Ksiegozbioru K. R. L edöcHowskfcf» Die 3oppotcc tDolöopVc 3roeite erweiterte unb neu bearbeitete Stuftage mit neuti3efm Bitbern 7.—12. laufenb ^etausgebet <£atl Cange * Betlag oon (Beotg Sfilfe, Berlin JIWZ Drucf: Sud)= unb 5ßerlagsbrucferei S)ans ^eenemann, ^Berlin SB. 3nt)att unb Ucr3cid)ms ber BHber (Tori Sange: „3ur Einführung"..........................6eite 5 $rof. Dr. 9tta£ v. Schillings: „Der ^oppoter gfeftfpielgebanfe"........................„ 7 Dberfpielleiter Hermann öfters: „Naturbühne unb Negie"..............................„ 10 Ußalter d. OJlolo: „Die fulturelle TOffton ber 2Balboper in ßoppot"....................„ 16 Senator Dr. Hermann Strunf: „23om 5Bert ber 2Balboper in Qoppot"................„ 18 *ßrof. Dr. 5)ans Slnappertsbujd): „Die 3°PPote^ 5öalbfpiele"..........................„ 20 Dr. gri^ SSergemann: „Dan3ig unb Qoppot" ......................................„ 22 Dr. 5ßaltt)er Detter: „Die bilbljaft^enifdje 2ßirfung bes 30PP0*er „Xannf)äufer" .... „ 28 2Balter Scfjrenf: „Die 2Balboper in 3oppot"........................................„ 34 Otto (Brunb: „Die ^oppoto 2Balboper im Nunbfunf"..........*............„ 40 Sari ßange: „ßohengrin auf ber 3°PP°*er 3Balboper" ............................„ 42 ^ammerfänger Sßalbemar genfer „9Jteine 2tnfid)t über bas Naturtheater"..............„ 44 Fütterungen ber teilnehmenden Slünftler........................................„ 48 Urteile über bie Qoppoter 2öalbfpiele im Slusjug aus gelungen unb 3e^fd;riften .... „ 50 ^onrabin Slreutjer: „Nachtlager uon ©ranaba", 1909 ................Seite 9 Nicharb 5Bagner: „tannhäufer" 1910, III. 21ft......................................„ 11 Sgnat} SSrüll: „Das golbene Slreuä", 1910..........................................„ 13 ßubtnig £t)uille: „ßobetan^", 1911..................................................„ 15 griebrid) Smetana: „Die oerfaufte SSraut", 1912 . . . . •..........................„ 17 ßubmig nan *8eethooen: „gibelio" III. 2lft, 1921 ....................................„ 19 Nicfjarb 5Bagner: „<5iegfrieb" I. Wtt, 1922 ..........................................„ 21 „2Balfüre" I. 2lft, 1924 ..........................................„ 23 „2Balfüre" II. 2ttt, 1924 ..........................................„ 25 „2Balfüre" III. 2lft, 1924 ..........................................„ 27 „ „Xannhäufer" I. 2Ift, 1925 ........................................„ 29 „ „ „Xannhäufer" II. 2Ift, 1925 ........................................„ 31 „ „Xannhäujer" III. 2lft, 1925 ......................................„ 33 „ßohengrin" I. 2lft, 1926 ..........................................„ 35 „ „ „ßohengrin" I. unb II. 2Xft, 1926 ..................................„ 37 „ „ „ßohengrin" I. 2Ift, 1926 ..........................................„ 39 „ „ßohengrin" II. 2lft, 1926 ......... . . . ...............„ 41 „ „ „ßofjengrin" III. 2lft, 1926 .............•..............„ 43 3 ur (Bin Bon Ga on befdjeibenen Anfängen hat fid) bie 30PP°ter Sßalboper 3U einer fünftlerifctjen i)öhe entmidelt, bie colle Sßemunberung oerbient. ©egner mürben 3u auf= richtigen 58efennern. Unfer com Äulturmittelpunft ab= gelegenes Qoppot hat fid) im ßaufe ber Sahre burcf) bie ©alboper eine befonbere Stellung gefctjaffen. Das ift im erhöhten üölafje ber $all, feitbem Dangig 3um greiftaat mürbe. (Es ift nicht 3uoiei gefagt, menn mir oon einer nationalen Äulturtat fpredjen, bie fünftlerifdje fieiftungen erften langes barbietet. 2)ie 3oppoter 2öalboper ift ein bemeis, bafs bie Statur burd) nichts erfe&t merben fann. Sie fdjafft unoergleid)= lid)e SSilber unb Stimmungen. Sas empfanben laufenbe oon 3uf^auern' öer erfte Äünftler ebenfo mte ber ein» fachfte ^Bühnenarbeiter. Stilen mürbe bie 2Balboper 3U tiefem (Erlebnis. So ift mir ber ©ebanfe gefommen, Stimmen unb Urteile 3U fammeln, um im Querfchnitt ber Meinungen 3U geigen, mie l)ier ein jeher am Quell ber Statur neue Gräfte für fid) unb fein fünftlerifdjes SBirfen gemonnen I)at. f ü \) r u ti g Sange Nichts ift Dolttommen. 2lber jeber fnnmeis auf bas, roas fehlerhaft, oerbefferungsfähig ift, fann in ber meiteren Stufmärteentmicflung — unb bas ift festes 3iel — bem ©an3en bienen. Ser 3u>ect bes 25ud)es ift, Siebe unb 23er= ftänbnis für bie Srage ber SBalboper 3U ermeden unb 3U feftigen, Richtlinien für bie meitere ©ntmidlung 3U meifen unb ben greunben bie liebgemorbene (Erinnerung 3U be= leben. (Es fehlt unter ben SRitarbeitern faum einer ber be= beutenben JSünftler, bie mitmirften. 3d) fpredje auch an biefer Stelle meinen l)er3lid)en ®anf aus für bie 5Bereit= miltigfeit, mit ber bie beteiligten meiner Slufforberung, il)r (Erlebnis 3U fdjilbern, $olge leifteten. 2>er Stabt 3°PP°t gebührt bas Söerbienft, bafs fie bie Oper ber Naturbühne 3ugefüt)rt l)at mit einer Opfer= freubigfeit, bie rücfljaltlofe Slnerfennung forbert. 93on Spielen unb heften im freien, com Naturtheater, ber grei= luftbüljne, oon Ntqfterienfpielen, Nüpelfomöbien unb Sd)äferibt)Uen füljrt ber 2öeg hin 3ur Sßcdboper als (Ent= bedung fünftlerifdjen Neulanbes. Sie 3oppoter 2Balb= 5 oper ift berufen, mitten im internationalen treiben eine Shmft= unb SMturftätte 3U (ctjaffen, bie oon hohem 9Jienfd)= heitsroert ift, nicht nur für bas abgetrennte ©ebiet, fonbern auch barüber hinaus eine Solfsangelegenbeit größten Aus* mafjes ju tnetben oerfpricht. 23ietleic£)t eramchft ben 2)eutfcf)en auf bem 2Bege, ben bie 3°PP0ter 2öalboper mit it)ren oorbilblid)en Aufführungen getuiefen I)at, jenes 3ut 3tü eit 2Benn nach fo fur3er 3eit bie erfte Auftage biefer Srofdjüre oergriffen ift, fo bemeift biefe ÜEatfac£)e bie An= teilnähme meitefter Greife an bem Sd)idfal ber ßoppoter Sßalboper. Siele neue Silber fommen tjingu, anbere Sei* träge hinein, con benen icf) nur bie einbringlictjen Aus* führungen bes mufifalifchen fieiters ^ßrofeffor Dr. TOaj oon Schillings t)eroorbeben roill. Smmer mel)r finb es gefttage getuorben, an benen nict)t nur bie gefamte Seoölferung bes greiftaates innigen Anteil nimmt, fonbern aud) Seutfche aus bem bleich unb aus ^3oIen. Sie Leitungen Senzigs unb bes Austanbes oerfolgen bie Aufführungen mit Ieb= tjafter Anteilnahme; bie 9teid)spreffe fenbet Vertreter l)iex* her unb bringt ausführliche Berichte. Sielen ift bie Srofcf)üre 311m Antafj getoorben, bie Qoppoter Sßalboper auf3ujud)en. Schrieb mir boch füglich 5Jlationaltheater, bas unter ber unenblichen ©röfce bes befternten i)immetsbomes jebes foftfpieligen unb itlufions* hinbernben fteinernben Üheaterpalaftes für bie 23ielen ent= raten tann unb bem einfachften unb unbemittelten beutfchen Sßoltsgenoffen jene „moralifdje Anftatt" öffnet, bie ber frühen Antife ein felbftoerftänblidjer ^fationatbefit} mar. n & u f l a g e ein im Often unb im !Reid) mohtbefannter, namhafter Äünftler: . . 2)as SEßatboperbuch b°t mir eine glitte oon Anregungen gegeben. 3d) habe noch nie eine 2öalb= oper gefehen, immer ein Sangen baoor gehabt, aber bie fo marm begeifterten Ausfprücfje ber üölitanrfenben unb 3Jlitfchaffenben h°ben mir nun bie größte fiuft gemacht, bie 3°PPoter Sßatboper 3U erleben." So erfüllt bas Sud) feinen ^metf, roenn es neue $reunbe for 2BaIboper fd)afft unb bem fiefer, bem bie SBalbfpiele 3um ©rlebnis mürben, ein ©rtnnerungs= unb ©ebenfbud) ift, bas ihm bie tiefen 2Birfungen noch einmal in 2Bort unb Sitb ror Augen führt. Sebent! man, bafj bie erfte Aufführung im 3at)re 1909 ftattfanb, fo ftärft biefe Xatfache ben ©tauben an bie roeitere 3ufünftige ©ntmidlung ber SBalboper. 2)an3ig=Dlioa, im 9Jlär3 1927 6 Der 3oppoter Jefffpielgebanfe Son Sßrof. 2)r. SDJaj oon ©Ridings, mufifalifdjer Ceiter ber 3°PP°'er SBalboper ufitbramatifche Darbietungen in ftiliftifd) geläuterter gorm 3u heften für ©eift unb f)er3 ber f)örer gu ergeben, bas mar ber ©ebanfe, ben !Ricf)arb Sßagner nad) beigem fingen auf ber i)öt)e feines ßebens 3U oermirf= liefen oermodjt tjat. 3n SSaqreutt) mürbe ber 5eftfpie[= gebanfe jur lat. Sie hat bem beutfehen Sühnenleben ftarfe Ompulfe »erüeben, oielerorts äußerliche Nachahmung ge* funben, ba unb bort aber aud) 3U ernfter Nad)eiferung an= gefpornt. 2lber aud) ben ernfteften Bemühungen blieb bie letjte 2Birfung oerfagt, nid)t jum minbeften, toeil eine äußere SSorbebingung fehlte: im ©etriebe bes ftäbtifdjen 2JUtags= [ebene mit feiner gerftreuenben 5üUe bes ©efd)ef)ens eine Stätte 3u fdjaffen, bie 3ur Sammlung unb (Erhebung, gur ßoelöfung oon ben Sorgen ber Seele einlübe mie auf bem SBalbhügel oor 93at)reuth jener fcf)Iid)te 58au, ber in ftiüer ©röfre berer martet, bie fünftterifdje (Erquidung fud)en. — Siefer Sßorbebingung aber fann fid) eine Sunftftätte rühmen: im ^oppoter Söalbe ergebt fid) 3toar fein 5Bau in Stein unb (Eifen, aber ein unfidjtbarer üempel ift ber Slunft bort gefefjaffen, eines f^eftfpiels roürbig, unb mer borthin mit mitliger Seele manbert, tann ben ©ebanfen oon 58at)= reutf) erleben. (Er ift bort lebenbig geworben in einer ©e= ftalt, bie 3toar ben Schöpfern ber 2Berfe, bie bisher bort 3ur Darftellung gelangten, nirfjt oorgefdjmebt t)at, für beren ^Berechtigung aber bie mächtige 2öirfung fprid)t, bie fie auf oiele Jaufenbe ausgeübt hat- — ©emifs: bie 23er= pflansung eines Dpernmerfes in ein Naturtheater medt oiele Siebenten äfthetifdjer 2trt unb begegnet beträchtlichen Schmierigfeiten; aus bem oielen gür unb SBiber ergibt fid) 3tnar, als nicht 3u leugnen, baß gemiffe „Kompromiffe" gefdjloffen, gemiffe Sßorausfetjungen hingenommen merben müffen. Sie £atfad)e aber bleibt beftehen, bafj auf ber Naturbühne gerabe für bas mufifalifche Drama Sßirfungen erreichbar finb, bie feine gefdjloffene Sühne 3U ersielen oer= mag, läufdjung unb 2Birflid)feit munberfam oermählenb, bie menfdjlidjen Stimmen, bas gefungene 2Bort oerebelnb 7 unb oerbeutlictyenb. Snbem bie Kunft ber Statur entgegen* fommt, erobert fie ficty eine työtyere 9tatürlictyfeit, [cfjafft ficf> einen befonberen Stil. Saft gerabe bie 2Berfe SBagners auf ber goppoter Söalbbiityne ben größten, gtxringenbften ©inbrucE f)inter= üefjen, beruht auf iljrer innerlicfjen ©röfje, bie jebe 2lrt oon monumentaler ^rojigierung guläfjt, testen Qcnbes aber aucty auf bem innigen Söertoobenfein mit ber 9?atur, beren Sgmboltfterung auf ber „Äunftbittyne" ftets nur ein 9tot= bereif bleiben mufi. Deshalb ift 3U tjoffen unb gu toünfctyen, bafs gerabe biefe 2ßerfe roeitertyin — fotneit fie nictyt 6ctyau= pfäfee erforbern, bie ficty ber 2Balbbütyne oerfctyliefjen — im ÜRittelpuntte ber SSeftrebungen ber 30PP°ter fjeftfpiele ftetyen mögen. SDiit ber ©röfse unb Sctyroierigfeit ber 2Iuf= gaben unb Probleme muf3 ber 2Bille, bie Xatfraft unb ber erfinberifctye ©eift ber leitenben *ßerfönlictyfeiten mactyfen, benen bie bisherige ftetige ömtmicflung bes Unternehmens gefctyulbet toirb. Dann toirb bie toeitere Slusgeftaltung biefer fommerlictyen Slunftfefte aucty fernerhin bafür 3eu95 nis ablegen, bafi im greiftaat Sangig ber ©eift beutfctyer Äunftpflege lebenbig bleibt, beren gtoec! nid)t materieller ©eminn unb Qerftreuung, fonbern Sammlung unb ®r= tyebung ift. Der 5Ruf ber ^oppoter ffialboper bot fiel) oon Satyr gu Satyr in Seutfctylanb toeiter oerbreitet. Ser 5Ruf mufj fiety gum SRutyme fteigern unb bie Äunftfreunbe müffen tuiffen, bafj eine fommerlictye S^tyrt naety bem lieblictyen Ort in ber beutfetyen Oftgrengmarf neben tyeitrem ßebensgenufs auety ernftes, ja eingigartiges fünftlerifctyes ©rieben oerbürgt. Satyer gilt es feftgutyalten an bem 3°PP°ter geftfpiel= gebanfen. 8 ßoppoter 2Balboper 1909: ^onrabin Slreu^er: „9tad)tlager *>on ©rartaöa" Ottufifalifcfje ßeitung: (Emil ©djroarg — ftünftlerifdje ßeitung unb *Kegie: $aul 2Baltf)er=Sd)äffer ^rinjregcnt: (Kornelius 33ronsgeeft=23erIin — ©abriele: 5Hofc Äleinert=9Kannf)eim 9 3Tafutbüt)tie utib Kegic S3on ©ermann SKerj, tünftleri[d)er ßeiter ber 3oppoter Sßalboper /YJ" s gibt neben ber SRalerei leine Slunft, bie fo tief in VC/ ber 9tatur tnurgelt, mie bie bramatifdje Sunft. 2lls fie aufhörte in ben frühen SOtgfterienfpielen, bie Äirdje als <5cf)auplat$ iljrer Betätigung 3U fetien, trat fie hinaus in bas fieben. Sie ©ngel unb bie leufei ber ßegenben oerroanbelten fict) in SRenfdjen. Sie ©efdjicfyte ber 3Ren|d)I)eit fpiegelt fidj im Srama unb in ben Sramen oller Seiten, benn bas 2IIIgemein=9Dflenfcf)Iicf)e bleibt fiel) immer gleicf). So entrollt fiel), blicfen mir auf bie ©e= fdjicfjte bes Dramas, ein unerfc£)öpflid>er $ug menfcfylicfyer ßeibenfcfyaft unb menfdjlidjen Scfjiclfals, bie burd) ben 3auberftab ber Sidjtung ber SCRenfcfjljeit 3um emigen ©e= bädjtnis aufbewahrt finb, unb mieberum ben barftellenben Sünftlern ©etegentjeit geben, fo oft fie tnollen, biefe 9ttenfd)en unb il)re ©efcfjitfe aus ber 9tad)t ber 33ergeffen= t)eit 3U ermeefen, mit i^rem eigenen Blute 3U füllen unb i^nen fo burd) immer meitere ©enerationen Unfterblicfjfeit 3U oerleiljen. 6tef)t fo alle bramatifcfye Äunft auf bem Boben ber SBirflicfjfeit, unb felbft unfere ejpreffioniftifdje 3^tt fann um biefe latfacfje nidjt gan3 herum, fo ift bagegen bie 9Jt u f i! eine Äunft bes 2lusbruds, bie fiel) oon ber 5ßirf= (idjfeit gar nid)t, ober boef) nur in felunbärer 2Beife beein» fluffen täfgt. 3n ber StRufif fpridjt nur bas ©eelifdje, bte Harmonie bes Snnengefcfjauten =gefül)lten. Sülles 2>urd)= lebte, 2tuftoüf)lenbe, 3arte' -f)inftrömenbe eröffnet fid> in ber 5CRacf)t ber Jone, losgelöft pon aller (Srbfcfjtrtere, unb alle Sdjidfalsgeroalten äußern fiel), mo es fiel) um bas ©enie l>anbelt (Beetl)ooen, ©agner), mie ber 2lusflu^ einer magifcfyen unb unbefiegltcf»en ®raft, bie leine Äompojttion im engen Sinne metjr ift, fonbern eine Offenbarung. 3n ber Oper nun motten fief) biefe beiben, iljrem 2Befen nacf) oerfdjiebenen unb bod) tief innerlid) oermanbten Siinfte — Drama unb 9Kufif — 3U einem ©ansen ner= binben, bie barftellerifcEje Sraft ber 2ßirllid)feit, bes Sd)id= fals, ber llmmelt — mit bem metapE)t)fif(f)en Älang. 10 3oppoter 2Balboper 1910: *Ktd)arb 2Bctgner: „Xannfyäufer" III. 2(ft 9flufifalifd)e ßeitung: Dr. #ein3 — Äünftlerifdje ßeitung unb 5Regie: ^3aul 2Baltfyer=6d)äffer Üannfjäufer: 9lid)arb 3JlerfeI=©{)emniö — (EifabetI): (Stifabett) 93reuer=ÜDtünd)en 11 SBirb nun eine Oper, bie aus biefer ^roeiljeit befielt, auf bie 9t a t u r b ii i) n e gebracht, fo entftel)t feinesmegs, mie bas gutneilen angenommen roirb, eine 3erfd)metterung ber Kunft burd) bie Natur, ein geraden öes Ions burd) bie aufbringlidje Sßirflidjfeit. 23ielmel)r fütjlen mir burd) bas metapl)t)fifd)e 2öefen ber Dtufit, mieoiel überfinnlicfje Kraft gerabe aud) in ber reinen Natur befcfyloffen liegt, unb bafj unfere 3u9et)örigfeit 3ur Natur uns mit ebenbenfelben geljeimnisoollen Sdjaubern füllen tann, mie l)öd)fte ®e= ftaltungsfraft ber Kunft, ber SOtufif. Saraus müffen mir fdjliefjen, baft ein Diel tieferer mqftifdjer ,3ufammenf)an9 jmifdjen Kunft unb Natur beftef)t, als mir gemeinhin am neunten, unb bafc Kunft unb Natur feinesmegs geinbe finb, ober bod) nur bann, menn eine unfunbige #anb bie ©rem 3en 3mifd)en beiben unerfreulich aufbedt, anftatt fie 3U oer= binben. 3ft aber reftlos erreidjt, bafj bie innigften 3üge beiber ineinanber übergeben, bann ift in bem ©ansen ein Kunftmerf gefdjaffen oon tiefem Stimmungsgef)alt, einer reinen unb 3ugleid) mächtigen Sinbringlidjfeit. ©ans falfcf) märe es, moltte man ben platten Natura* lismus als eine notmenbige Solge ber Darbietung einer Oper auf ber Naturbühne anfehen, infolge $el)lens einer gemalten, alfo millfürlid) gefdjaffenen, in einem beftimm= ten Stil gemoüten Ummelt, bie mir „Seforationen" nennen, ©erabe biefes Slufragen bes ed)ten Sßalbes ift es, bas im Staunen ber Nacht ben unoergleid)lid)en 3auber bilbet, ber als Untergrunb für bie ©efd)el)niffe ibealer unb aller niebersiehenben Nealiftif entfleibeter ift, als je eine tünftlerifche Setoration imftanbe fein tann. Kommt nun bie tünftlerifche ^Beleuchtung t)in3U, mie mir fie in ber 3ops poter Sßalbbühne befitjen, mit gemaltigen Sd)einmerfern, bie auf jeben Sßinf bes Negtffeurs ein Nleer oon ßid)t fpenben, unb bie SRögtidjfeit geben, jeber Stimmung, jeher ©tftafe, mie fie aus ber Ntufif geboren ift, Stusbrud 311 oerleif)en, fo erleben mir bas Sinsroerben oon Kunft unb Natur. Sie Deutung bes Dramas unb ber Ntufit, bie Sqmbolif, ber Gtinflang mit bem Unbegreiflichen, Unaus= fprectjlic^en unb bas NUtgehen in alte Nätfel fann in ben buntein SBipfeln, ben fd)mar3en Schatten ber Natur einen oiel tieferen ©rtlärer finben unb eine oiel t)ö£>ere bilb= nerifdje Kraft. Somit ift bie mid)tigfte unb erfjabenfte Stufgabe für bie Negie bes Naturtheaters, bie 23erbinbung oon Natur unb Kunft, ron Naum unb Klang, oon 2öaf)rl)eit unb Naufd) 3U fudjen unb 3U finben. fycgo oon i)ofmannstl)al, ber mit Nicfjarb Strauß 23erbünbete, gibt in feiner „Sleftra" folgenbe 58ühnem anmertung: 12 3oppoter SBalöoper 1910: 3gna£ SBriill: „Das golöene Slreua" SCRufifalifdjc ßeitung: Dr. S)em$ $)efc — Slünftlerifdje ßeitung unb SRcgte: ^ßaul 2Baltf)er=6d)äffer ^Bombarbott: ^erröart=Ct)emnt^ — CTtjriftirtc: G^arlotte U^r=2)resbeit — J^erefe: dläre 2)uj „2tus bem fyntfe tritt (Eleftra. Sie ift allein mit ben SIecfen roten Sicktes, bie aus ben feigen tie5 Reigern bäume fctjräg über ben SSoben unb auf bie Nlauer fallen — toie Slutftecfe." — ^ier ift beuttief) gejeigt, meiere 23ebeutung ber Siebter bem 2Siit>nenbiIbe beimißt. @s lebt ein eigenes ßeben unb boef) rnieber gan3 nur bas ßeben ber Verfemen, bie in ifym atmen, leiben unb fterben. 3n ber Stnmerfung $of= mannsthals ift ber Saum, ber 58oben unb bie Ntauer mit ben gefpenftigen roten ßidjtflecfen, bie mie SSIut fetjeinen, in bem Ntoment faft fo ancf)tig, trie ©(eftra fetbft, benn fie malen bas ©rauen bes 2tugenblicfs.---- So getoifj niemals bie 2lnorbnungen bes Negiffeurs bie ©eftalten bes Dramas erbriieten bürfen unb fie, be= fonbers bei ber 2öalbbüi)ne aufmerffam bie ©röfje ber Statur im 93ert)äftnis aum 5Berf unb gum Sarftelter ab= mögen müffen, fo foll boef) bie ben tjanbetnben Ntenfcfjen umgebenbe 2öett, ebenfo mie feine ©emanbung, toie ein Seit oon it)m unb feinem Sdjidfat mitfcfjroingen unb ein 2tusbrucf bes bictjterifctjen roie bes mufifalifcfjen ©ebanfens fein, ja, fie ift im tiefften Sßefensgrunbe untrennbar oon ben über bie Sühne fctjreitenben ©eftalten unb oon bem Nhgthmus ber Ntufit. ©rofs unb ergaben müffen auch bie Semegungen ber 9Jtenfcf)en auf ber Naturbühne fein. 2»er 23erfet)r mit ber Statur bebingt unb geigt ein gortlaffen altes kleinen. 3m Sänger oott3iet)t fid) faft unbemufjt eine SBanblung, tuenn er in Serührung fommt mit ben roeefenben unb reinigenben Kräften ber Natur. 2>es Negiffeurs oornehmfte $f(ict)t ift beshalb auch, bem Sar= ftelter gegenüber jenen ©ebanfen bes „Ifyeaterfpietens" in bem Semufjtfein bes Künftlers gu löfchen unb ben Segriff eine „Nolle" oerförpern gu fotten, umgumanbetn in bas <£rfüllt= unb Sefeffenfein oon Ntenfctjen, bie unter ber 2111= macht ber Natur bie Srfct)ütterungen ihres Sctjictfals burct)= [eben. So ift bie Naturbühne eine Gtrroecferm unb eine Heimat fünftlerifcfjer Erneuerungen, bie, menn fie nach turgem Sommerglücf ihre jünger mieber guriicffchicft, in bie rauchigen Stäbte unb in bie Ntottenmett ber ftaubigen ©rofsftabttheater, nactjoDirt'enb nort) einen ©influfe übt, oon bem fruchtbare Kräfte ausgeben unb in bie ^ut'unft beuten. 14 ^oppoter 2BaIboper 1911: ßubtütg Xf)utHe: „ßobetanä" 3ttufifalifd)e ßeitung: Dr. 5)ein3 fjefj — Slünftlertfcfye ßeitung unb Regier $aul 5Baltf)er=Sd)äffer ßobetanj: $aul $)od)l)eim=S)amburg 15 Die Mturette 2Ttiffion ber Batöopet in Soppol SBon 2Ba(ter oon SJtolo enn ict) bes 2Beges oon Dlioa nacf) 3°PP°t gebenfe unb ber 3oppoter ßanbfcfjaft, fo brängt fid) mir bas <3efiiI)I auf, baft es ibealeres ©elänbe für bie Sluffüfjrung einer Sßalboper in beutfdjen fianben nicfjt gibt. 3°PP°t5 SSabebetrieb ift gemifi etne toid)tige (Sinnafjmequelte für bie 3oppoter, aber mit bem ©elboerbienen ift fdjfiefjlid) nicfjt alles erreicht, roas ber 9Jtenfcf) braudjt, mas ber fctjmer bebrängte Staat Sangig brauet. Kultur unb (Seift allein fönnen retten. Sie 3°PP°ter SBafboper bient bem Seifte unb ift bamit roeit fjinaus über if)re rein fünftferifcfje 33e= beutung Äulturmiffion. (Es tut gut, immer roieber ben trägen S)ex?>m 3U jeigen, bafs bie Äunft bie einige töaf)re güf)rerin ift über alte Srangfale tjinroeg, bafe ber Künftler fein ijartefin jur 23erbauung ift, bafj er ber bemufjt lebenbe unb aum $üfyrer beftimmte SCRenfct) ift, bem jeber gu folgen fjat, fo er auf bem Totenbett bereinft nid)t erfennen miU, bafc er fein ßeben oerfetjlt l)at. (Erfennen unrb es jeber einmal, ber bas 9lecf)t bes ©eiftes leugnet, unb bamit fid) unb anbere unglütfücf) macfjt. Das ift fo im ßeben bes einjefnen SOtenfcfjen, im Staatsleben unb im 3ufammen= leben, im Äonfurrengfampf ber oerfcf)iebenen Staaten. 2)er ©eift fjat ju führen, unb er fii£>rt aud). Dies immer tnieber erfennen ju laffen, ift unfere ^Bflidjt, nur fo bienen mir ber Sftiffion ©ottes, bie uns in biefes ßeben gefegt bat, um es glücfüd) unb coli 3U [eben. 3n biefem Sinne möge bie 3°PP°ter Sßalboper weiter arbeiten unb bagu Ijelfen, baft bie Seele enblicf) 3ur i>errfcE)aft fommt. 16 t 3oppoter 2Balboper 1912: grtebrtd) 6metana: „Sie v er taufte *8raut" 9Jhififalifd)e ßeitung: Dr. ijeina tfjejj — Slünftlerifcfje fieitung unb Siegte: ^ßaul 2öalttjer=6d)äffer ÜDtarie: Q^arlotte Uf)r=3)resöen — 5)ans: ^aul 3)ocfyf)eim=5)amburg 17 Vom Bert ber Batöoper in 3oppof 23on Senator 5)r. Hermann Strunf enn ber Sommer naf)t unb bas ßeben tri Dangig unb ^oppot 3U ooffem ©enuß oerfcf)önt, fefjnen ficf) oon 3af)r gu 3af)r bie funftfiebenben greiftaatberootjner ba= nad), baß ifjnen außer ben £?reuben ber Statur aud) ber ©enuß merben möd)te, an ber Söafboper in ßoppot teilgu^ nehmen. 9Jlit Spannung oerfofgen fie bie erften 9Jtit= teifungen über bie 2öaf)f ber Oper, über bie 58efefeung ber Hauptrollen unb ber mufifafifd)en ßeitung unb über bie 5)3(äne unb Arbeiten ber $$üf)nenregie, mit (Eifer unter» richten fie fid) in immer gunetjmenber ©rmartung unb in f)offnungsfrof)er 23orfreube über bie Söorbereitungen bes SBerfes, bie ifjnen burct) Scfjrift unb 2Bort befannt roerben. ©nbficf) fommt ber erfetjnte große lag, an bem bie greunbe ber 2Bafboper fid) an einem fdjönen Sommer» abenb auf ben 2Beg begeben, um fid) unter fternffarem Himmel unb im Scfyutje ber t)ot)en SBafbbäume bem Qauber bes Slunftmerfes fjinjugeben. 2ßer einmal auf ben 2Bafbf)öf)en ftanb unb ben feierlichen 3ug ber ermar= tungsfreubigen 5ßifger fctjaute, ber fann fid) lange nid)t oon bem tiefen (Einbrud freimachen, ben tyof)e Slunft fcf)on in ber 23oraf)nung ausguüben oermag. 3n 2tuge unb 2lnt= fitj Hunberter, ja ÜEaufenber ftratjlt bas ©füd, einer fünfte Ierifcf)en greube bie Seele öffnen 31t bürfen, fpiegeft ficf) ber SBilfe, fid) in (Ef)rfurcf)t unb 2tnbad)t an reiner Äunft 3U erbauen. Unb roenn es maf)r ift, baß bie Sßafboper meift oon gutem SBetter begünftigt mar, fo mirb mir ber ©taube Ieid)t, baß eine gütige 33orfef)ung in mof)Itätigem 2Baften bie Gräfte ber Statur fenft. — Das 2Berf bes beutfcfjen SCReifters ift oerffungen, unb bie 3um ©öttlidjen erhobene Seele muß es feiben, atfsu jäf) in tärmenbe i)aft geriffen 3U toerben. Slber menn ficf) bann im Heim bem ©infamen bie Stugen fdjfießen, bann ftef)t bas ebfe SMfbnis oor if)m. Unb Üag um Jag ftärft fid) nod) für fange 3eit bie Seele an bem tiefen ©rieben ber Oper im ßoppoter SBafbe, bis bie Xöne im 2tfftage bes fiebens alfmäfilid) abffingen. 2lber bie (Erinnerung bleibt. 2Bas »ergangen, fefjrt nid)t mieber, aber ging es feudjtenb nieber, feud)tet's lange nod) 3urüd. 18 ^oppotet 2Balöoper 1921: ßubtütg oan 23eetf)Oüen: „Stöelio" III. SJhiftfalifd)c ßettung: Dr. 5)etna — ßünftlcriftfie ßeitung unb Plegie: $aul 2Baltl)er=ans Snappertsbufd), 23agerifd)er ©eneralmufifbireftor orbem mar ich ein großer Steptifer allen Naturbühnen gegenüber, ©oethe hat bas einfchlägige Problem angeflungen, roenn er bas „römifche ^ertommen", $rauen= rollen oon SJtännem fpielen gu laffen, gar nicht fo übe! fanb, toeil es bas Sßergnügen gemährt, „nicht bie Sacf)e fetbft, fonbern tljre Nachahmung gu fetjen, nid)t burd) Statur, fonbern burch Äunft unterhalten gu merben". So tarn td) benn als richtiger Saulus nach 3oppot, um es als — ^autus gu oerlaffen. 3d) habe oon ben Aufführungen in ben monbbeglängten Nächten mit ihrer gmingenben poetifdjen Straft fo ftimmungsftarfe Qcinbrüde empfangen, mie faum je in einem Slunfttempel, unb mit fettener @in= bringlid)feit empfunben, bafj bie Statur (achenb ben 2Bed)fel ber Sftoben unb Stitridjtungen überlebt. Der ^ufammen» ftang ber gemaltigen Schöpfungen 2Bagner's mit ber £r= habenheit unb ßieblichfeit ber Statur führte groingenb gu 2lnbacht unb Sammlung unb cermittelte bas (Befühl feier= lichfter ©ehobenheit. Sa bie Statur auch bas (Beheimnis ber 2lfuftif mühelos löft, blieb faum ein Sßunfch an bie (Büte ber Aufführungen offen. SBenn im Siegfrieb bas SBalbroeben im Drcfjefter aufblühte unb ficf> gu ben Stimmen ber Snftrumente ber (Befang ber burd) bas Sicht ber im .fyntergrunb aufgeftellten riefigen Schiffsfcheinroerfer aus bem Schlafe gemedten SSogelroelt gefeilte, hatte bies eine fo garte unb rührenbe Sßirfung, bafj uns Eünftlern bas SBaffer in bie 21ugen ftfjo^. Stile SSeifpiele unoergefjlicher Srlebniffe nennen, hiefee bie Sgenen ber aufgeführten 2Berfe aufgählen. 3d) bin ftdjer, baß biefe rounberoollen 21benbe nid)t nur mir unb ber prächtigen $ünftferfcf)ar, fonbern auef) jebem eingelnen ber Üaufenbe oon SSefucfyem ein» brucfsreicfje (Erinnerungen fürs gange ßeben bleiben toerben. «SB- 20 tr *Ricf)arb 2Bagner*Seftfptele im 3°PP0^er SÖßalbe 1922: „©tegfrieb" I. 2lft 3Jhififalifcf)e Geltung: $rof. Dr. i)ans Änappertsbufd)=9Jtünd)en — ftiinftlerifdje ßeitung unb 5Regie: Hermann üflerfl 6iegfrieb: grife 93ogelftrom=2)resben — ÜJlime: SBalbemar $)enfe^erlin 21 Dat^ig unö Joppof (Erinnerungen an bie Oftfafyrt bes Steicfjsoerbanbes ber beutfdjen treffe SBon Dr. grit; 58ergemonn Is ber SReidjsoerbanb ber beutfdjen treffe 3um 5Beratungsort feines alljährlichen 93erbanbstages Königsberg mäl)lte unb feine 3Jlitglieber aus allen (Sauen bes D^eicfjes nad) bem Dften befcfjieb, befunbete er bamit feine befonbere Xeilnaf)me an bem 3BoI)l unb 2ßetje all jener ©ebiete, bie ber 93erfailler Sßertrag oon bem beutfdjen 90tutterlanb losgeriffen ober getrennt hatte. Sa tonnte aud) Sanaig nicfjt übergangen merben, bie uralte beutfdje ^anfeftabt, bie frembe SBillfür grnar oon uns fcfjieb, bie aber barum uns nur um fo teurer gemorben. Ußiej es uns auf bem 5ßege nad) Königsberg t)in 3ur SRarienburg brängte, um an biefer fyiftorifdjen ©lansftätte beutfcfjer ÜCatfraft unb Kunft uns imterlid) auf3urid)ten, fo mar es uns aud) ein 58ebürfnis, mit unfern SSrübern unb Sdjmeftern im neugebilbeten $reiftaat Danjig beutfdjen ©ruf? unb bas ©elöbnis treuer ©eiftesgemeinfdjaft ausju= taufdjen. 2>ie tüar ^ur3' aber um fo foftbarer. 2>as 25e= mufjtfein oon ber 58ebeutung bes Slugenblicfs Ijob unfere ^)er3en unb ftärfte bie Sinne, bafj mir bie mannigfaltigen (Einbrüde aud) erfaffen unb galten tonnten. 5Rod) nad) 3at)resfrift finb fie unnermelft, unb fie blühen neu auf, roenn ber 3auE,erftfal>l ber (Erinnerung auf fie fällt. Unb bie (Erinnerung ruft fie mad), menn t)ier ßoppots unb ber fd)önen Sämiger SSudjt gebadjt merben foll. Die 5Rioiera bes Horbens! 2lud) fie ja burften mir mit eigenen Slugen fdjauen, aud) an itjren 5Rei3en unfer fyr3 erfreuen, als mir Sansig auf jener $at)rt Qen Dften befudjten unb feine ©aftfreunbfcfjaft in Slnfprud) nahmen. (Erft San3ig, bann goppot! Sas SSilb ber alten beutfcfyen .S)anfeftabt mit ben SReften mittelalterlidjer SOtauern unb £ore unb ben munberoollen Sdjätjen aus gotifcfjer SBauseit prägte fid) 311= näd)ft bei uns ein, unb mit bem (Erlebnis, bas bie ÜRariem firtfje mot)l jebem anbad)tsfät)tgen gremben befdjert, im *Rtd)arb 2Bagner»geftfptele im ßoppoter 3ßa(be 1924: „2Balfüre" I. 2Ift 9Dtufifalifd)e ßeitung: ©eneralmufifbireftor (Sricf) ®leiber=23erlin unb ?)3rof. Dr. 9Jlaf oon Schillings — Mnftlerifcfye ßeitung unb Plegie: Hermann Otters i)unbing: Otto i)elgers=93erlin — ©iegmunb: ftritj 6oot=93erlin — Sieglinbe: ©ertrub ©eijersbacfy=2Bien 23 bergen, gingen mir abenbs jum 2Irtusl)of, roo mir in enger ©emeinfdjaft mit ben Vertretern bes heutigen Sanjig aud) einen ©inbrud oon bem gegenwärtigen $reiftaat unb feinen bürgern erhielten. Unb befonbers biefe Stunben gepfIoge= ner ©eiftesgemeinfdjaft im 2Irtusl)of reiften fiel) roürbig unb ert)ebenb an bie roeitjeootten Slugenblicfe, ba mir in ber SJtarienburg bie Steine oon ber Unoerfiegbarfeit beutfcfjen ©mpfinbens 3U uns reben tieften: aud) bie Dangiger roerben itjr beutfctjes Qcmpfinben nicf)t aufgeben unb bie Freiheit bes ©eiftes bei allem politifdjen ßroange gu roatjren miffen. 60 doII oon neuen (Einbrücfen unb ©rlebniffen fuhren roir am näcfjften borgen burd) ben Sämiger S)afm hinaus auf bie Sangtger Sudjt, bem Oftfeebab gu, beffen Stabt= oerroaltung uns 3ur 93efid)tigung feiner SInlagen ein» gelaben hatte. ©ine neue 2Bett tat fid) mit ber Dampferfahrt cor uns auf: Sie lanbfcf)aft[id)en Sieige mürben uns nacf) unb nach offenbar, beren fid) Sangigs ©ebiet gu erfreuen hat. 58e= roalbete ^öt)en begrengen im SBeften unb Süben ben 5)ori= gont, im Often befjnt fid) bie grüne (Ebene t>in gum 2Beid)fe[= belta, nach Horben gu aber blaut ber Gimmel über ber roogenben Oftfeeftut. Der „5Rioiera" fteuern roir gu. Sadjenb unb reigoott liegt fie ba, mie eine föftlidje ^ßerfe am Ufer bes OTeeres, alt unb bod) eroig neu, ein Sungborn für ert)0lungs= bebürftige Sötenfchenfinber. 23or heftigen SBeftftürmen burd) bie roalbigen i)öt)en im SRüden gefd)üftt, erfreut fid) biefer Äüftenftrid) eines befonbers milben, aud) fd)roäd)= liehen Staturen guträglidjen Seeflimas unb oerbient aucf) aus biefem ©runbe jene ftolge Vegeichnung. Situs bem SBalbesgrün eines Sßinfels im i)intergrunbe lugt mit ein= 3elnen Sitten unb Iürmd)en bie reigenbe ©artenftabt Dlioa heroor, unmittelbar am Stranbe jebod) breitet fid) $oppot aus, burd) feine ftolgen ®urhausanlagen unb ben breiten Seefteg fid) beut(icf) oon ben Heineren SBabeorten ber 5tad)= barfdjaft abljebenb. Unb nun nimmt uns bas SBeltbab 3°PP°t auf unb läfjt eine Sturgftut oon ©inbrüden über uns fid) ergieften. Stuf ber SBrüde eine regelrechte Sßromenabe mit Äurfongert, unten am fdjönen breiten <5tranbe bemimpette ©anbburgen unb ein buntfrohes Xreiben. Sod) burd) ben ^urgarten an ber gontäne oorbei bie lerraffen hinauf gel)t es ins Sur= haus, beffen ftiloolte 5Raumfunft unb eleganter 3nnen= fdjmud uns 3ur SSerounberung groingt. 2Beiter gum tujuriöfen Safino mit feinen geräumigen ©pielfälen, einem ftaatlid) fongeffionierten Unternehmen, bas allerlei Strten oon ©lüdsfpielen guläftt. ©in SRonte ©arlo alfo an ber SRioiera bes Horbens! Unb in ber Xat fdjeint fid) aud) an 24 *Rtcf)Qrb 2Bögner3geftfptele im 3oppoter 2Balöe 1924: „SBalfüre" II. 2I!t 3ttufifalifd)e ßeitung: ©eneralmufiföireftor ©rid) 5lleibßr=93erlin unb ^ßrof. Dr. oon Schillings — Mnftlerifcfye ßeitung unb Plegie: Hermann Sttera SBotan: SBityelm 23uers=$)atnburg — griefa: Sflargarete 2trnbt=£)ber=93erlin 25 biefer Spietbanf bie internationale 2ßelt ein Stettbidjein 3u geben, benn man fann f)ier bie oerfdjiebenften Sprachen tjören unb aud) 2lngef)örige anberer Gerbteile treffen. Seitab oon biefem mettftäbtifcfyen ©etriebe aber, im ftillen 3auber bes Söalbes, liegt nod) ein anberer 2ln= jietjungspunft oon 3oppot: feine große SBalboper. (Eine furje Sßagenfatjrt führte uns I)in 3U itjr unb oermittette uns einen unerwarteten (Einbrud. 9taturtf)eater gibt es mobl mebr in 2>eutfcf)[anb, aber feines Don fo gemattigen Slusmaßen mie in 30PP°t- 2tuf einer 5Büt)ne, tnie fie fid) in feinen Steinbau faffen läßt, ergeben fid) riefige getfenpartien, funftnolle Slnlagen, bie bod) inmitten ber tjodjaufragenben grünen 35aummipfel mie Statur mirfen. Seit bem 3at>re 1909 beftetjt biefe 2öalb= bütjne, unb oon fteinen Slnfangsoerfudjen im Operettenftit bat fie fid) bis 3ur SBiebergabe ber Kunft 5Rid)arb Sßagners emporgearbeitet. 2öer an bie großartigen ©ebirgsf3enerien ber „2BaIfüre" im 3tneiten unb britten 2Ift benft, mirb fitf) bie 2ßirfung ber 2luffüt)rung gerabe auf biefer 5Raturbüf)ne oorftetlen tonnen. 3um°l au£f) bei ber 2ßaf)t ber mit= mirfenben Kräfte auf bie (Seminnung nur ber beroäf)rteften Künftter unb Künftterinnen 53ebad)t genommen mirb. Kein Sßunber alfo, roenn ber 23efud) einer 2öagner=2tuffül)rung in ber ^oppoter SBatboper ein (Erlebnis bebeutet, unb oon oieten fogar, ber SBirfung nad), einer *8aqreutber 2Iuffüt)= rung g!eicf)gefteIXt mirb. SSaqreutb unb ÜRonte (Earto, Sunft unb ÜKatur, mal» bige #öf)en unb fonniger Oftfeeftranb — mo fänbe fid) bas fo oereint 3ufammen mie I)ier im beutfdjen -ftorboften, an San3igs 5Reoiera! SQlit biefem ©ebanfen fdjieben mir, nadjbem mir nod) einen ©efamteinbruef oon ber fd)önen ©egenb oon Stolsenfels aus genoffen Ratten. 2Bie mir nun auf bem Dampfer „Obin" 3°PPot unb Danjig allmäbtid) oerfdjminben fallen, ba gelobten mir nod) bem 9ßat)r3eid)en Sansigs, beffen mud)tig=maffioer £urm uns über bie See ernft nadjminfte, ber 5Karienfird)e, treues ©ebenfen 3U alten Stunben, unb in biefem Sinne feien aud) biefe (Er= innerungsseilen ats ein 33efenntnis 3U beutfd)er 2trt unb ßanbfcfjaft aufgefaßt. •°=8g=*- 26 9tid)arb 2Bagner*geftfptele' im goppoter 2Balöe 1924: „SBalfüre" III. 2lft 3JtufifaIifd)e ßeitung: (Beneralmufifbireftor ©rief) ®letber=93erlin unb ?ßrof. Dr. 3ftaj Don Shillings — Äünftlerijcfje ßeitung unb Plegie: Hermann 2ftera 2Botan: 2Bilt)eIm 25uers=5)amburg — 93rünnt)ilbe: grieba ßetber=93erlin 27 Die bilöfyaff^enifcfjß Ztfirfutig bes 3°PP°fer „Xcmnfjäufer" Die Urfadjen bes fünftlerifrfjen ©rfplges 23on Dr. SSBatttjer Setter enn mir Ijeute eine Steide t>on Silbern aus ber Aufführung bes „ÜEannhäufer" oon Sticharb Sßagner im 3oppoter Söalbe oeröffentlichen, fo tun mir bas in ber Ueberseugung, baft t>ier ein Jljeatergefdjefjen im 93ilbe feftgeljalten ift, bas aus gan3 anberen Quellen ge= fpeift ift unb mefentlid) anberen SBirfungen juftrebt, als bas gemeinüblictje It)eater unferer läge. 3°PP°t Qibt etmas SSefonberes, unb burd) biefes 23efonbere ift bie fabelhafte Stnjietjungsfraft bebingt, bie es in einem oon 3ahr 311 3at)r sunetjmenben ©rabe auf ein aufjerorbentlich großes ^ßublifum ausftrahlt, bie es trotj gemiffen, itjm corerft nocf) antjaftenben SRängeln mit anfcfjeinenb unoerfiegbarer Kraft ausübt, es ift nicht ber SBalb allein, ber l)ier roirf't: unfer SSilb ber offenen SBartburghalle seigt, eine toie geringe Stolle er sutneilen in ben SRersfdjen 3nf3enierungen fpielt, unb bie SSenusgrotte, bie mir als bas f3enifch am menigften gelungene unb t>om SBalboperngebanfen aus unfonfequen= tefte 58ül)nenbilb nicht bringen, hatte in ber „£annl)äufer"= Aufführung bie SBalbroirtung überhaupt ausgefcfyaltet. (?s ift alfo nidjt ber Sßalb, nid)t bie Statur ausfcfjliefslicf), bie burd) fid) felbft bie ungewöhnliche 2Birfung ber 3°PP°ter greiluftfpiele auslöfen, fonbern es finb in minbeftens gleid) hohem ©rabe bie räumlichen 9Jtöglid)feiten, bie bie freie ©ottesnatur uns barbietet unb aus benen heraus unter ber ■fjanb eines gefcfjicften SRegtffeurs com Schlage unferes ^ermann 3Dler3 5Raumgeftaltungen ertnachfen tonnen, benen gegenüber ber überwältigte gufdjauer gleidjfam im ©enuffe le&tes ©enüge finbet. 2öir ftehen im ^inblid auf bie 3°pp°ter 2ßalbopern= Aufführungen oor ber tmmberbaren Üatfadje, bafj ein nad) mehreren ,3ehntaufenbcn 3äl)lenbes ^ßublifum oon einer einsigartigen Anbad)t unb einer aufjerorbentlichen 23e= geifterung angefid)ts einer Opernoorftellung Ijingerijfen roirb, bie gerabe im eigentlichen Opernhaften, nämlid) im 28 9tid)arö 2Bagrters$eftfpiele im goppoter 3BciIbe 1925: „Xannfyäufer" I. 2lft Sttufifalifdje ßeitung: ^rof. Dr. 9Jta£ oon Shillings — £ünftlerifd)e ßeitung unb 5Regie: ^ermann 3Jler3 Xannljäufer: Slammerfänger Saques Urlus 29 ÜDtufifalifdjen, trotj ber gütjrung burd) einen unferer erften Dirigenten — 3Jlaj o. (Schillings — gute unb mit ge= ringeren fünftlerifdjen unb tedjnifdjen ÜBtitteln beftrittene 2tuffüt)rungen ber gleichen Oper im gefcfyloffenen Xtjeater nicht nur nicht übertrifft, fonbern fie in öffentlichen fünften (e bie 2öart= bürg ragt in ihrer oon 2öagner geroollten unb gematteten fqmbo(ifd)en SSebeutung als ^ort ber ^Reinheit, ber unfünbig=unfinntid) feelifdj=geiftigen ßiebe unb ber (Er= löfung oon ben toilben unb trüben ©emalten bes f>örfel= berges. 2111 bas braucht man nid)t gu „miffen", man braucht es nicht aus bem SBagnerfchen SRufilbrama her gu fennen —: man erlebt es unmittelbar beim Slnblic! biefes oon bem bas Sßirffame unb äfttjetifct) Schöne augleid) mit bem fgmbolifd) liefen unb 23ebeutungsoollen erfaffenben 2luge bes 5Regiffeurs innerlich erbauten unb oon feiner gtüdlidjen ,f)anb ins ßeben gerufenen 58ühnenbilöes. 30 *Ricf)arö 2Bagrter»geftfpteIe im goppoter 9BaIbe 1925: „Xcmnfjäufer" II. %it ÜDiufifalifcfye ßeitung: ^rof. Dr. Sttay oon Shillings — Mnftlerifdje ßeitung unb Ütegie: Hermann SDlerg flanbgraf: Otto $)eIgers=<5taatsoper ^Berlin — ©lifabetf): Stteta 6 ein emeg er» Bresben — SBolfram: Herbert 3anffen=93erlin — Xannf)äufer: 3aques Urlus 31 fjermann ÜDters t)at es oermieben, an umr>efentlid)en (Einselheiten Ijaften 3U bleiben. (Er hat es anberfeits aber auch oerftanben, biejenigen (Sinjelfjeiten mit unfentimen» taler Äraft heraussuarbeiten, mit benen bas feelifdje (Ethos ber oon 2Bagner erstrebten Iljeatermirtung innerlich oer= roachfen mar. Das SDluttergottesbilb ift ein bühnem bilbnerifdjer ©ebanfe oon einfamer Schönheit, unb biefes <8ilb — entgegen ber fonftigen 33übnengepflogenheit — 3entra( auf3uftellen unb es nicht burd) feine äufjere ©röfje, fonbern burd) bie überjeugenbe Schlichtheit feiner ßinien unb ben berebten 2tusbrud feiner gan3en ard)iteftonifd)en ©efte bie ganse Ssene befyerrfdjen 3u laffen, bas mar bie bie urfprüngtidje (Eingebung bes Spielleiters recfjt eigentlich oemirtlidjenbe unb trönenbe 3bee. Stuf unferem 5Bilbe brücft fich ferner beutlid) aus, toie in befonbers giinftigen Stugenbliden ber 3oppoter „ÜEann* bäufer"=2tuffübrung ber DarfteUer erft fo recht bie (Erfüllung bes 3toifd)en 9latur unb 2lrd)iteftur oer= mittelnben Slegiegebanfens herbeiführte: es bebarf toatjriid) nidjt oieler 2Borte, um begreiflich 3U machen, mie ootI= tommen biefe heilige (Elifabeth mit biefem ÜJJlarienbilbe 31t einer ergreifenben höheren (Einheit oerfd)mil3t. Sogar ben SSaumftamm hätte ein beraubt bilbenber Mnftler auf einem ©emälbe faum finnooller anbringen fönnen. (Eines ber ©eheimniffe bes grofjen goppoter 2öalb= tf)eater=(Erfolges liegt befdjloffen in bem bühnenbilbhaft richtigen (Erfaffen bes tiefften feelifchen ©ehaltes oon 2Bagners Sffier! unb in ber Steigerung biefes ©ehaltes hinein in bie ©röfje unb 2öeite ber 2lllnatur. ßetjten (Enbes erroeift fid) an biefem (Erfolge bie SSielfeitigt'eit unb 2Beitf)er3igfeit ber 2Bagnerfd)en Opernfunft, bie ja niemals eine SfurmufiE mit äußerlich blenbenben 2lusftattungseffeften geben roollte. $ür jeben, ber bie Dinge fo betrachtet, roirb goppots 2ßalb= oper fein örtliches (Ereignis mehr bleiben, fonbern fie fann für bie gan3e greie Stabt Sansig bie SSebeutung geminnen, baß unfer üftame für gan3 Deutfdjlanb 3um Spmbol eines einsigen Sid)3ufammenfinbens auf bem SSoben einer großen, geiftig=fünftlerifcf)en Sache merbe: biefes 3iel mirb bann oollfommen erreicht fein, roenn man DKittel unb 2ßege gefunben hflt i)ie mufifalifdje Seite ber jemeilig auf* geführten Oper in gleichem Sttafje lebenbig unb mirffam tnerben 3U laffen, tt>ie beim „lannhäufer" ben größeren £eil ber optifd)*f3enifd)en. 32 9ttcf)arö 2Bagner»geftfptele im ^oppoter 2Balbe 1925: „Xanntjäufer" 3JlufifaIifd)e ßeitung: ^rof. Dr. oon ©djtllings Mnftlerifdje ßeitung unb Stegie Hermann SKerg III. 2Ift. ©lifabett): (Sertrub ®er)ersbad)=2Bten 33 Die UMboper in 3oppot 2Son SBatter ©djrenf s roirb immer einer ber größten ©inbrücte meines an fünftlerifcfjen, befonbers mufifalifcfyen Srlebniffen ge= miß nicfjt armen Safeine bleiben, als id) im 3uli 1926 3um erften SERate auf ber riefentjaften ÜRaturbühne ber Qoppoter SEßalboper JRidjarb SBagners „ßot)engrin" t>örte. 3rf) muß gefielen, baß mir biefes 2Berf, bas icf) im fiaufe ber 3at)re roät)renb meiner mufiffritifctjen Xätigfeit roeit über fyunbert ÜDlal tjabe anfyören müffen, innerlid) 3iemlid) ferngerücft mar. 2fud) bie fcfjönfte Dpernmufif ftumpft ftd) in ibren SHMrfungen ab, menn man fie gar 3U tjäuftg, unb bann oielleidjt nod; in feinestoegs einroanbfreier Darftellung, oorgefefet befommt. Diesmal aber, in 3°PP°t erlebte id) eine 2lrt Sßiebergeburt bes „fiobengrin", eine Erneuerung bes 2Berfes uon innen heraus, bie mir bie fctjönfte ?Red)t= fertigung für bie 3bee ber Sßalbfeftfpiele überhaupt 311 fein fdjeint. 3n jebem mirfiicfjen Slunftroerf, als einem 2Iusbrud) elementarer fdjöpferifcfjer Gräfte, ftecft ein Stücf Statur. Es ift bas große Problem ber SRegie, biefen Anteil ber 9tatur, ber in einem mufifalifcfjen Drama befonbers ftarf ift, auf ber SSüfyne lebenbig 3U machen. Die Qpernbüfyne im gefcfjloffenen Ifyeater mu6 notmenbigerroeife ftilifieren, aud) ba, tuo fie mit ^Beioußtfein „naturaliftifd)" roirfen roill. (Sdjon bie SRufif 3mingt fie basu.) gtt'tfdjen geleimten ^ßappfuliffen unb profitablen Säumen ift üftatur allem falls oor3utäufcf)en, itjre 2ltmofpf)äre fann auf Ummegen fühlbar gemacht roerben, aber bie im günftigften $alle er= reicfjbare SUufion roirb burd) ben 5DJed)anismus bes Itters oft empfinblid) geftört. 9tatürlid) ift bie mefern bafte 2ßir!ung eines SBerfes oon biefen Dingen nidjt ab= bängtg; roas baran „Äunft" ift, mirb bie Un3ulänglid)feiten bes „Apparates" um fo mütielofer übertninben, je größer bie fd)öpferifd)e Äraft ift, bie bal>interftel>t. 3mmerf)in rnirb ein empfinblidjeres ©efütjt nicfjt leugnen tonnen, baß fid) 3uroei[en eine Dist'repan3 3toifd)en ber ibealen ©eftalt eines mufifalifdjen Äunftroerfes unb feiner ©rfd)einungs= 84 9ticf)arb 2Bagnerageftfpiele im ßoppoter 2Balbe 1926: „ßofyengrin" 1. %lt 9ttujtfalifcf)e ßeitung: $rof. Dr. 9Jta£ oon ©Billings — Stünftlerifdje ßeitung unb S^egic: Hermann 9fter3 ftöntg 5>cinrict): Otto #elgers=$erlin — (Eifa: 3ttaria $)uffa=(Sreoe=$)amburg — Ortrub: Sella gortner^albacrtt)=ScrIin — £etramunb: 9Jlaf 9totI)=3krlin 35 form auf ber SSütjne auch bann auftut, menn bie 2lrt ber Sarftellung alle billigen fünftlerifchen 2lnfprüd)e burdjaus erfüllt, ©s gibt eben Fälle, in benen bie ber Dpernbühne ge3ogenen ©renjen beutlid) tnerben, Salle, in benen auch bas l)öcl)fte Raffinement bes „2lpparates" cor ben $orbe= rungen ber einfachen Tiatur oerfagt. Ueberall, rno es fidj um „Ürids", um geroiffe fomplijierte tecfjnifcije ©ir»3el= I)eiten fyanbelt, roirb bas heutige Iljeater mit feinen mobernen Einlagen unb SCftafchinen einen 5Beg miffen, bie Probleme beginnen aber erft ba, mo Sßiefe unb 2Balb Saum unb SSufd) bie ©3ene beftimmen. Der tiefe mtjftifclje 3ufammen^arl9 sroifdjen Statur unb Äunft, ber leichter fühlbar, als in SBorten ausjubrüifen ift, mirb in ben Sßorftellungen ber Qoppoter SBalboper er= greifenb beutlid). i^ier, mo bie 5Ratur felbft mitfpielt, mo fie bie fuggeftiofte Helferin eines Äunftmerfes ift, erlebt man es, bafo bie <5rf)eint)aftigfeit ber SSühne faft aufge» hoben roirb, bafj fid) Äunft unb 9fatur in eingigartiger 2Beife burdjbringen. 9ttan l>at nic£)t mel)r bie ©mpfinbung, einem Sdjaufpiel bei3uroohnen, fonbern alle Vorgänge befommen Sebensnähe, man ift menfcfjlicf) aufs ftärffte er= griffen unb erfdjüttert. Jaufenbe oon 3CRertfcf)en ftrömen oIIjäf>rlicf) in 3°PP°t 3ufammen um biefes einen Gtrlebniffes roillen: eine Dper gu l)ören, mitten im Söalbe, unter raufdjenben SSäumen, unter nächtlichem Sternhimmel. 2Bas Ijier bie raftlofe unb 3ähe (Energie bes Dberregiffeurs Hermann ÜRerj, bes fünftlerifchen ßeiters ber 3oppoter SBalboper, gefcf)affen tjat, bas ift etroas Sinjigartiges, ift eine Üat, bie fyeute aucl) über bas eigentlich Mnftlerifdje hinaus eine hohe allgemein fulturelle SSebeutung hflt-Senn mitten in bem com großen beutfdjen ^eimatlanb finnlos abgetrennten greiftaat Sangig, auf bem inter= nationalen Stoben bes ßuyusbabes Qoppot, ift h^r ber beutfdjen Operntunft con erften beutfdjen ^ünftlern ein Sßirt'ungsf'reis erfdjloffen roorben, beffen 5Rabius con 3ahr 3U Sabr roächft. Sie fünftlerifchen 9Köglid)feiten, bie bie 3oppoter SBalboper bietet, mürben im Saufe ber geit an mannigfachen SBerfen oerfchiebenen ©barafters erprobt. 3e^t, ba man gelernt hat, fie beroufjt ju beherrfchen unb 3u fteigern, ift man an bie gewaltige Aufgabe f)erange= gangen, bie Summe ber gemonnenen (Erfahrungen auf bie ÜRufifbramen 9tid)arb SBagners ansuroenben. Das Unter» nehmen ift fcf)roierig, aber aud) im höchften Sinne banfbar für ben, ber es mit tünftlerifdjem ©rnft unb rechtem 93er= antmortungsgefühl bem 2öerfe gegenüber beginnt. Daran hat es bei ben ausübenben Äünftlern nie gefehlt; fie alle haben fid) mit einem mähren Fanatismus ber fchönen Sache hingegeben unb Slufjerorbentliches geleiftet. Ohne e'ne 36 9ltd)arb 2ßagner*geftfptele im ßoppoter 2Balbe 1926: „fiofjengrtn" 9Jlufifalifcf)c ßeitung: ^3rof. ür. SJttay oon Schillings — ^ünftterifcfje ßeitung unb 9^egie: ^ermann SRerß Äönig ^einridj: Otto #elgers=?8erlin II 2tft. (£lfa: 3Jtaria #uffa=(8reöe=S)amburg — Ortrub: SBella gortner=^aIbaertt)=25erUn 37 [oldje Segeifterung für biefe grofte unb fruchtbare 3bee mären auch bie mannigfachen ^inberniffe, bie fid) entgegen» ftellten, nicht 3U überminben gemefen. So mürben im Saufe ber legten Sabre „üEannhäufer", „Siegfrieb" unb „2Bal= füre" aufgeführt, benen fid) nunmehr ber „fiobengrin" anfchlofr. Siefer „ßobengrin" faf3inierte, roie gefagt, mit ber Starte eines neuen unb erften Qcrlebniffes. Sie hod)= romantifche Sltmofpbäre bes SBerfes in ibrer 93erbunben= beit mit ber Natur unb bem fchicffalhaften Sßatten über» finnlicher 2Räd)te mürbe fo lebenbig, mie fie es in einem gefdjloffenen Spater nie merben fann. Bie Schönheit unb Srifdje ber SRufif, bie bramatifdje 2ßud)t ber #anb= lung offenbarte fid) beglücfenb allen benen, bie ben riefigen, oon uralten liefern unb (Eicken bodjumftanbenen $u= hörerraum bis 3um legten ^ßlatj füllten. Sie h"lbigten am Scljlufj bem Dirigenten 3ERay oon Schillings, ber ben Naturflang ber Partitur lebenbig nachfühlte, unb fo bie (Einheit 3mifd)en fsenifdjem unb mufifalifd)em ©efcfjeben unmittelbar empfinben lief?, fie hulbigten bem unermüb» liehen Hermann 9Jter3 unb ben Soliften, unter benen ^rife Soot, ©ertrub ©egersbad), SOtaj: 5Roth unb SSella gortner= ^albaertb ebrenooll genannt merben müffen. 3n biefem 3abre nun mill man an bie SSemältigung ber „©ötterbämmerung" gehen; faum ein anberes 2öerf Nidjarb Sffiagners eignet fief) fo für bie 2Balboper, als biefer oierte 2lbenb com „5Ring bes Nibelungen". Nach allem bisher ©eleifteten barf man h°ffen' &af3 auch biefe 2luf= führung oon ©inbrürfen gan3 ungeroöhnlicf)er 2lrt erfüllt fein roirb. «SB» 38 9tid)arö 5Bcigner»geftfptele im 5öolbe 1926: „8ol)engrin" I. 2Itt SCRufifalifdje ßeitung: ^rof. Dr. 9Jlaf oon (Schillings — Mnftlerifd)e fieitung unb^Stegie; Hermann ßofyengrin: gritj 6oot=*8erlin 30 Die 3oppofer Balboper im Hunöfunf*) „.....3d) beginne biefe feilen roenige Minuten nad) bem Subelfturm über 3bre 3oppoter ßobengrin=2Iuf» füfjrung, bie id) 3um großen leil an meinem 5Rabio= apparat gehört Ijabe. Seutlid) t>örte id) bie SSraoorufe unb ben SSeifaltsfturm am Schuft. ©ine l)errlic£)e Sache, nor brei Millionen SDtenfcben in Seutfdjlanb ju fpielen. $ier in ^Berlin roar bie gange Slufführung mit menigen Minuten Störungen fo beutlich ju hören mie eine Ueber= tragung aus ber Staatsoper innerhalb ber <5tabt. gaft jebes SBort oerftänblicf), namentlich com Slönig, oon Gol)en= grin unb non Qclfa. Söer ein 3Sud) befafs, bat genau folgen tonnen. 3d) tonnte es otjne 23ud), ba itf) aüe Vorgänge beutlid) oor 2tugen Ijabe unb feine 5Befd)reibung brauche, ©in Iriumpb bes SRunbfunfs! 2Rancf)e Uebertragung hier aus ber Stabt mar nicht fo gut. 2tud) bas Drchefter bis in Singelbeiten hinein oerftänblich. ^errlid) tlingenb noch gegen Sdjluf} bie ©ralserjäblung, oerftänblich in jebem Sßort. 3d) fanb fie über jebes ©rmarten gelungen, bie erfte Uebertragung aus ber freien Statur, roie man fie unter folcfjen fdjroierigen tlmftänben nicht für möglich ge= halten f)ätte. Da id) bie äBalbbühne fenne, mar id) be-fonbers mit bem fersen babei. Otto © r u n b *) Ser inatuifdjen oerftorbene 23erfaffer biefes Briefes mar im 2floffef)aus tätig unb SJtitarbeiter bes Tageblattes, ber SSolfsgeiiung ufro. 40 9tid)arö 2Bagner93eftfpteIe im ^oppoter 2ßalbe 1926: „ßofyengrtrt" II. 2Ift aJlufifalifdje ßeitung: $rof. Dr. üftaf oott ©Billings — ^ünftlcrifctje ßeitung unb pflegte: Hermann Atters (£Ifa: SDtaria $)uffa=©reüe=S)amburg — Ortrub: ©ertrub 3MnbernageI=23erlin — £elramunb: Xfyeobor 6atte, icf) glaube, es mar bas <5cf)önfte, mas id) bisher erlebt fyabe. 3d) bante 31)nen oon fielen für biefen munber=munber= frönen 2tbenb unb münfdje 31)nen nur, bafs <3ie aud) nod) einmal ein fo großes unb fd)önes (Erlebnis fjaben, mie id) geftern ..." J *) (£r[cf)tenen in öer 3^itfc^rift „2)as SBurtte 23Iatt", Stuttgart °cgg»- 42 sRidjarb 3Bagner=5eftfpiele im 3°PP°*er ^Bcilbe 1926: „ßofyengrtn" III. 2Ift 3CRufifaIifct)e ßeitung: ^rof. Dr. ajlay oon Shillings — Mnftlerifctje ßeitung unb *Kegie: ^ermann Sölerj @Ifa: SSJlaria $)uffa--@reoe=#amburg — Slönig Reinritt): Otto #elgers--®erlin — ßofjengrin: grife ©ooMBerlin 3n ben legten 3at;ren tjatte ftapellmeifter £art £uttein=2Iugsburg bie mufifalifrfjen Vorbereitungen unb leitete ah ©irigent eine ber Aufführungen ^ 2Tteine über öae 3tafurffjeafet as Üfyeater tjat oon jet)er auf Die ®lenfd)en eine magifdje 2ln3iet)ungsfraft ausgeübt. 2Borin aber liegt biefe 3auberfraft unb roursett biefe gemaltige 9Ract)t? 3Jtancf)er tjat fid) oieüeidjt biefe ^rage geftellt, ol)ne eine richtige Gcrflärung gefunben 3U f)aben. Sie 2tntmort ift aber feljr einfad): bas I^eater gehört 3U ben geitlicf) atlererften attgfterien ber 3Jtenfd)f)eit unb birgt in fid) ben ftärfften Räuber. 3n uralter Qeit tjaben bie Oriedjen fid) als ©ötter unb Sämonen oerfleibet unb ba ooltgog fid) biefer gauber, ber ffltenfd) mollte gum erftenmal ein anberer fein, als er mar, alfo eine 2Irt Iransfubftantation oertDirflit^en. Siefe 3auberl)afte 23ermanblung eines SRenfdjen in einen anberen bilbete ben 2tnfang bes Xf)eaters. 2tus biefen gan3 primi= tioen SRgfterien entmidelten fid) bie biont)fifd)en 9Jtt)fterien bes Altertums unb baraus entftanb fpäter bas gried)ifd)e Üfjeater, bas ein genaues Sßorbtlb unferer mobernen 23ül)ne mar. 2Bo fpielten fid) bie atlererften If)eater=9ftt)fterien ab? Damals gab es natürlich feine fünftlidje 58üt)ne, ber 3Balb biente als fotcfje; bie SSäume unb Reifen finb alfo bie II r b ü f) n e bes Itjeaters. Sie 3°PP0ter 2Balbbüf)ne fütjrt uns alfo 3um ltr= tfjeater ber 9ERenfd)t)eit 3urüd, too bie Dtatur als Seforation biente. Sie 2Balbbüt)ne bat alfo eine tiefe innere fünft» lerifdje Berechtigung, ba fie uns oom fünftlidjen Ibeater= tanb befreit unb 3ur gemaltigen unb maljren 9laturbüt)ne 3urüdfüi)rt. Sie eignet fid) befonbers für Aufführungen ber 2Berfe 2ßagners. S^idjarb 2öagner, biefes fosmogo» nifdje ©enie, bflt in feinen SBerfen eine SBelt oertont, richtiger gefagt, bie Sßelt oertont. 3n biefer Sßelt fpielt bie ÜRatur mit i^ren gebeimnisooUen Kräften eine über» ragenbe SRolfe. Kein ÜEonbicfyter bat bie Dtatur in fo oolt= fommener Sßeife oerf)errlid)t unb mufifafifrf) übermältigenb ausgebrüift, tote eben 2Bagner. Sie 9tatur ift ber hinter» grunb für ben „SRtng", in bem bie 9laturfräfte tebenbig gemorben finb. Sie beutfdje 6age, ber beutfdje ©eift ift f>ier 3ur Offenbarung burd) fünftlerifcfje ßauberfraft 9es morben. Sarum erhalten bie 2Bagnermerfe in ber 44 poter 2ßalbbüf)ne ben richtigen unb ifynen gebütjrenben 5Rat)men. 2lud) ber „greifdjii^", biefes ©ebicf)t oon beut* fcf)er Qauberfraft, bas in fetner ®efd)(offenbeit fämtlicfye Keime bes allumfaffenben 2Berfes 5Rid)arb Sßagners ent» f)ätt, ift für bie 2ßalbbüt)ne gefdjaffen. 2ßo fann man fid) ber 3aubermacf)t biefer SJiufif beffer Eingeben, als mitten im SBatbe, ber 2Beber bie Snfpiration 3U feinem unfterb--tidjen 2Berfe gegeben l)at. Siefe ©ebanfen finb burd) meine perfönlidjen (£in= brücfe befräftigt, als id) in ber 3°PP°ter 2ßalboper ben „ÜJtime" in „Siegfrieb" fang. 9tie be icf) foldje ftimmungsoolle 6iegfriebauffül)rung erlebt roie bamats. Ser 2Balb, bie l)evrlid)e abenblidje Sommerluft, bie Dämmerung — bas anbäd)tig laufd)enbe *ßubtifum — fdjufen eine fünftlerifdje Stimmung, bie auf einer gemöt}n= tilgen 33ii£)ne mit if)ren Äuliffen aus ^ßappe unerreichbar ift. So ertjob ficE) bie 2tuffüt)rung 3U einem roabren fyeft= fpiel inmitten ber göttlichen 9fatur. 3n ber Qoppoter Sßalboper r»oIl3ie£)t fid) am mirtfamften bas llrmqfterium bes Itters: bie 33übne mirb jur 2BirfIid)£eit, bas Spiet 3um fieben! Kammerfänger Sßalbemar i)enfe (ÜDtime) Staatsoper ^Berlin 45 ^euftcrungen öer feilnefjmenöeu Mnftler ie Aufführungen ber „2BaIEiire", bei benen ich bie grofje greube hatte, mitjumirfen, merben mir als mein größtes unb fdjönftes H)eaterer(ebnis in Erinnerung btei= ben. 9Jtan fönnte fo oieles barüber fagen, boct) feien nur bie gan3 befonbers mirfungsoollen ©inselheiten angeführt. Sßagners tjerrtiche „SESalfüre" unter ©ottes Sternenhimmel, unter mirtlichen Säumen, bie mie oon unfidjtbaren ^änben bemegt, beim ©emitterfturm 3U Anfang bes erften Aftes ficf) fdjüttetn, mirb jebem ber 3U 3et)itaufenben 3ählenben ®efud)er unoergefjlict) bleiben, ©rgreifenb mar es, roenn mährenb bes erften Aftes, ber bei lageslidjt 3U fpieten be= gann, langfam bie mirfliche Sämmerung nieberfant, um bei ben Sßorten Siegmunbs „lief in ber SSerge ®ufen glimmt nur noch (icfjtlofe ©tut" bann gan3 in Sunfelfjeit unter= 3itgel)en unb bie $)ütte bann oom t>eimifc£)en ^erbfeuer in ein meictjes ftimmungsoolles 8icf)t gefüllt mar, mährenb bes Siebesbuettes Siegmunb unb Siegltnbes. ^rachtooll mar bie S3enerie bes 3tneiten Aftes gelöft. üftacfybem bie i)unbingl)ütte abgetragen mar, bot ficf) bas 33ilb einer natürlichen Selsfct)lud)t, mo bie ^lucfjt Steglinbes er= greifenb 3ur 2Birfung fam unb roirflich fo mie Siegmunb bamt.fa.gt: „Ueber gels unb Stein fprangft bu bahm". Phänomenal mar ber SSeginn bes britten Aftes, mo als Söalfüren oerfleibete Leiter über ben 23erg, ber bie 58ühne nach hinten abfchlofj, auf herrlichen ^ferben ange= jagt tarnen unb am Schluß ber 2Balfürenf3ene, oon grellen Sßlitjen beleuchtet, mieber baoon raften. Sas hat etmas bämonifd)=gefpenftifches, unb bei fei= ner Aufführung oetfäumten mir URitmirfenben, uns biefes feltene Scfjaufpiel an3ufehen. 3n gan3 granbiofer SBeife ftieg bann am Schluß ber geuer3auber auf, unb man hätte fich bann bei ben SBorten 2ßotans: „2Ber meines Speeres Spitje fürchtet" einen Sßotan aus bem ©efchlecfjt ber ^Riefen gemünfcht, 3U fo monumentaler ©röfee roucljfen S3enerte unb 9Rufif 3ufammen empor. Sie afuftifche Srage mar burcf) bie glücflicfje Sage bes Üerrains in fo tbealer 2Beife gelöft, bas feinem ber 3uhöter auch nur e'ne Silbe uer» loren ging. ©ertrub ©etjersbacf) (Steglinbe, (Etifabetf), <£tfa) Staatsoper SBten 46 3cf) bin, tüte alle meine Kollegen, bie in 3°PP0* maren, eine begeifterte 2InI)ängerin ber 2Balboper über= haupt. (Es gibt für mid) nichts Schöneres als bie 3°PP°ter 2Balbbühne. Sebe (Ein3elheit 3U fd)ilbern, morüber man in (Ent3Ürfen gerät, ginge 3U tueit — nur fooiel, es ift ein un= beftfjreiblid) tyotyes ©efül)I, fo in ©ottes freier Dlatur 3a fingen, feine ^appbäume mit üblem ßeimgerud) 3U fehen unb 3U riechen, feinen (Staub mit unglaublich oielen Spillen 3U fd)Iuden, fonbern ben £)als 3U öffnen unb flare reine ßuft bis in bie ßungen einatmen 3U fönnen. 3d) habe aud) vom 3ufd)auerraum oerfcfjiebene €>3enen fehen fönnen unb mu| fagen, baft id) mie alle anbern überwältigt mar. Unb bie 2(fuftif! 9ttan braucht ja faum ben Sftunb 3u öffnen, unb fd)on Hingt ber Xon — auger ber 9Jletro= politan=Dper in S^etn 5)orf, bie ihrer fabelhaften 2lfuftif megen befannt ift, fyabe id) nie eine 23ül)ne gefunben, mo fid)'s fo leid)t fingt unb mo bie (Stimmen fo Hingen, toie in 3oppot! Margarete 2lrnbt = Ober (f^rtcfa, ©rba) ©taatsoper Berlin *8et)or id) bie 3°PP°ter 2Balbbül)ne gefehen i)atte, fonnte id) mir gar nid)t oorftellen, ttrie man im freien einen fo raunberoollen (Einbrucf eines gefd)Ioffetten Raumes befommen fann. tiefer ^lafe aber, ben man in 30PP°* fo glücflid) geroät)It hat, ift für 2ßalbfpiele gerabe3u mie gefdjaffen. 2Bas bie 9latur nicht fdjon oollfommen t)inge= ftellt t)at, tüirb burd) ben flaren 53Iicf unb bie tatfräftige f)anb bes (Spielleiters Hermann 9Ker3 erftaunlid) natür= lief) ergäbt, ßid)teffefte gerabe3U märchenhaft, merben burd) 6d)eintr)erfer hervorgerufen unb menn bann nod) bie 2(tmofphäre bes 2Balbes bie mahre (Stimmung ber D^atur gibt, mas foll bann nod) 3U tt)ünfd)en übrig bleiben. Die Slünftler, bie ba3u berufen maren, bie ©eftalten in ben ge= gebenen Dramen 3U oerförpern, oeroollfommnen nod) nad) Gräften ben (Einbrud, ben ein *XRufifbrama, bas fid) in ber Dlatur abfpielt, geben foll. 3d) mar oon ber 5ßirfung überrafdjt unb ergriffen. ^ammerfängerin Melanie Sl u r t (58rünnf)ilbe) 3d) hatte nun fd)on 3um 3meiten 9Jtale bas ©lüd, in ber 2Balboper eine meiner ^auptgeftalten bar3uftellett, muft aber fagen, baft, abgefehen baoon, baf* „gibelio" bürchaus mohlgelungen mar, bie 3nf3enierung ber „2Bal= füre" einen ungleich tieferen (Einbrucf auf mich gemacht hat. ©ine mahrhaft gigantifd)e Aufgabe, bie aufs glücf= lichfte gelöft mürbe. 47 ©in unoergefjlicher, erhabener ©inbrud für alle Mnftler, befonbers für mich, bie niemals fo gern toie in 3oppot bie „Brünnl)ilbe" gefungen J)at. ©in gleid)eö ©rlebnis tüurbe mir bie herrliche „Xannhäufer"=2tuffühs rung, in ber id) bie „SSenus" fang. grieba ßeiber Staatsoper Berlin $oppot! Unoergeftliche ©inbrücfe beleben fid) bei Nennung biefes Samens. (Selten vereinte Schönheit ber Statur, bas fchöne ^Bilb bes Stranbes, umfäumt von grünen Mügeln, taucht vor meinen 93liden auf unb in= mitten biefer £)ügel, eingebettet in bem herrlichen beutfdjen <8uchenmalb, bie 2Balbbühne. — 3d) fann mohl fagen, bafe id) nod) nie bas Ureigenfte ber 2Bagnerfd)en SUtufif als fo untrennbar oon 6ßene unb fjanblung empfunben f)abe, tüie gerabe f)ier. Die gan3e Umgebung ber Statur, alles fpielt mit unb vertieft ben ©inbrud, füi)rt ßu einer fonft faum erreichten 33ertüirflid)ung ber poetifdjen 3bee. Da alle Gräfte, bie am Sßerfe maren, mufifalifdje ßeitung, D^egie unb Sänger, mit ^Begeifterung ber Sache bienten u^nbi bie ©eftaltung ber S3ene tieffte (Einführung in ben poetifdjen (Behalt ber 2öagnerfd)en ^unftridjtung be= funbete, !am es 3U ungeahnten 2Birfungen, bie auf bas ^ublifum ben nad)l)alttgften (£inbrucf ausübten. SJtir per= fönlid) ift Qoppot un& feine Sßalbbühne, an bie id) nun fd)on 3ahr für 3ahr berufen morben bin, richtig ans #er3 gemad)fen unb freue mich jebesmal, einem Siufe borthin Solge teiften 3U fönnen. Otto Geigers Staatsoper Berlin 2Ius meiner 2Balbesftille heraus fchmeifen meine (Se= banfen 3urüd an bie Oftfee, 3urüd 3ur 2Balbbühne. (Es ift mir heute mie ein fd)öner Xraum, unb ich bin glüdlid), baft es boch 2Birflid)feit mar, bafj es fo etroas mirflid) gibt, ©rnfthaft „Xheater 3U fpielen" ober gar „Singen" im freien, erfd)ien mir immer als etmas, eigentlich Unmögliches. 3d) fam fchon acht Üage früher bort an, um mich langfam an bie 2ßalbbühne 3U gemöhnen. — Um es !ur3 3U fagen: 3d) mar begeiftert. Da ich in ben erften 23or= ftellungen unbefchäftigt mar, hotte ich QeitiUnb uhe, bas ganse 2Berf in biefem „lebenben ©emanb" auf mich mirfen 3u laffen. 3d) mufc heute fagen: bie 2ßalbbühne hat mir eins meiner größten (Erlebniffe vermittelt unb ich münfdjte, baf$ bie 2ßalbbühne goppots ein Wallfahrtsort aller beut= fd)en SJtufiffreunbe merben möge. S r i t} S 0 01 (Siegmunb, ßoljengrln) Staatsoper SSerlin 48 23on unb über 30PP°t fann id) nur in Xönen hödjften ß;nt3Üdens fdjreiben. Xäte id) es, fäme id) in ben „(Serud) ber 2lugenbienerei". Das täte $oppot Abbruch unb ftänbe mir fd)Ied)t. 3d) I)abe beshalb lebiglid) ein Heines ©e= bidjtdjen gemacht, unb toenn es Qoppot unb ber SMboper bient, fo laffert 6ie es bitte bas ßid)t ber 2£elt erblitfen. 3 o p p o t! 9tteeresraufd)en, 2Balbestoeben gepaart ift gegeben — 3oppot! — 9Jlenfd)en mit i)er3 unb 6inn leben unb ftreben in Soppot! — Der 9ftufif Pflegerin, ber Shtnft Negerin — Qoppot! — 3u bir toill id) eilen, bei bir 3U uenoeilen — 3oppot! — ^ammerfänger Defiber 3 a & 0 r (Elberich) 6taatsoper ^Berlin 2Bie ein göttliches (Befdjenf an unfere beutfdje Äunft mutet mid) biefes naturgefchaffene Amphitheater im bergi= gen 2Balbe, hoch über bem blauen ©tahlbogen ber Qoppoter *8ud)t an. Mangeinbrücfe, oom befeelten fauche jar= teften ^ianiffimos bis 3um glän3enben gortiffimo fd)met= ternber ganfaren empfängt unb Derebelt ber Mangboben biefer 3ur Slunftftätte erhobenen feltfamen 23ergmulbe. 2luf gewaltiger *8ühne türmt fid) in einem ©etoirr oon tmtd)5 tigen Reifen unb Klüften eine gigantifdje 2Botansroelt auf. D^ie 3Uoor habe ich &ie elementare 2Eirflid)feit bes geuer= 3aubers fo empfunben toie l)m. inmitten ragenber, glühenber Seifen, rings umglutet oon brennenben *8aum= riefen, glühenben Richen, buchen, lobernben Richten, 3U= fammenpraffelnben Xannen, tymmelvoävts fchlagenben glammenfäulen liegt SSrünnhilb auf felfiger ßagerftatt ge= bannt. Smmer tiefer taucht fie ein in ein bergenbes 9fteer oon geuer unb ©lut. lieber bie roeiten i)öhen roirft ber tag= hell brennenbe, nächtliche 2ßalb fchredenooll feinen lobern= ben Schein. Jährlich eine (Belegenheit, „bas fürchten lernen"! 2Beld) unoergleichliche ßöfung bes $euer3auber-problems burd) ben genialen Dberregiffeur Hermann e r 3, beffen fünftlerifche 33ollnatur in einem großen Xätigfeitsgebiet hetmifd) ift! Dreine (£inbrücfe ber „2Birf= lid)feit" unb bes „Erlebens" empfingen tyxex auf ber (£rb= 49 büfjne bie barftellenben Mnftfer unb bie 3ef)ntaufenbe oon •3ufd)auern, bte bert geftfpielen beimofynten. 3°PP°t bas „norbifdje SSaqreutfy", fdjeint mir berufen unb bei feinen reichen Mitteln aud) befähigt 3U fein, eine grofte !ünft= lerifdje unb im beften 6inne nationale Aufgabe 3U erfüllen. 20 i I e I m ^Buers f (s2Boteit mehr ab fünf3ehn Sauren fdjon mirb auf ber t)errlid)en üftaturbühne bes Dftfeebabes Qoppot Oper gefpielt, alljährlich ftrömen t)ier Xaufenbe oon 9ttenfd)en 3ufammen um biefes einen (Erlebniffes mitten: eine Oper 3U hören mitten im 2öalbe, unter raufdjenben ^Bäumen, unter nächtlichem (Sternenhimmel . . . 2Bie aber mürbe man je^t, bei biefer ^eftaufführung in ber ^oppoter 2BaIboper, fyingeriffen oon feiner bramatifchen 2öud)t, oon ber (Schönheit unb 3rifd;e feiner 9Jlufif, bie uns mit ber 6tärfe eines neuen unb erften (Erlebniffes faf3i= nierte! Die I)od)romantifd)e Atmofphäre bes 2Ber!es in ihrer 23erbunbenheit mit ber ÜKatur unb bem fd)icffalf)aften ^Balten überfinnlidjer dächte mürbe fo lebenbig, mie fie es in einem gefd)toffenen Xheater nie merben fann . . . Der befonbere 9tei3 biefer 2Balboper fdjeint mir barin 3U liegen: bie Sdjeinhaftigfeit ber 93ühne mirb faft auf= gehoben, Slunft unb Statur burd)bringen fid) in einer ein3ig= 50 artigen 2Beife. 9ftan I)at nicht mehr bie (£mpfinbung, einem 6d)aufpiel beigumohnen, fonbern man erlebt bei= nahe fiebernb bie Vorgänge mit, menfd)lid) aufs ftärffte ergriffen unb erfd)üttert. Daburd) aber erhält bie fd)öne 3bee, bie biefen 2BalbfeftfpieIen 3ugrunbe liegt, aud) fünft= lerifd) ihre größte Rechtfertigung." 6d)renf ö I n i f d) e 3 e tt u n g": . . Dttan ^atte fid) für 2Bagners „SOßalfiire" entfchloffen. Das Vertrauen auf ben 2Bettergott, ber bie Qoppoter nod) niemals im Stich gelaffen hatte, mürbe aud) biesmal nidjt enttäufd)t. Annähernb fünf= taufenb guhörer, barunter gasreiche Auslänber, befonbers $olen unb Muffen, hatten fid) eingefunben. Dberfpielleiter Hermann Dtterg, ber fünftlerifd)e ßeiter ber 2Balboper, hatte für einen fgenifdjen Rahmen geforgt, mie il>n bie ge= fd)loffene 23üf)ne aud) nicht entfernt gu erreichen imftanbe ift. 3u ben ftärfften ©inbrüden gehörte ber mad)tt)olle Sdjluftaft, in bem bie Sßalfüren auf hoffen burd) ben magifd) erleuchteten 9tad)tmalb I)eranfauften, fomie ber geuergauber bei ber (£infd)Iäferung SSrünnhilbens, ber bie mächtige, über 40 -Dieter breite unb hunbert steter tiefe, oon fürstlichen gelfen oerbaute *8ül)nenfläd)e bis meit in ben 2Balb h*nein in 9tteer oon Dampf unb fetter hüllte!" „Eönigsberger ^artungfche Rettung": . . (£s ift l)kv fdjon berichtet morben, baft in jebem 3at)re bie Aufführungen (£nbe Suli unb Anfang Auguft bei heroorragenber 5Sefefeung ftattfinben. Ohne Qmeifel ^irb Don Dangig aus ber Quftrom Öro6 \em> aber ** ift auch eine Pflicht, biefes Unternehmen, bas grofce *8egeifterung unb 3bealismus fd)ufen, mit allen Gräften gu förbern, hoppelte Pflicht, meil beutfche Shmft unb beutfches Schaffen 3u uns fpredjen. könnte nidjt hier im Often, nahe ber See, inmitten politifd)er 3erriffenl)eit, ein 2ßall -ahrtsort unb eine 2Beiheftätte erftehen, mie fie uns ^Batjreuth fd)enft? Um biefes h^he 3^1 3U erreichen, muft non ber (Brenge unb ben abgetretenen ©ebieten l)ex, com Reich un& üom Auslanb ber gitftrom fommen, ber bann ber befte Danf ift für alle felbftlofe Eingabe, mit ber grofce ßiebe biefes Sßerf gefd)affen hat." (£arl fiange „9Jt agbeburgifche Leitung": „. . . Dieben bem Üheater ift als nationale ^ulturtat bie Soppoter 5ßalboper 3U ermähnen, bie bei erftflaffiger 51 Befetjung t>on I)ert)orragenben 2Bagnerfängern unb be= rühmten Dirigenten aus bem *Reid) bebeutenbe $unft= leiftungen erßielte." „Der Xag": „. . . Qoppot fei es gu I)ot)er ©l)re angerechnet, baß es feine nod) fo großen (Selbopfer gefdjeut hat, um bas Anfehen beutfdjer Slunft in biefem gefährbeten 6tücf los= geriffener Heimat {jo^gu^alten." Hamburger 9t a d) r i d) t e n": Die Oper im 2Balbe „Die ^oppoter 2Balbfeftfpiele haben mit ihrer 2Iuf= fiihrung oon Sßagner mieber ben SSemeis erbracht, baß fte üon bem ()of)en Siele, ein „norbifches Bayreuth" 31t merben, nid)t gar 3U meit entfernt finb, unb bas große Sntereffe, bas aud) im deiche biefem Unternehmen ent= gegengebrad)t toirb, fdjeint hernach burd)aus begrünbet. Der (£rnft unb bie (Beroiffenf)aftigfeit, mit ber f)ier ge= arbeitet mirb, ftellen bem 3U unfreiwilliger Selbftänbigfeit oerurteilten Dangiger greiftaat unb oor allem ber fleinen, opferfreubigen unb ibeal gefinnten 6tabt 30PP°t bas benfbar befte S^gnis aus." „berliner Xagebtatt": „Alljährlich gegen bie 9ttitte ber Sommerfaifon ner= anftaltet bie Stabt 3°PP°t auf threr tn Bergmulbe über ber Oftfee prachtvoll gelegenen 2öalbbüf)ne eine !Reif)e befonbers forgfältig einftubierter Opernaufführungen, 3U benen bie bebeutenbften Vertreter ber ©efangspartien als ©oliften l)^cinge3ogen merben." 2ßillibalb 0 m a n f 0 to 5 f i „Mannheimer Tageblatt": . . Dod) id) mollte ja oon ber 2ßalboper e^ählen. ©an3 23ermöf)nte in Dingen ber Shmft, 2Beitumher= gefommene unb einftige regelmäßige 2Saqreuth=2Ballfahrer maren erftaunt, als fie vor biefer Naturbühne ftanben; ftaunten noch mehr, ab fie jebes fleinfte gefungene 2öört= chen oernahmen, bas ihnen bie Bretterbühne öfter oor= enthielt, unb fdjieben nach biefer Aufführung ent3ücft mit ben 2Borten: „Das ift etmas gan3 ©roßes, (£in3igartiges, bas man nie oergißt." „23 0 r tu är 1s": „Siegfrieb" in ber ^oppoter 3ßalboper. *Rid)arb 2Bagners „(Biegfrieb" ift auf ber prächtigen 2Balbbühne 52 be5 6eebabes 30PP°t bei Dansig fünfmal bei ftets aus= oerfauftem 9Jlaffenbefud) aufgeführt morben. Die Stabt= oerroaltung t)at fid) bamit als ßeiterin ber Sßalbfeftfpiele hohes 23erbienft enoorben. Slünftlerifd) festen es nid)t ungetoagt, biefe Oper auf ber greibühne toirfen 3U laffen. Aber unter ber Plegie oon Hermann -Dte3 mürbe es ein ftarfer fünftlerifdjer (Erfolg." „91 a r o b , 2B a r 5 3 a w a" (tleberfetjung): . . (Es mar 3U befürchten, baß bie SJlufiffräfte ihrer Aufgabe nicht gerecht toerben mürben. Dorf) bie Deutzen ließen biefes nid)t 3U. Sfyre große Verehrung für 53eet= hooen unb bas *8eimtßtfein, baß 3at)Ireid)e Augen aus aller 2ßelt l)ier oerfammelter ,3ufd)auer auf biefe Schöpfung ge= richtet finb, bilbeten bas leitenbe SSftotio. Die Soliften unb bas oerftärfte Drdjefter toaren ber Aufgabe unoergleid)lid) getoachfen unb oorbereitet. . . . ... ©5 ift mir barum 3U tun, baß oon biefem aus= ge3eid)neten (Experiment unb feinem (Ergebnis alle bei uns Kenntnis nehmen follen, bie in ben legten 3af)ren fiel) für bie Xl)eaterfrage intereffierten, aber aud) für bie 53ebeu= tung, für bie Kultur ber bemofratifd) miebererftanbenen Nation." „& 0 b 3 e r g r e i e treffe": „. . . Die erlefenften 23erförperer 2Bagnerfd)er Dpern= geftalten fanben fid) in einfach ibealer Qufammenftellung 3ufammen, um einer ber l)errlid)ften Schöpfungen bes SSa^reuther ÜXReifters blutfrifdjes ßeben 3U geben. 2Beil)e= ftimmung erfaßte bie £aufenbe, bie auf ber ßidjtung bes oerträumt raunenben 2Balbes unter bem blauenben Abenb= Gimmel $opf an Slopf faßen unb ftanben, alle ein ßaufdjen, ein Schauen, als bie herrlichen klänge bes 23or= fpiels ertönten, bie laubgrüne 6d)iebetoanb ben ^ßlicf freigab, unb bie prad)tooIlen Stimmen htrtflangen über ben abenbftillen 2ßalb. Unb ber Qauber ber 2Bagnerfd)en Dichtung tyelt bie Slunftgemeinbe bie oier Stunben ber Aufführung hinburd) in feinem 23ann." (Ehefrebafteur $ a r g e I Ueberfe^ung aus ber ruffifdjen 3eitfd)rift „9t ul": Aus Soppot tüirb uns berichtet: ©roßen (Erfolg hatten in 3°PP°t b\e Dpernaufführungen auf ber 2öalbbühne. 3n erftflaffiger ^Befe^ung tourbe an fedjs Abenben „(Biegfrieb" oon 9^id)arb 2ßagner gegeben. Die Snfsenierung beforgte Dberregiffeur Hermann 90ta3 oom ©tabttheater in Dan3ig. Die beften 5Bagner=6änger roirften mit." ▼ KstegozUoflB kl R,Le«löchowskl®§© 53 DANZIGER FEUERKASSE Gemeinnützige Körperschaft des öffentlichen Rechts NEUGARTEN 2 ANRUF 25210 54 Die erste ' Goldnark hat die öffentlich rechtl. Lebensversicherung im Freistaat Danzig und in Deutschland seit Stabilisierung der Währung überschritten. Die öffentlich rechtliche Lebensversicherungs -anstalt für den Freistaat Danzig ist die Lebensversicherungsanstalt W es t p r e u ß e n Vertragsanstalt des Landbundes, Beamtenbundes und Haus und Grundbesitzerverbandes. 0270 Die führende Parfümerie — das feine Kunstgewerbehaus in der Freien Stadt Danzig ist die „Drei Lilien" Pariümerie-KunsigewerDe Unsere Geschäftsräume sind als Sehenswürdigkeit wohlbekannt. » Die enorme Auswahl in unseren hochwertigen Qualitäten, die sorgsame Bedienung und Beratung jedes einzelnen Kunden empfehlen auch ohne Kaufzwang einen Besuch unseres Hauses STÄNDIGES GROSSES LAGER in Feinseifen, Parfümerien, sowie kosmet. Artikeln erster deutscher, französischer und englischer Weltfirmen wie Scherk, Jünger & Gebhardt, Ferd. Mülhens (4711), Schwarzlose Söhne, Roger & Gallet Piver, Coty, Houbigant, D'Orsay, Caron, Chanel, Atkinson, Crown Perfumerie Toiletteartikel in Schildpatt, Ebenholz, Silber, Elfenbein * Feinste Bleikristalle in wunderbarem Schliff (Val. 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Sn biefer 3eit fdjroerer polittftfjer kämpfe müffcit nur uns inncrliclj Bereitern unbfJärfett. «Unfere 3eitfct)rift fori, ebne auf ^olitif einzugeben, biefer überaus ©ictitigen aufgäbe ebenfo btenen, aüe fie ben fulturellen 3ufammenfcbluß bes beute ftaatlidj in fectis oerfct)iebcnc Seile jerfpaltenen Olfens ju förbern berufen ifi. §rfi^tencne te Söetdjfel, drjieS, jrue(tc§ unb britte§ $ttartenlmrgl)eff, @r(ie£, jajette» unb brtftes @(^Icftcnl)eft, Wentel, ifllafuren unb Grmlanb, Gefallene Öflbeutfdje ftünjller, Ofibeutftfje grauen, ®raubcnj^l)orn, ®as fct rcit5marft)cfte, ^innlanb*, 3tu0laftb', ^etnlanb^ eteBenBürgen*, ^rantfurt n. 0*, ftletnpolen (<§att$ten*), (MBtng^a^lBerg*, §ermantt'2ört§«$eff, Die junge (Generation Geplante 6oitberrtugft(iOcn: ^rifdje gaff, ^rif^c cutfdjcr®cifiimOfiettbe§gt. eammclwerl:beutfäjer©itfjtung. <£art£ange:$ar$Buä)mit 18eteinjei^nungenoonöert^olbgeUingratt) fämtlid) <8etlag (Seorg