieft mieber ftabilere Ber= hältniffe unb eine georbnetere (Etatsmirtfchaft auffommen. Der Beamtem unb 2(ngeftelltenapparat mürbe nach DJlögIid)feit nach unb nach oerfleinert, mobei 3U bemerfen ift, baft bie $oli3eibeamten infolge Berftaatüdntng ber gefamten ^ßoü3ei im gt^iftoatgebiet Dan3ig am 1. Oftober 1924 auf ben 6taat übernommen mürben. (Ermähnung fei ferner noch ber Sahrhunbertfeier Qoppots als Bab am 21. 9ttai 1923 getan. 2Ius biefem SInlaft mürbe u. a. ber Sahrhunbertpla^ im <5d)äfertal als Sportplat} geftiftet. ©eine (Einmeihung erfolgte allerbtngs erft im f)erbft 1926. Die Sahrhunbertfeier gab ferner ben ftäbtifchen Slörperfchaften Ber= anlaffung, 3U befdjlieften, bem jeroetlig leitenben Bürgermeifter bie 2Tmts= be3eichnung Oberbürgermeifter 3U oerleihen. Diefer Befchluft mürbe 00m ©enat genehmigt. Dr. ßaue ift fomit ber erfte Xröger biefer 2tmtsbe3eid)nung. 2tud) bie Sabrbunbertplafette oerbanft ihre (Entftehung biefem Xage. 2tuf allen (Bebieten unb nach ö^en Dichtungen \)xn geht ein frifeber 3^9 &urt*) bie Bermaltung, unb fomeit bie mirtfd}aftlid)en Berhältniffe unb bie grofte 9lot oieler Beoötferungsfreife es nidjt hinbern, ift mit greuben ein 2luffd)mung feft= 3ufte(Ien. 2ttle, jeber an feinem Xeil, finb beftrebt, Qoppot als Bab unb 6tabt 3u förbern unb 3U heben. Darum follte man ihm aud) nicht Affeln für feine 2Iusbehnungsmöglid)feit anlegen. 9lur menn es fid) frei unb unbehinbert in ben ©rensen feines Befifetums, bie allerbings erft bem ©tabtgebiet 3°PP°t 3ugefd)lagen merben müßten, entmicfeln fann, unb menn ihm feine ©elbftänbigfeit erhalten bleibt, mirb es für fein (Bemeinmefen unb bamit aud) für ben greiftaat Dan3ig eine Quelle bes ©olbes fein, bas fqmboüfd) bas 2Bappen miberfpiegelt. — 33 — $ie 3oppotet Batboper 3f)te (Entffefjung unb (Enfroicftung 93on Dberregiffeur ^ermann e r 3 3 um 25jäl)rigen Subiläumsfeft ber Stabt 3°PP0t gebührt es fid) root)I, ben *81icf auf bic (£ntmicfhmg oon Qoppots größtem Shmftinftitut 3U richten. 9Jlan fann fagen, baft bie *8ebeutung ber 3oppoter 2Balboper als Shtnft= unb ^ulturftätte meit über bie (Bretten 3°PP°te unb bes greiftaats hinaus 3U einem (Segen= ftanbe fürrftleri= fcf)en Sntereffes aud) in Deutfd)= fanb unb bem 2luslanbe em= porgemad)fen tft. 2lls 1909 <8iir= germeifter 2ßo (b m ann ben (Sebanfen einer 9tatur= büfyne jur 2öir!= licfyfeit roerben lief*, ba ahnte er mof)I nod) nicht, bafj bem 2Berfe, bem er bas ßeben gab, ein fold)er 2Iufftieg belieben fein fönnte. (Er be= rief gachleute, l Zoppotcr | ucranjtaltct uott j UJaldfcslspieK &cv $taM 3oyyot "glaturßü^ne im ^oppotcr "gSaCöe am flßittwocb, dem 11. Hugust 1909, abends 7 öbr. (Brt uitßünBtßtr Wittrrunß am lajjr Sarau f.) Hacbflager in ßranada, Womantifdjr Cpei in t ÄTten oon <£onrabtn ftreuftrt ®p teilen 11114: Cberrefliffeui ®anl fB«f!ter<34«|fcr. — Dtriflent: ®. «duttt*. per fönen: ®tn ^dgn...........$err Conutin# RJnifll Qefapemfangci fWrlt* Olmbrofto ein alt« $trt.......£»*rt 'JJaiU SBaltb« Sdtfnti. Vciro | «rtr» I um alles 9tot= menbige 3ur @e= ftaltung einer 5ßaIboper oor= 3ubereiten unb burd)3uführen. 3n einer ZaU mulbe, rings oon (Eichen unb S!ie= fern umftanben, fdjufen fie eine *8ül)ne oon ettoa 30 9Reter breite, bie fpäter nod) auf 50 Steter ausgebest mürbe. 90lit einem riefigen, in ben legten Sauren ebenfalls noch ermeiterten 3ufd)auerraum, Söicbcrljolung ber 0?cr am Freitag, 13. b. SR&, abcnb3 7 lllir. ^er mefjrere fau= fenb *Perfonen fafet, fdjmiegt fid) biefes Naturtheater lieblich in ben mogenben 2öalb. $ein befferer, ftillerer unb poefieoollerer $Iat} hätte gefunben toerben fönnen, ber aud) in beßug auf eine, befonbers für bie 6ing= ftimmen, gerabe3U überfeinen s2lfuftif oor3Üglid) gemäht mürbe. 2lls Jrauleüt ©fanefTn fcorof, MB btr Rcmtidpn Cvti !$m ffltltjelm 3djtft. •om Subltbeatrr in Daitm öeorg oon fflefternbflßtn. vom SlabtlbraUi in ®on|i» ein |unget §m ....... $en flRtdpri {Hüntel. covi neuen ©tabMbeatei in ftflrnbcrf Qitaf Otto . . . .........f»er» Opernfängcr $Kint ftcdjn«. 200 pauuu unD Qerrcn nnter gütiger ttlitinirkung ht* Dan,\igcr £ttjrcr-©crangDerrin» und be» Zoppotcr Cöötmcr-(ßcrnngncrci»i». töiolmfolo im II. Hfl: (xrt fionicrlincincr gennridf». (3&0et. treibet, fcirten. |>itttnncn. Bauern, ©endjwpetfonen. "Äöndje. Spamen. — $ttt: löfi«. SeftiHrntio* «■ brr fiahdbaljn *«fl (»|g JW r r Prcifr brt P>äl|r: i. »ns 8 s«.. -t. »n9 » »it.. - Abc.tk.ITc im joppolci «UrqfOlia^ (>' Hnfait0 pünhtlidj 7 HI|r. (£nöe 9 Hljr. Vorvtrhauf. Pcrkctr..cr»..kM « Sitrajügt, Dampfer und fDolorboote fteben bereit. — 34 — Dfagiffeur mar es a u l 2Balther = Sd)äffer, ber bamalige ^Bö^buffo bes Dan3iger Stabttheaters, ber oon ber erften Stunbe an 5BoIbmanns treuer ^Berater mar unb blieb, ber alle Sorgen unb Nöte unb greube eines (Seftalters mit ihm teilte unb für if)n trug. SDtit ber i)erausarbeitung ber f3enifd)en Silber mürbe ber ba= malige Stabtbaumeifter u ch m ü 11 e r betraut, ber nad) ben (Entmürfen 2ßalther= Sd)äffers bie 2BaIbbül>ne ben (Erforberniffen ber aufjufüljrenben Oper gemäß oor= bereitete. So mürbe benn ber Xraum 3öaf)rl)eit unb bas Streben bes fünftlerifd) außerorbentlid) hod)ftebenben Mrgermeifters SBolbmann burd) bie erfte 2luffül)s rung oon ^reu^ers a d) t1 a g e r o o n (S r a n a b a" am 11. 2luguft 1909 be= lohnt. Der (Erfolg mar ein fo günftiger, baß ber 93efd)luß gefaxt merben fonnte, alljährliche Opernaufführungen im 2Balbe 3U oeranftalten. Der (Einbrucf ber 23or= ftellung oeranlaßte bie beutfd)en Ingenieure, bie ihren Kongreß 1910 in Dangig abhielten, eine Aufführung oon *Rid)arb 3öagners „X a n n h ä u f e r" für ben Sommer 1910 3U beantragen. Diefem 2Bunfd)e fam bie ßeitung ber 3Öalbfeftfpiele nad). ©5 mar jebod) 2Balther=Sd)äffer nur befd)ieben, ben 1. unb 3. 5lft l)eraus= 3ubringen. Das lag an bem Slunftprin3ip, bas in biefer SInfangsjeit bie ßeitung ber 5öalboper befeelte. ÜJJtan mar übereingefommen, nad) bem ÜUlufter alt= gried)ifd)er Dramen bie (Einheit bes Ortes ftreng 3U magren, man glaubte, baß es bem 2Befen bes Naturtheaters beffer entfpradje, menn bie Ssenerie feftftehenb, feinerlei Ummanblung erfahre. Diefes etmas ftarre ^unftprinsip mußte 3U großen (Einfdjränfungen führen unb mar burdjaus nid)t geeignet, fo fompli3ierte 2öerfe, mie bie 2ßagnerfd)en 9ttufifbramen es finb, geftalten 3U fönnen. 2BaItf)er=Sd)äffer mußte benn aud), um biefem $rin3ip treu 3U bleiben, ben l)errlid)en 2. 2l!t, ben Sängerfrieg auf ber 5ßartburg, opfern, moburd) natürlich bie Aufführung einen ftar! fragmentarifcben (Eharafter erhielt, ^ünftlerifd) glüdlidjer fiel bann „D a s (Bolbene 51 r e u 3" oon 33rüll aus. (Es folgten bann nod) mohlgelungen unb oon (Erfolg begleitet oon Xtyuilles „fiobetan3" (1911) unb Smetanas Oper „Die o e r f a u f t e 53 r a u t" unb 5)umperbinds ,,S) ö n f e l unb (Bretel" (1912), bann im Suli 1913 ©lutfs Sd)äferfpiel „Die a i e n ! ö n i g i n", im 2luguft „Der Sicjeunerbaron" Unb 1914 fam ber „$ r e i f d) ü fjeraus, jäl) unterbrochen burd) bie Slriegsfurie, meiere bie 9Jlufen oerjagte unb 3erftreute. 3mar oerfud)te man 1915 nod) £)offmannstl)aI „Sebermann". Die Stimmung aber mar 3U trübe, bie pefuniären Schmierigfeiten 3U ernft, fo baß banad) bis 1919 ber ^piafe im 2Balbe oereinfamt blieb. 3n biefem 3al)re 1919 begann man bas Sntereffe mieber 3u merfen, nach allen Sd)recfen oon Slrieg, 3ufammenbrud), Neoolution 3ur alten Orbnung 3urücf3ufehren. (Etmas mibermillig 3mar mollten fich bie oerrofteten Näber bes in 23ergeffenheit ftehengebliebenen Üh^fpisfarren 3unöd)ft in ©ang bringen laffen. (Es mürbe mit 2ln3engrubers Schaufpiel „D i e Sl r e u 3 e l f d) r e i b e r" ber 2Bieberbeginn aufgenommen, fobann im barauf= folgenben 3al)re mit einer Oper, unb 3toar mit a j a 3 3 0", ein meiterer 23erfud) — 35 — 3 3ur 2Bieberbelebung bes 9laturtl)eatergebanfens getan. 2tud) biefer litt nod) unter ben 91acf)tt)ef)en ber fd)redlid)en (Erlebniffe unb erft 1921 fonnte mieber oon einem oollen (Erfolge bie D^ebe fein. Der 150. (Beburtstag ßubmig oan SSeetfyooens unb ber 10jäf)rige (Bebenftag ber (Erfteinmeil)ung ber Sßalboper fielen 3ufammen unb oeranlaßten bie 2lnfpannung aller Gräfte eine bes großen Xoten mürbige 2Iuf= fiif)rung oon „g i b e l i o" burd)3ufül)ren. Die ^Benutzungen gelangen über (Er= marten gut unb 2Baltf)er=Sd)äffer, für ben balb banad) ber 23orl)ang bes ßebens fiel) für immer fd)loß, tjatte mit biefer 3nf3enierung ben (Bipfei feines Strebens unb Könnens erreicht. SCPcit ber 2Iuffül)rung oon „^ibelio" mar ein Sßenbepunft für bie 5ßalb= oper gefommen. *Bürgermeifter Sßolbmann unb 2öaltl)er=©d)äffer, bie beiben Un3ertrennlid)en/ folgten fiel) fcf)nell in bas (Brab. 3öolbmann mar Sd)äffer bereits am 26. gebruar 1919 oorangegangen unb bie Qoppoter 9taturbül)ne ftanb nad) bem Xobe Sd)äffers einen 2Tugenblicf oöllig oermaift. Qreunbe ber $unft blieften mit Sorge auf bie beiben f)ügel unb fragten, mas mirb nun merben? 5)ier mar es nun Oberbürgermeifter Dr. fiaue, ber als Dtodjfolger SBolbmanns bas gortbeftel)en ber 5BaIboper fieberte. 3n großzügiger 5ßeife entfcfyloß er fiel) fogar, bas ÜBerf immer meiter aussubauen. Die Qal)l ber Opern, bie ausfdjließlid) im 2ßalbe fpielen unb fomit bem ^rinsip ber (Einheit bes Ortes entfpredjen, mar faft burd) bie oorangef)enben 3af)re erfcfyöpft, ber (Bebanfe an SBagners große ^unft trat in ben 23orbergrunb unb fo mar es Dr. ßaue 3U banfen, mit il)m ben oon Sbealismus getragenen Männern ber 2Balbfeftfptel= femmiffion, baß im 3al)re 1922 3um erften 9ttale unoerfür3t eine oollmertige 2luffül)rung oon 9iid)arb 2Bagners „CB iegfrieb" einen imponierenben Verlauf nal)m. 5Baltl)er=Sd)äffer f)atte mol)l cor feinem Xobe felbft nod) ben (Bebanfen gehegt „Siegfrieb" 3U oermirflidjen — es follte il)m nid)t mel)r oergönnt fein. gür bie fiinftlerifdje ßeitung unb bie f3enifd)e (Beftaltung mürbe Schreiber biefer Qeilen, bamals Oberregiffeur unb Dramaturg am Dansiger Stabttl)eater, als Dladjfolger 2Baltl)er=Sd)äffers gemäl)lt. Das (Befyeimnis bes (Belingens biefes erften großen 2Bagner=2lbenbs mar bie abfolute Durchführung einer burd)aus erft= flaffigen 5Sefe^ung aller Partien. (Es gelang e i n r i d) & n o t e, ÜDtüncfyen, 3u geminnen unb mit 93ogeIftrom, Dresben, in ber Partie bes „Siegfrieb" abmed)feln 3U laffen. Die ,,*Brünnl)ilbe" fang Melanie Sl u r t, ^Berlin. 2Ils Iftime mirfte 3Balbemarf)enfe, ben gafner gab Geigers, ben 2Xlbe rid) 3 a b o r. 2Hs 2BalboogeI medjfelten Srene (Eben unb Steina *B a (f 1) a u s ab unb als Dirigent bemies ber junge geniale Slnappertsbufd), ber oon Deffau fam unb als (Beneralmufif'bireftor nad) 9Jlünd)en ging, feine ftarfen $äf)ig= feiten, bas Ordjefter, bas burd) erfte Soliften ber ^Berliner Staatsfapelle oerftärft mar, 3U meiftern. — TOt il)m teilte fid) in ben (Erfolg Slapellmeifter D r. $). $) e ß, ber aud) bas Ord)efter oorbereitete. — 36 — Der ©rfolg biefes Sommers bemies, mie fefyr unb tüte gern bas *ßublifum fid) oon bem mächtigen unb tiefernften (Seift 2öagners ergreifen lief*, bemies aud), mie oollfommen gerabe bie Shmft 2Bagners nnb feine ins *Iftetaph9fifd)e unb St)mbolifd)e gefteigerte $unft in bie geheimnisvolle llmmelt bes ed)ten 2Balbes paßte, fo baß bas ©insmerben oon ^unft unb 9tatur fid) f)ier reftlos 3U oollsietjen fd)ien. 60 fonnte bas Oberhaupt ber Stabt im ©inoerftänbnis mit ber geftfpie^ fommiffion befd)ließen, bie *Rid)arb=2öagner=geftfpiele in ^ufunft fort3ufet}en. gür 1923 mürbe eine Aufführung oon „ß 0 I) e n g r i n" geplant. Der 5Sau ber 23ül)ne mar faft oollenbet, als bie rapibe ©elbentmertung alle unfere Hoffnungen 3um Scheitern brachte unb eine Abfage ber Oper für ben Sommer 3m $o!ge hatte-3m barauffolgenben 3ahre 1924 fonnte bann ungehinbert bie „2Balfüre" geftaltet merben. Das ^Srinjip, erfte Sßagnerfänger 3U berufen, mürbe nun bauernb beibehalten, aud) als 1925 „X a n n h ä u f e r" 3ur Durchführung fam. Da mir bereits [eit „Siegfrieb" fgenifche llmmanblungen eingeführt hatten, mo TOmes gelfenfd)miebe ber £)öl)le bes ßinbmurms ^ßlat} machen mußte, unb in „Sßalfüre", mo bie ^unbingshütte bes erften Aftes oerfchmanb, um bem 5Balfürenfelfen D^aurn 3U geben, fo erfd)ien ber 2öed)fel ber ©jenen im „Xann= häufer" nun als etmas SeIbftoerftänblid)es, [ollte bem 9Jtufifalifd)en, mie ßite= rarifdjen unb aud) (£tl)ifd)en nicht (Bemalt angetan merben. Der gemaltige ^ublifumserfolg frönte unfere DJUthen unb biefe ftarfe Anteilnahme aus allen (Schichten ber 93eoölferung unb aud) ber oielen im Sommer \)m meilenben gremben blieb uns aud) 1926 bei ber (Beftaltung bes „£ 0 h e n g r i n" treu. ©in erhebenber Anblicf bietet fid) bar oor jeber 33orftellung auf ben 2ßegen jum 2ßalbe, bie oon einer manbernben, 3U Xaitfenben jählenben Schar, lange oor beginn ber Aufführung burd^ogen merben. Die Mnftler haben oft oerfichert, baß fie beim Anblicf bes immenfen Aubitoriums oon einer unbefd)reiblichen 5öeihe erfüllt mürben.--- Der Dirigentenftab liegt feit „Xannhäufer" faft ausfchließlid) in ben i)änben bes großen 2Bagner=3nterpreten ^ßrofeffor Dr. 5CR a ^ oon Schillings, nad)bem er 1924 mit ©eneralmufifbireftor Kleiber abmechfelte. Aud) in biefem Sommer, mo mir babei finb 2Bagners gigantifdjes 2öerf, bie „® ö 11 e r b ä m m e r u n g" oorjubereiten, bie am 2 4., 2 6., 2 8., 3 1. 3uli un b am 2. Au g u ft in Sjene gehen mirb, ift Ott a £ 0 0 n Schillings mieberum bie maßgebenbe mufifalifche $erfönlid)feit. 3hm 3ur Seite arbeitet als oorbereitenber Slapellmeifter $ a r l X u t e i n. ©in befonberes Moment ift ber 3 0 p p 01 e r 5öalbopern = (£hor, ber firf) aus bem ßoppoter 3!ttännergefangoerein unb Damen unb Herren ber ®efell= fdjaft 3ufammenfe^t, unb ber mit feinem Dirigenten 3 e I & s n X) mit großem — 37 — goppoter 2ßalöoper 1910: Sgnatj 23riilt: „Sas golöene Slreua" 33luft!alifd)e ßettung: Dr. ^eing #e|3 — Stünftlerifd)e ßettung unb SRegie: ?ßaul 2Baltl>er=Sd)äffer $ombarbon: ^ertoart=(Tt)cmnife — (Etjriftine: (Efjarlotte lU)r=2)resöen — Jtjerefe: (Eläre Suj 9ltd)arb 2ßagrier»geftfpiele im ßoppoter 2Balbß 1926: „ßofyengrin" I. 2lft 2ttufifalifd)e ßeitung: $rof. Dr. aJtaf oon Schillings — Slünftlerifdje ßeitung unb Dtegie: Hermann 2Jler3 König Sjeinrid): Otto #elgers=5$erlin — (Eifa: ÜRaria S)uffa=©reoe=.S)amburg — Ortrub: 35ella 3?ortner=5)albaertf)=58erIin — £elramunb: 9Jlaj 9iotf)=25erlin Sbectltsmus com beginn ber Sßölboper bis fyeute fid) [einer fdjmierigen Aufgabe unter3iet)t. 3n ben erften Sauren leitete (Efyormeifter <51 a n g e mit (£rfolg bie (Efyöre. 2Bir, bie mir an ben Problemen arbeiten, bem 5Balbe feine (Befjeimniffe 3U entlocfen, um fie in $unft umgemanbelt ben SDtenfcfyen jum Sefte barjubringen, mir müffen uns ber 93erantmortung bemüht fein, nicfyt nur für bie (Segenmart, fonbern aud) für bie 3ufunft arbeiten 3U [ollen. 2)en fommenben (Sefd)Iecf)tern bie 6e^nfud)t nad) bem 6d)önen 3U erhalten, burrf) alles Srfjmere unferer I)inburcfy, unb ifynen ben ^Begriff oon Shinft unb Statur tief in bie 6eele 3U prägen, fei bie Dornefymfte Aufgabe ber 3°PP°^r 5öaIboper. — 40 — 3oppof als Sommerjifc Dat^iger JJafrijier (etwa 1550-1734)» 93on fiouts S d) m a I m as 16. 3at)rf)unbert mar berufen, Danaig 311 einem Sßeltfyanbelsplat} 3U madjen, nie mar $)anbel unb ©anbei fo in Glitte gemefen, mie in biefer 3eit. ©ine eigene Slauffafyrteiflotte oon über 150 Schiffen mar tätig, um bie bebeutenbe (£in= unb 2lusful)r ju bemältigen. Der *Reid)tum ber Stabt unb if)re (Einmof)nerfd)aft mudjs ftänbig, mirb letztere bod) für bie 3dt um 1600 auf runb 70 000 gefdjäfet. SJtit bem 9teid)tum mudjfen aber aud) bie 2Infprüd)e ber $)anbels= Herren, ©ine grofce 2tn3al)I prächtiger $rioatt)äufer ber 6tabt banft biefer 3e^t if)re (Entftefyung. 3n 23erbinbung hiermit mürbe ber 5Bunfd) in immer meiteren Greifen lebenbig, in ber Umgegenb ein Heines (Sütdjen fein eigen 3U nennen, auf bem man Sonntags im Greife feiner gamilie bie Stunben 3ubringen unb fid) an bem ^manglofen Iänblid)en £eben erfreuen fonnte. 3n ßangfufjr, ^ettigenbrunn, ^Belonfen unb £)f)ra gab es fdjon eine *Keil)e foldjer $atri3ierf)öfe, nun ging ber $litf meiter, unb 3mar nad) bem fdjon bamals megen feiner ßage befonbers gefd)ä£ten 3 0 P P 0 *• fiange Safjre fyinburd) ftanb bas Sllofter Dlioa fdjon in freunbnad)barlid)em 23er!el)r 3U ber reichen fymbelsftabt unb 3eigte fief) ben feitens ber Dan3iger *ßatri3ier laut merbenben 2öünfdjen burdjaus millfätjrig. 60 mürbe benn beren Sefjnfurfyt leichter befriebigt, als fie mof)l felbft 3U fyoffen magten. Die erften ^oppoter i)öfe gingen um 1550 in Do^iger ^Befitj über unb gegen bas 3al)r 1650 maren alle bis auf bas #arberfd)e Sd)ul3engrunbftütf in ben £)änben oon Dansiger $auf= leuten, benen bas Softer ^rmilegien unter für fie meift red)t oorteittjaften 9$e* bingungen erteilte. 2ßas ben Dan3igern bie 3°PP0*er «Qöfe befonbers mertooll machte, mar bie grofje 2Ibgefd)loffenf)eit berfelben infolge ber meiten (Entfernung oon ber Stabt. (Es mar eine tief eingemur3elte (Figentümlidjfeit ber i)anbels= f)erren bamaliger Seit, möglidjft für fid) im Greife tyrer gamilie unb greunbe 3u leben, ©aftfrei im I)öd)ften 5Jla|e gegen *8efannte unb foldje grembe, bie ibrem i)aufe empfohlen mürben, t>erl}ielten fie fid) gegen anbere, befonbers foldje, x) 2Iu5 bem in näcfyfter 3ei* erfcfyetnenben 5ßerf: (Befriste non 3oppot unb feiner Um» gebung bis jur TOitte bes 19. 3al)rf)unberts. — 41 — bie f03ial unter ihnen ftanben, ftreng ablehnenb. Diefer Abftanb mürbe faft nie iiberbrüdt. Die ganse bamalige ©efe^gebung trug Diel ba3U bei, biefe Verhältniffe nid)t 3U milbern, fonbern ef)er 3U oerfd)ärfen. Dem Kleinbürger mar es 3. 53. bie über 1700 unterfagt, oor 4 Uhr nachmittags mit feinen Angehörigen einen ©pa3ier= gang 3U machen unb ber i)eimmeg mugte fo angetreten merben, bag man oor 9 Uhr 3U fyaufe mar, ba um biefe Seü öie ©tabttore gefchloffen mürben. Weitere Aus= flüge ber breiteren Greife verboten fid) unter biefen Umftänben oon felbft. Der ©rogbürger, ber prioilegierte ©tanb, fannte berartige 23orfd)riften nid)t. ©d)on bamals mar es Sitte bei ben Kaufleuten, ©onnabenb mittag bie ©efd)äfte 3U fdjliegen unb fid) nad) ben ßanbhäufern 3U begeben. Die S^ücffehr 3U ben gefchäftlichen Pflichten fanb bann Montag früt) ftatt. 9tad) allen ©eiten fah man bie fleinen „Drofd)fen", ©infpänner mit 23orber= unb TOdfit}, aus ber ©tabt ben länblid)en fjöfen 3ueilen. 9ftühfelig im Vergleich 3U heute mar bamals bie gahrt nad) Q 0 p p 0 t, fo bag gut brei ©tunben vergingen, el)e man an Ort unb (Stelle mar. (Xhauffeen ober befeftigte gepflegte 2Bege gab es nid)t, namentlich nad) Qoppot mar ber 2Beg 3um größten Xeil fehr fanbig, fo bag man an fchnelles fahren nicht benfen fonnte. Die groge nad) Bommern führenbe ßanbftrage ging 3ur bamaligen $eit oon Dansig über 9leufd)ottlanb, bem je^igen grogen ©jer3ierplafe, an bem auf halbem 2Bege 3mifchen © l e 11! a u unb 0 l i t> a liegenben Krug ^oggenfrug oorbei nad) K a r l i f a u unb enbete hier in ber heutigen Dansiger ©trage, unb 3mar in ber D^ähe ber ©tabtfdjule. Manche Verfügungen ber Abtei Olioa fucfyten Littel unb 5öege, um biefe bem fd)on bamals bebeutenben Durchgangsoerfehr mit Bommern bienenbe ©trage bauernb in gutem 3uftanbe unb in genügenber breite 3U erhalten. 23iel nüfete bas Vorgehen Dlioas aber nicht, läftigen Pflichten fudjte man bamals fdjon ebenfo gern aus bem 3Bege 3u gehen mie heute. Die ^oppoter $)ö f e lagen oerhältnismägig bid)t 3ufammen. gaft aus= nahmslos befanben fie fid) in bem Xeil ber heutigen Verg=unb©eeftrage, ber 00m ftäbtifd)en ©utshof an bis 3ur (£de ber jefeigen i)affnerftrage reicht. Der 3U ben i)öfen gehörenbe Ader befanb fid) 3um größten Xeil in fleinen burd)einanber= gemürfelten $ar3ellen com fianbhaus 3iemlid) entfernt, mas bie Vemirtfchaftung natürlich fehr erfdjmerte; um bas £)aus felbft gab es meift nur ©artenanlagen. Da bie ein3elnen i)öfe nur burd) Sormege mit ber Augenmelt in Verbinbung ftanben, fo fonnte man bas bamalige Vilb oon 3oppot mohl mit bem einer fleinen ©tabt rergleidjen. Die 3mifd)en ben f)öfen laufenbe ©trage mürbe beshalb auch ^ „©äffe" genannt, auger ihr gab es nur nod) bie fd)on ermähnte groge Durd)gangs= ftrage nach Bommern (bie heutige Dan3iger unb $ommerfd)e ©trage), unb bann einen fleinen gelbmeg, bie „Xrift", ber fid) ungefähr in ber üftähe ber heutigen ©tabtfdjule in ber Dansiger ©trage ab3meigte unb nach ben ©eemiefen hinführte. — 42 — Die #öfe maren 3uerft 2 ,$)ufen (etma 120 preufeifdje borgen) groft, nur ber urfprünglid) auf bem Xerrain bes heutigen (3utsl)ofes liegenbe 6d)ul3enl)of, bas ^ruggrunbftüd, bas fett ben älteften Reiten auf ber ©teile bes heutigen 6d)mibtfd)en ($aftl)aufes in ber $ommerfd)en Strafe lag unb ein £)of (ber Dritte) maren größer, dufter bem uralten $ruge gab es übrigens fd)on um 1600 nod) eine ,,.S)afenbube" (eine Kramerei), aud) ein 2$emeis bafür, baft in bem bamaligen <30PP°t menigftens im (Sommer ein red)t reges ßeben gel)errfd)t fyaben mufc. 6ef)en mir uns nun bte ein3elnen ^öfe unb bie Flamen ifjrer ^Befitjer nätyex an2). f) o f 1 lag an ber heutigen ^Bergftrage 3ur rechten fymb. 23alb nad) 1600 mar er im ^Befife eines gemiffen Dalmer, mesfyalb er aud) lange 3eit l)inburd) ben tarnen Dalmerl)of trug. Ob Dalmer fcfyon 3U ben Dansiger ^Satrigiern 3U redjnen mar, ftefyt nid)t gans feft, ber f)of gelangte aber nad) furser ™ 5)anb ber berühmten Dansiger Familie 9t o f f o m. S) o f 2 lag an ber ©de ber heutigen Dan3iger unb Seeftrafte (fpäter mit bem tarnen „6panifd)er f)of" be3eid)net). Sd)on oor 1600 mar er im SSefifee ber Dan3iger gomilie (£ l e e f e I b t. £) o f 3 mar ber urfpriinglidje 6d)ul3ent)of unb befanb ficf) ungefähr auf ber (Stelle bes jetzigen ftäbtifdjen ©utes. 3m 3al)re 1612 ermarb it)n ber Dan3iger ^Bürger (Bregor 2B e g e r , il)m als Dansiger (Sroftbürger besagte jebod) bas 6d)u(3enamt mit feinen *Ked)ten unb ^ßflidjten gar nid)t, er füllte ftd) baburd) in 3U großer 2tbf)ängigfeit oom Softer. Deshalb trat er balb nad) ber 35efife= ergreifung eine #ufe, bie nad) bem 6d)mierauer ßanb 3u lag, an einen ^Bauern namens Harber ab, bem nun bas 5Imt bes <5d)ul3en übertragen mürbe3). Harber unb feine bireften 9?ad)fommen Dermalteten übrigens nod) um 1650 bas 2lmt. S) o f 4 lag in ber 9^äf)e bes uralten Truges in ber ^ßommerfd)en Strafte. Sein SSeftfeer mar um 1600 Safob £) i r f d) b e r g , ein d)on balb nad) 1300 gehörte Slarlifau 3um ^Befi^ Dürrns, nnb 3mar urfprünglid) als Heiner f)of non einer ^ufe, ber mirt= fchaftlid) mit bem ebenfalls fel)r alten Schmierau 3nfamment)ing. 211 s erfter nad)= meisbarer ^Befifeer tritt uns um 1600 ein gemiffer 0 i n f entgegen, mährenb fürs nad) 1650 ber Dansiger Ratsherr 9^eini}oIb Vollmer ^Befi^er non ^arlifau unb 6d)mierau ift. 2. f)od)maffer, eine fehr alte 2lnfieblung, gehörte um 1600 3U ben ^frünben ber <5t.=3afobs=$ird)e in Olina. Diefe, in fpäterer Qext als (Bottesfjaus für bie eoangeIifd)e (Bemeinbe Dlioas bienenb, mürbe bis bal)in als ßaienfircfje benutzt. 3n ihr mürbe für bie nad) Olma eingepfarrten *Bemol)ner ber (Bottes= bienft abgehalten, mährenb bie SÜofterfird)e ber ^Benu^ung burd) bie Snfaffen bes Mofters oorbehalten blieb. 2ßetd)es äußere *Bilb bot nun Qoppot bamals mit feinen f)öfen! Die enge faft ftabtäfjnlidje Bebauung haben mir fd;on ermähnt, bie ^Bauart ber einseinen 5Sefi^ungen I)ielt fid) aber um 1600 im gan3en nod) in befdjeibenen (Breden. 5Ius ben Verleihungen feitens bes ^lofters exfehen mir, bag bie Dansiger $atri3ier mehrfad) „müfte befolate" ©teilen ermarben, bie erft mieber aufgebaut metben mußten. Da bas ©innen unb Xrad)ten ber Dansiger Herren in erfter ßinie auf ben sBefi^ eines fommerlid)en 5)eims gerichtet mar, fo merben mir uns bie 2öohnf)äufer in ber Mehrheit als einfache, menig umfangreiche menn aud) gefällige (Bebäube benfen müffen. *Bei oerfchiebenen (Belegenheiten mirb auf fie in ben alten Urfunben als „ß u ft h ä u f e r" hwgemiefen, ewe *Be3eid)nung, bie gemiffe 6(f)lüffe auf bas ^leuftere mobl suläfct. 3n ben meiften gälten ermarb man aber bie ausgebauten fo lange bäuerlichen 5Sefi^ungen. Daf3 bie 3U biefen gehörenben 5Bohnf)äufer ben 2lnfprüd)en ber neuen ^Befifeer, namentlid) bes fnappen Raumes megen nicht genügten, ift erflärlid). Von umfangreichen ^Bauten fd)eint man aber fürs erfte 2lbftanb genommen 3U h^en, erft einer fpäteren mar es oorbehalten, hier 5Banbel 3U fdjaffen. Die grofje, befonbers an 6onn= tagen geübte (Baftfreunbfchaft, bie burd) bie bebeutenbe (Entfernung Dan3igs notmenbig gemorbene Uebernad)tung 3ahlreid)er CBäfte mad)te aber bie Verrichtung größerer Wohnräume 3um bringenben SSebürfnis. ÜUlan haIf fich nun in eigen= artiger 2ßeife. (Es mürben nämlich befonbere *fteben=2Bohnl)äufer auf ben einseinen f)öfen errichtet, bie fehr balb ben tarnen „&cmalierhäusd)en" befamen unb einsig bem Qmed bienten, ben (Bäften bie notroenbigen llnterfunftsräume 3U fchaffen. (Ein foldjes, freilich einer fehr oiel fpäteren entftammenbes ^aoalierhaus (etma 1780) gibt es noch heu*e 3°PP°t- ift bas im hinteren Xeil ber (Eeciliem ftrafte gelegene früher 3um gran^iusfd)en 53efi^ gehörenbe fleine (Bartenhaus. — 45 — Dem (Beuden ein recht freunbliches 2lnfet)en 3U geben, mar fyiuptforge ber Dan3iger $atri3ier. (Ban3 allgemein mar um biefe bie Vorliebe für 3terltd)e (Bartenanlagen in Verbinbung mit Xetrfjen unb Springbrunnen, ttnb menn auch, mie mir fefjen merben, bie großen funftoollen ^ßarfanlagen erft einer fpäteren 3eit oorbeljalten bleiben follten, fo genügt bod) bas im engeren *Raf)men (Be= fchaffene, um bem $remben ein anmutiges ^Bilb oo^uführen. Dabei mar bie Verrichtung fpeaiell ber 2Bafferanlagen mit nid)t geringen 6cf)mierigfeiten oer= fnüpft. 3n bem alten 3opprt gab es urfprünglid) nur einen Xeich, ben oor bem alten Dorftruge befinblichen Dorfteich, ber namentlich 3um Xränfen ber gracf)t= fuhrgefpanne, aufjerbem aber auch ben Vebürfniffen ber Dorfbeoölferung biente. 2Iud) biefer Xeirf) mar fünftlich angelegt morben, feine häufige Verfchlammung gab 3U manchen fcfjarfen Verfügungen feiten© bes Sllofters Dlioa an ben Schufen Veranlaffung, ba bem Ort bie Reinhaltung bes Xeicfjes oblag. Mehrere ^Bädje (fliege) burchquerten oon ben f)öf)en fommenb 30PP°t bie michtigften maren bas D o r f f l i e (3, meines ben Dorfteid) fpeifte unb bann öftlicf) bem Meere 3U feinen ßauf nahm, unb bae SfJlittelfließ, baö fich etmas füblicher baoon feinen 3ßeg bahnte. ©5 burchquerte, burch ben heutigen ftäbtifchen (Butsbof fommenb, bie Dan3iger Strafe unb flog bann gleichfalls bem Meere 3U. Diefe beiben Vädje benu^ten nun bie ©tabtfjerren, fie fcfyufen neue Rinnfale, bie an ihren Käufern oorbeigeleitet mürben, faxten mehrere oon ihnen 3ufammen/ richteten ©tauungen ein, um eine größere 2Baffermenge 3U fchaffen, unb legten oor ihren Käufern fleine 3ierlid)e deiche an, bie fich inmitten freunblicher (Bartenanlagen befonbers rei3ooll machten. 2luch umfangreiche Xaubenhäufer mürben errichtet, (Beflügel aller 2lrt, auch fremblänbifches, mürbe angefchafft, überhaupt alles getan, mas ber Shir3meil unb Qerftreuung bienen fonnte. 2lits bem i)aufe tretenb befanb man fich in einer fleinen 3eltartigen Vorlaube, in ber bie gamiüe an fchönen Xagen mit Vorliebe meilte inmitten eines fjeims, bas man in bem engen bumpfen Dan3ig lange genug erfehnt hatte. Doch ber Dan3iger Kaufherr mar oiel 3U praftifch oeranlagt, oiel 3U fehr auf ben (Ermerb eingeteilt, um fich mit bem 3U begnügen, mas bem 2luge mohlgefällig mar. Manche älteren Xeichanlagen hinter ben f)öfen maren fdjon oorfjanben, fie mürben oergrö&ert unb oertieft, ba3u eine gan3e 2ln3ahl neuer Einlagen gefchaffen unb eine gifd)3ucht eingerichtet, bie, burch ben natürlichen gifchreichtum ber 3oppoter Vöche begünftigt, balb reiche (Erträge brachten. Vefonbers 3ahlreich maren bie gorellen, bie fich &urcfy 9r0&en 2Bohlgefchmad au$3eichneten4). 2lber auch bie ßanbmirtfchaft mürbe gepflegt unb baneben eifrig ber 3agb auf bas 4) im 3at)rc 1795 waren biefe im Sloliebfer *Bacf) (ÜRenaetbad)) fo jal)lreid), bafj ber bamalige 23efi£er bes ©utes ^oliebfen, (Benerat t). SSrünnecf, für bie $ifausl>alt gefchafft, mas bie #anbelsf)erren 3U ihrer oerfeinerten ßebensführung brauchten, aber natürlid) in 3°PP0* nid)* erhalten tonnten. 3mmert)in lagen am Drt bie 93erf)ältniffe für bie *8efd)affung fo mancher Artifel 3iemlid) gilnftig. 2Bir miefen fdjon barauf hin, baß 3°PP°* neben feinem alten in erfter ßinie bem Durchgangsoerfehr bienenben (Safthaufe aud) eine £)afenbube (Kramerei) befaß, ein gall, ber in bamaliger auf bem flachen ßanbe nur in größeren unb mohlhabenben Drtfd)aften möglich mar. Die breite $ftaffe bes 93oIfes F>atte nod) fo menig 33ebürfniffe, baß ein nur auf biefe geftüfetes Unternehmen balb trüben entgegengegangen märe. Aus bem nod) oorhanbenen $rit>ilegium, bas biefer i)a!enbube oerliehen mürbe, er= fahren mir, baß if)r erlaubt mar ber £)anbel mit 93rot, ßid)t, SBranntmein, Xeer, ©triefen, Butter, 6al3, geringen, oIb #ellingratl) 3oppof a(s IKItfclpunff fportlidEjen Cebetts im Offen 23on (E a r l ßange et beginn unferes 3af)rl)unberts Ratten bie beutfdjen i)anfeftäbte eine fi'tfyrertbe *Rolle auf fportlidjem ©ebiet. Die fd)öne ßage ber *Bäber in ber 9täf)e ber großen Stäbte unb ber See, bie gefunbe unb erfrifdjenbe ßuft, ber burd) fjanbel unb Sd)iffal)rt enge 23erfef)r mit bem 2Iuslanbe, brachten es mit fid), baft neue ©portarten meift 3uerft bei ben Deutfdjen, bie nie! im 2Iuslanb roaren, befannt mürben unb baburcf) ©ingang ins Dfaid) fanben. 2ßie Hamburg unb ^Bremen an ber Spitze in Worbbeutfcfylanb fteljen, fo fyat fid) Soppot im fportlid)en ßeben bes Dftens im ßaufe ber $eit eine füfyrenbe Stellung errungen, bie ber (Entmicflung bes 93abes 30PP°t w f)eroorragenber 2Beife 3ugute fam. Das gab ben SKnlaft, baft meitfdjauenbe güfyrer ber Stabt fd)on bamals bie ^Bebeutung bes Sports erfannten unb burd) Qmneiterung unb Neubau fportlidjer ^Släfee fid) für bie görberung 5es Sportgebanfens, unb 3toar auf allen (Sebieten, einfetten, ■ftidjt oergeffen barf fein, bafj burd) bie *ftäl)e ber See ber 9^uber= unb Segelfport ftets befonbers gepflegt mirb. Die ^Beteiligung ber Segler ber gefamten Dftfee* füfte an ben großen Segelregatten bietet ftets ein überaus fd)önes unb farben= frohes *Bilb in ber Dan3iger *Bud)t. üftatürlid) ift es, baft aud) bie 5$abe= unb Sd)mimmtonfurren3en in 30PP°t ausge3eid)nete ^Beteiligung aufmeifen. Der grofte fportlidje 2Tufftieg beginnt mit ber 53egrünbung ber Qoppoter Sportmodje, bie nid)t nur gan3 Dansig, fonbern aud) bas ßanb unb ben weiteren Dften nad) 3°PP°t führen. Da id) feit 25 Sauren mit fur3en Unterbrechungen aftio an ber 3°PP°^er Sportmod)e teilnehme (bantals 1903 übrigens nod) als Sdjüler), fo finb mir bie Anfänge lebhaft unb flar oor klugen. Der Xennis= fport l)at mit feinen 33eranftaltungen, mit benen ber Warne bes im 2ßeltfrieg gefallenen Drganifators gri^ Sdjlepps im 3ufammenl)ang 3U nennen ift, burd) feine großen furniere bie sBegrünbung ber 3°PP°t^ Sportroodje fjeroorgerufen unb l)at oon ^Beginn an ben ^ernpunft gebilbet. 3m vergangenen 3af)re feierte bas gletdje Jubiläum tote bie Stabt 3°PP°t ber für ben Oftfport oerbiente unb mit ber 3°PP°^er Sportmodje eng oerbunbene Dftbeutfdje ßatrm=Xennis=Xurnier= 23erbanb. Unoergefclid) finb mir bie fportlidjen 23eranftaltungen jener Ob= mol)l ber Sport an fid) nod) lange nid)t bie *Bebeutung l)atte, bie it)m jefet 3uteil — 50 — mirb, mar bie *8egeifterung bamals eine oiel ftärfere. Das liegt 3roeifellos an ber größeren Sorglofigfeit, in ber bie 90tenfd)en lebten. Das jefet mieber be= grünbete (Ehrenpräfibium trat bafiir ein, ba§ bie Qoppoter Sportmodje ein gefell= fd}aftlid)es nnb fportliches (Ereignis erften langes mürbe. Die (Eröffnung burd) ben Oberpräfibenten ober ben ^ommanbierenben (Seneral, bie ^Beteiligung aller 93ehörben nnb ma^gebenben ©teilen, bie $eftesftimmung, bie bei Teilnehmern nnb 3ufd)auern fyerrfdjte, gaben unter bem meift blauen ^immelsbom in ber grün ummalbeten ßanbfchaft ber franßförmig gestalteten Danßiger *Bud)t bem (Ban3en eine feltene Harmonie, bie alle #er3en erfüllte. (Es mürbe 3U meit führen, bie erften beutfd)en unb auslänbifdjen Sportsleute 3U nennen, bie an ben großen 2öettfämpfen teilnahmen. (Eine befonbere 2ln3iehungsfraft oor bem Kriege bilbete ber Slaiferpreis, ber in ber 3°PP°ter Sportmoche ausgefpielt mürbe unb bie 95e= teiligung bes $ronprin3enpaares an ben Turnieren. 3m ßaufe ber Sahre traten bie gefellfctjaftlidjen 23eranftaltungen 3U fel)r l)ert)or. Der $rieg brachte felbftoerftänblid) eine mehrjährige Unterbrechung. 9^un fteht ber Sport mieber im 23orbergrunb, unb bie legten Sahre fühlten Scharen oon beutfchen Sportsleuten nach Soppot. Da auch ^Dan3ig unter ßeitung bes Sportfenators Dr. Strunf eine grofte 2ln3ahl neuer Sportplätje [chuf, fo entmicfelte fich ber Dansiger Sport trot} ber Hemmungen, bie ein leiber nur 3u fur3er Sommer mit fich bringt. 3m vergangenen Sahre mürbe ber höflich gelegene, grün umrahmte Sahrhunbertplat} ber Stabt 3°PPot eingemeiht, ber oor allen Dingen ben Schulen unb ber 3ugenb 3ur Verfügung fteht. (Es ift nicht möglich, auf bie ein3elnen ©portarten näher ein3ugehen. Schon immer ftanben mit an erfter Stelle bie fonntäglidjen kennen bes 2Beftpreuf3ifcf)en D^eiteroereins, ber feine ©lan33eit in ben Sahren hatte, ba bie in fiangfuhr unb in ber Umgebung ftehenben $aoallerie=sJiegimenter fich lebhaft baran beteiligten. Setjt finb bie £on!urren3en burch bie Schmierigfeiten, bie ber ^orribor mit fich bringt, gehinbert. Dennoch ift öas ^Bemühen ansuerfennen, mit bem ber 9tenn= oerein auf feinem 3mifd)en Olioa unb 3°PP°t gelegenen fd)önen ©elänbe ben D^ennfport meiter 3U förbern fudjt. internationale Sdjmimmfefte, Segel= unb Stftotorregatten, rafenfportliche unb turnerifche Sßettfämpfe, 5)unberennen unb Schieftfport, 2Iuto=, 9ttotorrab= unb gahrrabfonfttrren3en, Dittmern, 2Baffer= unb 5ßagenforfo beuten bie güüe ber 2lbmechflung unb bie 23ielfeitigfeit ber 33eranftaltungen an. 3n ben legten Sahren hat ber 2ßinterfport höhere *Bebeutung erlangt. ^Bieten bod) bie meinen i)öhen unb 93erge bis bid)t an bas 9Jleer h^an ausge3eid)nete (Gelegenheit, ben 9iobeI= unb Sd)neefd)uhfport 3U betreiben. (Ein befonbers glüdlidjer (Bebanfe fdjuf bie 9JlögIid)!eit, ben Xennisfport auch hinter aus3uüben. 2(us ber ehemaligen Reithalle ift ein in ben oorgefchriebenen ÜJttafcftäben, in Untergrunb unb #icf)t oorsüglicher Xennispla^ gemorben, fo baft Soppot nicht hinter anberen großen — 51 — 4* ©täbten 3uriicfbleibt. (Einige *Ping=pong=Xurniere in Soppot 3eigen aud) biefen jet}t im SSMnter Diel betriebenen 6port (*8egrünbung eines *ßing=pong=23erbanbes im !Reicf) unb Husfpielung von ßänbermeifterfdjaften). (Es ift natürlid), bafc burd) bie eigenartige unb abgetrennte Sage Dan3igs bie fportlidjen 23eranftaltungen internationaler als früher getoorben finb. 2ßar bod) fogar im oergangenen 3al)r bie Damsmannfdjaft 3U einem 2Bettfpiel in 3°PP0^ Sief er (Enhmcflung trug ber Dberbürgermeifter Dr. ßaue ^edjnung, inbem er bas ehemals beftanbene (Eljrenpräfibium ber 3°PP°^e^ ©porttüodje toieber be= grünbete, mit ?ßer[önlid)feiten, bie fdjon äufterlid) ben internationalen (£fyarafter ber fportlidjen 23eranftaltungen !enn3eid)nen. Dem neu gebilbeten (Efyren-präfibium gehören an: 23orfifeenber: ^räfibent bes (Senats ber freien 6tabt Dan3ig Dr. f). c. Safym, (Senator für 2Biffenfd)aft, Kunft unb SSolfsbilbung Dr. Strunf, ^Präfibent bes 23oIfstages ßi3. Semrau, ber i)ol)e Kommiffar bes 23ölferbunbes *Jkofeffor Dr. oan i)amel, ber biplomatifdje Vertreter ber Dtepublif $olen ÜDlinifter Dr. Strasburger, ber Königlid) bänifdje ©eneralfonful ®ocfy, ber (Seneralfonful bes Deutfdjen 9leid)es Dr. greifen oon Xfyermann, ber (Beneralfonful ber 9lepublif Oefterreid) (Sellhorn, ber töniglid) (Sroftbritannifdje Konful (Table, (5r. 90lagnifi3en3 ber 9ieftor ber Xedjnifdjen £)od)fd)ule Dan3ig=fiangfufyr ^ßrofeffor Kloeppel unb ber SSorfi^enbe bes D. &. X. X. 33. SWajor a. D. dar! ßange. Diefes (Efjrenpräfibium fdjafft 23erbinbungen auf fportlidjem ©ebiet, bie oon nid)t 3U unterfcptjenber 5Sebeutung finb. Xatfräftig unb unternefymungsfreubig bat bie (Stabt aus 2lnlaf3 bes 25jäf)rigen Jubiläums mit ber (Erweiterung bes (See* fteges unb bem 3Sau eines 3ad)tf)afens, fotoie bem 5Sau eines Klubfyaufes für ben Dansiger ic 3oppofer Sfabffparfaffe 33on Dberbürgermeifter Dr. ßaue m Subiläumstage ber (Btabt 3oppot eö W/ 3Ulefet auc*) &er ftäbtifdjen ©parfaffe 3U gebenfen, bie in ihrer (Fntmicflung ein getreues 2(bbilb bes mirtfchaftlid)en 2luffchmunge ber Stabt bietet unb oft genug in 3^*^ ftnangieüer Notlage für <5tabt unb 53ürgerfd)aft 3U einem ftarfen !Riicft)aIt mürbe, ©leid) im erften 3af)re nach Verleihung ber 6tabtred)te befdjfoffen bie ftäbtifchen körperhaften bie (Errichtung einer eigenen 6parfaffe, bie nad) Ueberminbung mancherlei Schmierigfeiten unb nad) (Erlangung ber erforberlidjen (Genehmigungen am 1. 2Ipril 1904 mit einem 9lenbanten unb einem ($egenbud)führer, beibe im Nebenamt, im (Sefchäftslofal ber kämmereifaffe für ben 23erfehr eröffnet mürbe. Dbmof)! bie alteingefül)rte D^ebenftelle ber Slreisfparfaffe fomie eine Depofitenfaffe ber üflorbbeutfehen (Erebitanftalt für bie neubegriinbete 6parfaffe ber im 3af)re 1904 erft !aum 11 000 (Einmohner 3ählenben 6tabt eine lebhafte konfurreng bebeuteten, ermies ftd) bas ftäbtifdje Unternehmen bod) als burd)aus Iebens= unb entmieftungsfähig. (Es ermarb fid) fef)r balb bas Vertrauen nicht nur ber Bürger* fd)aft, fonbern aud) ber 2Iuffichtsbehörbe, bie bereits unter bem 6. Dftober 1908 bie 6parfaffe 3°PP°t 3ur Anlegung von ÜDtünbelgelb für geeignet erflärte. 9Kit berechtigtem ©tol3 ermähnt ber im 3af)re 1914 t)eröffentfid)te ©efdjäftsbericht, bafj in ben erften 3ehn fahren bes Beftehens ber Stabtfparfaffe ber Spareinlagen* beftanb auf 3^ Millionen angemadjfen fei unb bamit manche ältere Sparfaffe überflügelt h<*be, ba£ ftets alle Neuerungen im Sparfaffenoerfehr, mie ins= befonbere ber @iro= unb Schecfoerfehr, unoe^ügtid) aufgenommen feien, unb baf3 bie Sparfaffe nunmehr — nämlich gelegentlich bes *Rathausneubaues im 3af)re 1911 — aud) e™eri befonberen Slaffenraum, ein Beratungs3immer unb ein mobernes Stahlgemölbe erhalten h^be. 2Bährenb ber krieg^eit hat bie Betätigung im $riegsanleihegefd)äft bie (BnU mieflung ber Sparfaffe entfeheibenb beeinflußt. *Runb 8 Millionen 9Jtar£ Kriegs* anleihe3eid)nungen ber ^oppoter Stabtfparfaffe für eigene unb frembe Rechnung fegen ein berebtes Qeugrtis ab t>on ber (Größe ber fieiftung bes jungen !tnter= nehmens, bem in3mifd)en in ben in 3°PP°t errichteten Depofitenfaffen ber Deutfdjen Banf, ber 2)an3tger ^ßrmataftien=33anf unb ber Oftbant für ^anbel — 53 — unb ©erwerbe toeitere fchtoenoiegenbe ^lonfurrenten ertoachfen toaren. Das itnaufhaltfame ©chtoinben bes (Selbtoertes in ben Sahren 1922 unb 192-3 oer= anlaste bie $oppoter ©parfaffe als eine ber erften bereits Anfang Januar 1923 toertbeftänbige ©parfonten 3unäd)ft auf *Roggemoert=, bann auf Dollarbafis ein= 3urid)ten, meiere bie (Erhaltung ber anvertrauten ©pargelber in roertbeftänbigen Anlagen ermöglichten. Die von 3af)r 31t Sahr fteigenbe ^rebitnot ber Kommunen brängte aud) bie ^oppoter ©tabtfparfaffe in toachfenbem ^lusmafce 3ur (Beinahrung Deutle ^etrb^mälrrung ^ j | | Q «j. DXotgetbfcfjccf ber Sfabf 3oppot- tJorberfeitc: Jaf)rf)unberfpfafettß bes Babes 1823—1923 (3/4 tiatürlicfjer'dJröfee) öon Slrebiten an bie eigene ©tabtgemeinbe. Durd) 9Jtaffenausgabe von auf bie Dan3iger (Sirosentrale mit bereu (Sinoerftänbnis ge3ogenen ©d)ecfs, bie roirtfd)aft= lief) benfelben mie bas in anberen ©täbten herausgegebene, ber ©tabt Soppot oon ber 2tuffid)tsbehörbe jebod) verbotene fogenannte ©tabtnotgelb erfüllten unb oom *ßublifum toie oon ben kaufen unb öffentlichen Waffen bereitroiltigft als Zahlungsmittel angenommen tourben, oerfd)affte fid) bie ©parfaffe bis 3um Ausgang ber Snflations3eit bie Littel, um neben ber ^rebitgeroährung an Qoppoter Bürger insbefonbere bas umfangreiche *Bauprogramm ber ©tabt in gro^iigigfter 2Beife 3U finan3ieren. 2lber aitd) nad) (Einführung ber gefttoährung blieb bis in bie jüngfte h^ein bie ©parfaffe mit bas roid)tigfte ^rebitinftitut nicht nur ber ©tabt S^PPO*, fonbern aud) eines großen Xeils ihrer 93ürgerfd)aft. Der 3ur3eit mit über 5 Millionen (Bulben nicht nur roieber erreichte, fonbern — 54 — bereits überfchrittene (Einlagenbeftanb ber 33orfriegs3eit foroie günftige 23er= binbungen 3U größeren auswärtigen (Belbinftituten tyaben es ermöglicht, baft bei einer 3ahlungsbereitfrf)aft (ßiquibität) oon 42 ^ßrojent bes (Einlagebeftanbes am ©djluffe bes Rechnungsjahres 1926 ber *8eftanb con ausgegebenen Darlehen an Qoppoter Bürger mef)r als 2 Millionen (Bulben betrug gegenüber runb 1,4 9ftir= lionen Waxt = etwa 1,7 Millionen (Bulben am 6d)Iuffe bes Rechnungsjahres 1913. Sie (Erweiterung bes (Befchäftsfreifes, insbefonbere bie Aufnahme bes s V JPcr (Scheck n achittadii ober ocrfällcJjt oSkr nachgemachte ob«r jfyb rcrfälfcht« ©chet)ifen= unb 5öed)felgefd)äfts, fteigerte im ßaufe ber legten Satire ben (Befamtumfa^ einer Seite bes Hauptbuches auf ein Vielfaches ber 23orfriegs3eit, nämlich ^on 7,6 Millionen ÜRarf = 9,3 Millionen (Bulben im Sahre 1913 auf faft 90 DMtionen (Bulben im Sahre 1926. Dftit biefer (Entwidmung fyielt ber äußere unb innere Ausbau unb Aufbau ber ©parfaffe gleichen 6cf)ritt. Rad) Sertigftellung ber (Erweiterung bes Rat= haufes im 3af)re 1923 be3og bie 6parfaffe im 5(nbau Döllig neue unb oorbilblid) eingerichtete Gaffern unb ^Büroröume mit einer (Brunbfläche von faft 600 Ouabrat= meter nebft einer auch ben weitgehenbften *Bebürfniffen ber $unbfd)aft genügenben (Stahlkammer. Xrot} größter ^erfonaleinfchränfung unter 23erwenbung ber neueften technifdjen (Einrichtungen unb 9Jta[d)inen befchäftigt bie 6parfaffe heute — 55 — 6 Beamte unb 31 2Ingeftellte, um bas gewaltige 2Trbeitspenfum täglicf) reftlos aufzuarbeiten. Dabei mirb fortgefefet für bie (Erweiterung unb SSeroollfommnung ber Kontrollen ebenfo roie für bte 23erbefferung ber Durcfjbilbung bes ^ßerfonals geforgt, um bie <5parfaffe mie bisher fo aud) in 3u^urifi nid)t nur oor SSerluften 3U bematyren, fonbern il>re gortentroicflung fräftig 3U förbern. üftacf) allen ben mirtfd)aftlid)en Sd)tt)ierigfeiten ber Kriegs*, üftacfyfriegö* unb 3nflations3eit, bie fyeute im roefentlidjen als übertmtnben angefeljen werben fönnen, ift baljer 3U fyoffen, bafc ber weitere 2lufftieg ber ©parfaffe entfpredjenb ber allmählichen (Befunbung ber 5ßirtfd)aft im allgemeinen unb bem 2tufblüf>en ber 6tabt Soppot im befonberen in gefiederten $af)nen cor fiel) geljen wirb, nad) wie oor getragen oon bem unerfcfjütterten Vertrauen ber gefamten 93ürger[ct)aft unb ber wol)l= wollenben llnterftü^ung ber 2Tufficf)tebel)örbe. — 56 — 25 jährtq:es ShnMjiihiliunn itpa ^BMtehabts Hirpjrnl Programm I- JUfptfi^rrug öer füäöitfr^en IRiirperfrfyafieu am \. Äjjril ]192T, riartimitfags 5 Mfyr, im =SiaMnerarävieieu~ füpinjjsfaai jöbs ^laifjau^es jxx JRappnt dlage^nrrtn liug: a) ^Uifprarfye ftes ^frerkürgermeiftars jHr. Sanß«3o^nt t) Kfekanriiijafre btr ISblrfylirfJ'e her fläöit)'rh^n lEiirper-(rfyaflim anläßlich öes JMnläitms II. Unter item (Efjrrnausfjfjnß ürr ^tvren Sxmafsjrräfrdrul |Br. .Safjm Sruainr |Br. Sfruuk 2H^nffdjrr (©eujralkunful Jtfrtiljerr un« STfjrrmaun •Rrkfnr btr STedynifjrfjjn ^ndjfdjwlt Ban^-BEangfufjr P^rnff^nr "IRlnqqjrl ©farrMirjjriimllrr J0r. Haur im hinten ÜUtrljausfaal um l1/2 Ufjr ahcnita: lEnn^eri bsv JVkademifrfpn (©rrlpjlernereuiTijuni); Berlin linier SLeünng ifjrss (SfyrenMrtijenien prnf.lltrfjar;ft3|agel SMümirkcTiö: der <3n}j}jn:br 3Käunßrqß[ani;iieretii unier [einem dLfjnrleüer <2L 3ela«n:ij Snltfl: (Seiirq; HtnieffäM, lltnnprfmeifier öer Sfaais-nper Berlin Jffnrirajtjafnlgt (ttfhe itmfjeUtg! — 57 — II nrtrausfnljg 5. cSym^rhnrtiß C~3Mnll...... H nan (311m (Ücilärfjfitts peilt*« 100. (ITiiitesfagta, 26. JJflär^) J^Kcgrn rmt Iiric— JVrttlattie am mnfn— JUlegrn—JUtajrn SMämx^rrfjfire: Jfiahr nmfyl bn ijitlüne Snune J|ijmue au üte Hlarfyf JHxe ®hre (Hoites arts öer Hairer lEnn^erf pir JHtnltne mit ^zx^Wximw^ iles 0rrfyefl£rs Jtllcjrit ma ltmt irnpjrn —' ^Earxjfpffn — ^Rnitilii jBpaut|tfy£ ^frn^efpnn................ütl Ifleiff fitr ©rrfjtpbr JTnlfcsgalräniji? — 3«5 Sriptlirfjat — 3mj xl^r (Simtajijnt.riim Jltallliclps Sufcrm^^n — 3«0 öcr Jferirrammfrtt — JRnlksjgpäränge ^uffnrt1eriTTT0 pxm Can^ .... (K. 311. itnu iEelrer-'perlxu^ JHänn^rtfjiir^: ||ymne an Jnjjpni ..........l|aitff (ijnYtrfjtef nmt (Killt arit 3-FtiiUrr) JHaterlanü.................JMnfylijEwrrtfj Äkatlemtfrfjß J^efinnucriiire.........3nli. ^Iralpu — 58 — 3nf)alfsuer3et#ms ©eite Dberbürgermeifter Dr. ßaue: „25 3af)re 61abt"........ 3 Silber: 9tatf)aus t)or 25 Sauren unb jetjt...........6/7 (Seneralfelbmarfdjall (£53. oon 9ttacfenfen, <3oppots (Ehrenbürger 8 ©tabtbaurat 5*rof. Dr.=3ng. Doeincf: „Sie (Enttrncflung Soppots als 6tabt".......................... 9 Silber: 3Micf auf bas alte unb neue Shtrfyaus....... 20/21 23ürgermeiffer 3of)annes $od): „3°PP°t als 6cf)ulftabt" ... 22 Silber: 2lltes unb neues (Sgmnafium........... 24/25 ^auptbürobireftor Ülapmunb: „Streifsüge burd) 3oppots 93er= maltungstätigfeit 1902—1927"..............27 Dberregiffeur ^ermann 9Jler3! „Die Qoppoter 2Balboper" it)re (£ntffet)ung unb (Entroicftung...............34 Silber: 3oppoter 2Balboper einft unb jetjt......... 38/39 ßouis6d)roalm:„3oppotals 6ommerfif3 Dansiger ^atrigier" (etwa 1550—1734)...................... 41 Silber: 35licf oon ben ^Bergen oon 3°PP0t einft unb jetjt . 48/49 (£arl fiange: Qoppot als SJlittelpunff fportlicfyen fiebens im Often ..........................50 Dberbürgermeifter Dr. fiaue: „Die Qoppoter ©tabtfparfaffe" 53 Programm ber geftüeranftaltungen ^um 25 jährigen ©tabtjubiläum 57 — 59 — 93ud)= unb 33erlagsbrutferet #ctrts ^eenemann 93erIin = 2B.